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Delitzsch Delitzscher Studenten bereichern Landesbühnen Sachsen
Region Delitzsch Delitzscher Studenten bereichern Landesbühnen Sachsen
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00:18 15.05.2017
Die inzwischen Ex-Delitzscher Loraine Ziemke, Franziska Ritter-Borchardt, Tanja Bunke und Jens Bache (von links) 2016 auf der Felsenbühne in „Schneeweißchen und Rosenrot“. Quelle: Martin Reißmann
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Delitzsch/Radebeul

Die Landesbühnen Sachsen rechnen fest mit den Studenten der Theaterakademie Sachsen. Als sie die Kooperation vor fünf Jahren auf die Beine stellten, hatte wohl keiner damit gerechnet, dass daraus wirklich ein Langzeit-Engagement wird. Inzwischen sind die Studenten der in Delitzsch beheimateten Theaterakademie jedoch nicht mehr aus dem Spielbetrieb des zweitgrößten deutschen Reisetheaters mit Stammhaus in Radebeul wegzudenken.

Spiel vor Tausenden

Sommer für Sommer werden knapp zehn Delitzscher Studenten zum Praxissemester entsendet, im Jahr 2013 kamen die ersten acht von Nordsachsen in den sächsischen Süden. Erst wer sich auf der Felsenbühne Rathen bewiesen hat, bekommt den Abschluss an der Theaterakademie. So wie Ärzte im Praktikum oder Journalistik-Studenten als Volontäre erst Praxisluft schnuppern müssen, sollen auch die Delitzscher Studenten den realen Spielbetrieb kennenlernen.

Die Schauspiel- und Musical-Schüler erleben auf der Felsenbühne Rathen und auf der Seebühne Kriebstein einen echten Berufs- und Bühnenalltag, und das ergebnisoffen: eine Studentin ist beispielsweise nach ihrem erfolgreich absolvierten Praxissemester doch zu dem Schluss gekommen, dass sie lieber Lehrerin werden will. Die anderen haben an den Landesbühnen die Kraft der Überzeugung getankt, dass Musical oder Schauspiel genau das sind, was sie wirklich ein Leben lang machen möchten.

Proben laufen

Die acht aktuellen Absolventen sind erst vor wenigen Tagen in Rathen angekommen, stecken nun mitten in den Proben für Stücke wie „Die Sonne“ von Reinhardt Lakomy und Monika Erhardt, Premiere ist am 29. Juni. Sie werden wie schon ihre Vorgänger auch in beliebten Klassikern wie „Schneeweißchen und Rosenrot“ und „Winnetou I“ auf der Felsenbühne Rathen stehen. Zudem spielen Studenten in „In Gotts eigenem Land“ von Olaf Hörbe nach dem gleichnamigen Roman von Eberhard Görner.

Im Musical „Zorro“ im Stammhaus in Radebeul, das am 20. Mai Premiere feiert, werden sich vier Schülerinnen des Musical-Jahrgangs beweisen. „Wir wurden herzlich aufgenommen. Die Proben gingen sofort los und wir haben allerhand zu tun“, berichtet Musical-Absolventin Anne Grünig (25), die zudem in „Die Sonne“ in Rathen spielt. „Singen, tanzen, spielen und das in kürzester Zeit ist eine Herausforderung, der ich mich aber sehr gern stelle.“ Die Proben seien anstrengend aber schön, von Probe zu Probe wachse das internationale Ensemble mehr und mehr zusammen. In der Internationalität liege ein Reiz, „denn am Ende sind wir ein Ensemble und alle ziehen an einem Strang und das mach wirklich großen, anstrengenden Spaß”, sagt die junge Frau im Praxissemester.

Und auch jene, die ihren Abschluss schon in der Tasche haben, bleiben den Landesbühnen treu und haben dort einen festen Platz und immer wieder Engagements in verschiedensten Rollen gefunden, mitunter arbeiten Ex-Delitzscher auch als Regie-Assistenten oder Souffleusen. In einer hart umkämpften Branche gelingt es den in Nordsachsen ausgebildeten „Frischlingen“, ihren Lebensunterhalt tatsächlich mit dem Traum von der Bühne zu verdienen – längst keine Selbstverständlichkeit in diesem Kunstbereich.

Lob vom Intendanten

Die Delitzscher Studenten werden zu ihrem Berufsstart mit dem Praxissemester in den Neben- und Hauptrollen besetzt. 2014 wurden zum Beispiel in „Schule mit Clowns“ die kompletten Hauptrollen mit den Nordsachsen besetzt.

Dabei sind an den Landesbühnen längst nicht nur jene gefragt, die per Kooperationsvertrag aus Delitzsch kommen. In den aktuellen Produktionen sind immer wieder Theaterakademie-Absolventen der vergangenen Jahre erneut vertreten. Sie alle beweisen sich in einem steten Spielbetrieb, unterhalten einen Sommer lang immer wieder ein bis zu 2000 Menschen starkes Publikum – und das beinahe täglich. Einiges spricht aus Sicht der Landesbühnen für das Personal mit der Delitzscher Ausbildung: „Im musikalisch-tänzerischen Bereich ist die Ausbildung besonders gut“, sagt Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel. „Die Studierenden bereichern unser Ensemble und realisieren auch eigene Produktionen“, lobt der Intendant.

Von Christine Jacob

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