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Delitzsch Delitzscher Tafel braucht dringend neue Räume
Region Delitzsch Delitzscher Tafel braucht dringend neue Räume
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09:18 28.08.2018
Stephan Eichner und Jutta Faak von der Delitzscher Tafel freuen sich über das neues Kühlauto, suchen aber immer noch nach neuen Räumen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Ein ganz normaler Tag bei der Delitzscher Tafel in der Leipziger Straße. Die Schlange ist lang, freundlich und zügig bedienen die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen die Kunden. Um die 1600 sind es monatlich. Ob es nächstes Jahr um diese Zeit noch so aussieht? Das ist fraglich.

Die Delitzscher Tafel muss raus aus dem Objekt, in dem früher mal der Aldi-Markt seinen Sitz hatte. Seit elf Jahren hatte der 2005 gegründete Wohltätigkeitsverein seinen Sitz dort. Doch das Objekt wird verkauft. Und es ist auch immer schwerer zu finanzieren. Der Verein muss so zum 31. Januar 2019 aus dem Objekt raus. Die Tafel braucht dringend neue Räume in der Loberstadt.

Geeignetes Objekt nicht leicht zu finden

Doch so einfach ist das nicht, berichtet Mitbegründer Steffen Hampl. „Es gibt bestimmte Anforderungen an ein Objekt“, erinnert er. Nicht nur eine gewisse Fläche – um die 200 bis 250 Quadratmeter – sollte gegeben sein, auch muss unter anderem Starkstrom für die Kühlzellen anliegen, brauchen die Mitarbeiter ihre Sozialräume, es müssen auch bestimmte Vorschriften hinsichtlich Hygiene beachtet werden in den Räumen. Seit dem ersten Alarmschlagen der Tafel vor ein paar Monaten hat es ein paar Angebote gegeben, doch wirklich geeignet war keines der Objekte. Entweder zu weit ab vom Schuss oder stark sanierungsbedürftig. Wie solle man erklären, dass ausgerechnet ein Verein wie die Tafel erst einmal Unsummen in eine Sanierung investiert als in das eigentliche Thema, so Vereinsvorsitzende Jutta Faak. Man kann, betont die Tafelchefin weiter, von den Bedürftigen nicht erwarten, dass sie das wenige Geld in Sprit investieren, um zur Tafel zu kommen und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr war für den Vorschlag in der Benndorfer Landstraße auch schlecht. Zudem das Objekt als solches nicht finanzierbar. Während für die Eilenburger Ausgabestelle nur Nebenkosten und in der Laußiger Ausgabestelle gar nichts zu bezahlen ist, fressen die Mietkosten den Verein in Delitzsch fast auf. Schon jetzt reicht der symbolische Obolus, den die Tafelkunden entrichten, gerade mal, um die Fixkosten zu decken. Strom, Wasser und sonstige Nebenkosten zu zahlen, das wird für die Tafel immer schwieriger.

Lichtblicke gibt es

Trotz der momentan etwas schwierigeren Situation gibt es aber auch Lichtblicke. Nachdem zwei Kühltransporter aus Altersgründen ausgemustert werden mussten, konnte der Verein mit Geldern aus der Lidl-Pfandspende und finanzieller Unterstützung der Sparkasse Leipzig kurzfristig einen neuen Kühlwagen kaufen. Diese Maßnahme wurde aus Steuermitteln mitfinanziert.

Spenden gehen zurück

Doch die Spendenbereitschaft wird insgesamt geringer. Nicht nur was die Lebensmittel betrifft, sondern auch hinsichtlich der Gelder, mit denen die Tafel wirtschaften muss. Es gebe immer weniger Unterstützung für soziale Projekte, berichtet Hampl. So wird es auch in Delitzsch immer schwerer, die Tafel, auf die so viele Menschen angewiesen sind, zu betreiben. Letztendlich leisten die Mitarbeiter unbeirrt den größten Anteil der täglichen Arbeit. „Ohne sie würde der Verein nicht funktionieren“, bedankt sich Jutta Faak bei den Ehrenamtlichen und Angestellten. Damit die Kasse nicht noch klammer wird, stehen die Mitarbeiter im Winter selbst schon mit klammen Fingern da und sparen die Heizkosten. Wird kein neues Objekt in Delitzsch gefunden, droht im allerschlimmsten Falle das Aus der Tafel. Doch davon mag momentan niemand ausgehen. Die Hoffnung, da sind sich alle einig, stirbt immer zuletzt.

Von Christine Jacob

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