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Delitzsch Delitzscher Stadtwerke haben Förderung für Erdgasfahrzeuge eingestellt
Region Delitzsch Delitzscher Stadtwerke haben Förderung für Erdgasfahrzeuge eingestellt
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09:46 05.02.2016
Aus Überzeugung rollt die Flotte von Mike Stickel mit Erdgas.  Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

 Klein, rot, wendig und ständig unterwegs. Die Fahrzeuge des Pflegedienstes Stickel in Delitzsch sind eine der letzten Fahrzeugflotten, die gefördert mit Erdgas rollen – zehn seiner Fahrzeuge betreibt der 1996 gegründete Pflegedienst damit, ist noch in den Genuss von umfangreichen Tankguthaben der Stadtwerke Delitzsch (SWD) gekommen. Nun ist Schluss damit. Die Stadtwerke fördern die Erdgasmobilität so nicht mehr. „Der Markt bewegt sich nicht mehr“, umreißt Robert Greb, seit vier Monaten neuer Geschäftsführer, die Gründe.

Von 2003 bis Ende 2015 hatten die Stadtwerke neun Unternehmen mit insgesamt 29 Fahrzeugen gefördert. Zudem wurden 37 private Fahrzeughalter unterstützt. Tankguthaben von 600 Euro pro Fahrzeug hatten die Stadtwerke Delitzsch zuletzt als Förderung herausgegeben. Zuvor waren das 500 Frei-Kilogramm. Weil aber der Abrechnungsaufwand zu hoch war, wurde auf das direkte Guthaben umgestellt. Die in einem Kilo Erdgas enthaltene Energie entspricht rund 1,5 Liter Benzin oder 1,3 Liter Diesel. Ein gutes halbes Jahr, berichtet der Pflegedienst, waren die Fahrzeuge praktisch ohne Tankkosten unterwegs. Diese Förderung sei aber nur das Tüpfelchen auf dem i gewesen. „Einsparungen und Umweltbewusstsein waren ausschlaggebend“, betont Mike Stickel, zuständig für den Fuhrpark. Nur noch zwei Autos fahren mit normalem Sprit. Anfang des vergangenen Jahres wurden die ersten zwei Erdgas-Fahrzeuge im Skoda-Autohaus in Delitzsch geholt, über das Jahr wurde auf insgesamt zehn solcher Skoda Citigo 1.0 CNG Greentec umgestellt. Eine Reduzierung der Kraftstoffkosten um 50 Prozent und fast ebenso viel eingespartes CO2 führt Stickel ins Feld, zudem fallen die Kfz-Steuern geringer aus, ist mit dem Skoda-Autohaus ein Partner direkt vor Ort. Und eine Erdgastankstelle.

2003 wurde diese von den Stadtwerken auf dem Areal der Shell-Tankstelle in der Leipziger Straße eingerichtet, dort kann das Guthaben eingelöst werden. „Diese Infrastruktur wird bleiben“, versichert Robert Greb. Deutschlandweit aber gibt es nur 920 Erdgas-Zapfsäulen, seit Jahren stagnieren die Zahlen. Wieder so ein Zeichen für eine Technologie, die nicht in Fahrt kommt. Für die Stadtwerke ist der Ausstieg aus der Förderung daher die logische Konsequen. „Es fehlt zum Beispiel an Pkw-Modellen und der Modellvielfalt“, so Robert Greb. Zudem sei mit dem sinkenden Ölpreis der Preisvorteil kaum noch oder nicht mehr gegeben. Unklar sei zudem der weitere Kurs der Politik, ob das Thema Erdgasmobilität überhaupt noch vorangetrieben werden soll. Als man 2003 in das Geschäft einstieg, habe noch Enthusiasmus geherrscht. „Die Vorteile sind nach wie vor da, zum Beispiel was die Umwelt betrifft, aber die Rahmenbedingungen stimmen nicht“, sagt Greb. Daher hätten die Stadtwerke zuletzt selbst das Thema Erdgasmobilität auch nicht mehr proaktiv beworben. Wenn aber Interessenten kämen, würde man weiterhin beratend zur Seite stehen. Denn aus umweltpolitischer Sicht sei jedes Erdgas-Mobil zu begrüßen. Und auch Erdgas habe auf jeden Fall eine Zukunft, nur inzwischen eher bei der Heizung als der Mobilität.

Von Christine Jacob

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