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Delitzsch Delitzscher Stadtwerke senken die Strompreise
Region Delitzsch Delitzscher Stadtwerke senken die Strompreise
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Elektrisierender Gruß aus Delitzsch: Die Stadtwerke als lokaler Versorger senken zu Jahresbeginn die Strompreise. Quelle: Wolfgang Sens
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So sinkt zum Beispiel der Arbeitspreis in der Grundversorgung um 0,74 Cent pro Kilowattstunde, der Grundpreis um drei Euro im Jahr. Das Produkt "deliStrom online" verbilligt sich im Arbeitspreis um einen Cent pro Kilowattstunde. "Ein Durchschnittshaushalt, der etwa 2000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, spart jährlich etwa 20 Euro", kalkuliert Stadtwerke-Geschäftsführer Robert Greb.

Die Korrektur nach unten sei keineswegs selbstverständlich. Schließlich gebe es bei den gesetzlich verordneten Preisbestandteilen deutliche Aufschläge, die von den Stadtwerken aufgefangen werden müssen. So steigt zum Beispiel die EEG-Umlage, die die Einspeisung der erneuerbaren Energien finanziert, nächstes Jahr um etwa drei Prozent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt besteht rund die Hälfte des Strompreises für Privatkunden aus Steuern, Abgaben und Umlagen. Die Entlastung der Kundenportemonnaies gelinge insbesondere durch die Senkung der Netzentgelte, erklärt Greb. Diese machen knapp ein Viertel des Strompreises für Haushaltskunden aus und decken unter anderem die Aufwendungen für Messung, Abrechnung und Investitionen ins Stromnetz ab. Gerade im Osten Deutschlands liegen diese Entgelte auf vergleichsweise hohem Niveau, da infolge hoher Öko-Energie-Einspeisungen massiv in die Netzkapazitäten investiert werden muss. "Mit der Senkung an dieser Stelle bewegen wir uns gegen den aktuellen Trend, denn anderswo sind die Netzentgelte zumeist im Steigen begriffen", betont Greb. "Unsere Kunden profitieren vom Zusammenschluss, dadurch sind wir effizienter." Der Stadtwerke-Chef meint damit die Fusion der damaligen Technischen Werke mit dem Gasversorger GVD und dem lokalen Netzbetreiber sowie die Liquidierung der zwischengeschalteten Firma Zukunft in Delitzsch (ZiD).

Investitionen ins Netz sind für die Stadtwerke Delitzsch dennoch ein "Zukunftsthema", sagt Greb. "Wir sind an der Obergrenze unserer Netzkapazität." Die großen Einspeiser von Wind-, Biomasse- und Sonnenenergie seien eine Herausforderung. Unter anderem seien technische Veränderungen am Umspannwerk in der Eilenburger Chaussee nötig, das als Übergabestation dient. Dort wird der in Delitzsch überschüssige Strom ins überörtliche Netz eingespeist.

Weiterer Netzausbau steht in den Delitzscher Ortsteilen an. Nach der Übernahme der Netzkonzessionen an der Peripherie wollen die Stadtwerke insbesondere in die zum Teil sehr alten Mittelspannungs-Erdkabel investieren sowie noch verbliebene Freileitungen gegen unterirdische Lösungen tauschen. Die Erneuerung soll dazu beitragen, dass Stromausfälle bei Witterungswechseln künftig deutlich unwahrscheinlicher werden. In den vergangenen Monaten hat es - wie berichtet - immer mal Unterbrechungen gegeben, wenn zum Beispiel ältere Erdkabel nicht mit den schwankenden Temperaturen zurechtkamen. Auch an Trafostationen sind Eingriffe geplant, um bei Störungen flexibler auf andere Versorgungsstränge umschalten zu können.

Immerhin: Gerade in den Ortsteilen wollen die Stadtwerke verstärkt um neue Kunden werben. "Wir sind als Versorger direkt vor Ort und persönlich ansprechbar", unterstreicht Greb die Dienstleistungsstärke des Unternehmens. Die spiegelt sich zunehmend auch in der Produktpalette wider. Seit April gibt es "Wärme plus" - da kümmern sich die Stadtwerke nicht nur um die Energie, sondern um die komplette Heizung. Die Kunden schließen dafür Wärmelieferverträge ab, die auch die Wartung der Anlage beinhalten. "Die Nachfrage ist deutlich, gerade bei Eigenheimbesitzern, die eine Alternative zu ihrer alten Ölheizung suchen", stellt Stadtwerke-Vertriebsleiterin Heike Wolff-Georgi fest. Das nächste Rund-um-Paket dieser Art folgt im kommenden Jahr: ein Mieterstrom-modell mit Fotovoltaikanlagen für den Eigenenergiebedarf.

Kay Würker

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