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Delitzscher Tafel wird zehn Jahre alt

Delitzscher Tafel wird zehn Jahre alt

Als Jutta Faak vor zehn Jahren das Rentenalter erreichte, entschied sie sich, ehrenamtlich etwas für Bedürftige zu tun und gründete mit sieben Gleichgesinnten die Delitzscher Tafel.

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Vertreter vom Belian-Hort in Eilenburg gratulieren Tafel-Chefin Jutta Faak (Zweite von links) zum Vereinsgeburtstag.

Quelle: Wolfgang Sens

"Ein gewagtes Unterfangen", wie Steffen Hampl, Gründungsmitglied und Moderator der Festveranstaltung, anlässlich des zehnten Tafel-Geburtstages am Montagabend im Bürgerhaus rückblickend sagte. "Aber wir wollten es probieren."

So sammelt der Verein seit dem September 2005 unter dem Leitspruch "Einen anderen geben, was er braucht. Ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr" Lebensmittelspenden. "Wir verstehen das als Hilfe zur Selbsthilfe. Wir wollen Bedürftige aber nicht davon abhalten, das eigene Leben in die Hand zu nehmen", so Vereinschefin Jutta Faak.

Weggeschickt wird bei der Tafel niemand, "denn wer zu uns kommt, der ist bedürftig", stellt die Vereinsvorsitzende klar. Schon die Tafel aufzusuchen, sei für viele eine große Überwindung. Deshalb betrübt es sie auch nach zehn Jahren noch, manche Bedürftige nicht zu erreichen, weil sie diese Hemmschwelle aus Scham nicht überwinden.

Zur Festveranstaltung eingeladen waren Personen, die die Tafel schon lange unterstützen. Darunter Vertreter von Firmen, Verwaltungen, Institutionen und Privatleute. Allen dankte Jutta Faak für die Zusammenarbeit: "Ohne ihre Unterstützung könnte die Tafel all das nicht leisten. Wir brauchen sie weiter, denn unsere Aufgaben werden nicht kleiner."

Der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) bezeichnete die Vereinsvorsitzende als "Urenkelin von Hermann Schulze-Delitzsch", der 1848 dafür gesorgt hatte, dass Brot für die hungernden Delitzscher gebacken werden konnte. "Mit der Hilfe zur Selbsthilfe befindet sich die Tafel in einer guten Delitzscher Tradition", so der OBM, der aber auch gestand, was die Tätigkeit der Tafel betreffe, einen Lernprozess durchlaufen zu haben.

2005 begann die Tafel in einem 13 Quadratmeter großen Raum in der Ritterstraße. Noch im selben Jahr zog sie in die August-Bebel-Straße, wo sie heute noch ihre Delitzscher Ausgabestelle betreibt. Weil der Bedarf schnell wuchs, wurde 2006 in Eilenburg eine zweite Ausgabestelle eröffnet. 2011 folgte eine dritte in Laußig. Über das Jobcenter suchte sich die Tafel Helfer, die das rund 15 Personen starke Team bilden. "Besonders diese Helfer haben ein großes Dankeschön verdient, denn die Mehrzahl von ihnen tut es ehrenamtlich. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden", betonte Jutta Faak. So hat die Tafel im Vorjahr rund 320 Tonnen Lebensmittel gesammelt. Mittlerweile erhalten im Monat durchschnittlich 2480 Menschen in Delitzsch, 1600 in Eilenburg und 500 in Laußig bei der Tafel Nahrungsmittel.

Die größten Sorgen sind in den zehn Jahren die Finanzen geblieben. Für drei Objekte sind Miete, Strom- und Heizungskosten sowie Benzin für die Fahrzeuge aufzubringen. "Alles muss über Spenden abgedeckt werden. Leider sind seit 2013/14 die Spenden rückläufig", sagte Jutta Faak. Deshalb bleiben Pläne wie der Ausbau der Hausbelieferung an ältere und behinderte Menschen vorerst unrealisierbar. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Thomas Steingen

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