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Delitzscher Tagesmütter wollen mehr Geld

Delitzscher Tagesmütter wollen mehr Geld

Während bundesweit Kita-Erzieherinnen auf die Straße gehen, rumort es in Delitzsch unter den Tagesmüttern. "Wir sind der Meinung, dass wir von der Stadtverwaltung nicht wirklich ernstgenommen werden", sagt Diana Dietrich, eine von ihnen.

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Spaß bei der Tagesmutter.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Der wunde Punkt sei die Entlohnung, aber auch der von der Kommune gewährte Anspruch auf bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage pro Jahr. Weil sich seit einiger Zeit in der Sache nichts bewegt habe, verfassten die Frauen diese Woche einen offenen Brief an Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos).

Immerhin: In Delitzsch arbeiten inzwischen zwölf Tagesmütter. Die Selbstständigen, die bis zu fünf Kinder in angemieteten oder privaten Wohnungen betreuen, haben sich im Stadtgebiet zu einer nennenswerten Alternative zu den Kindertagesstätten entwickelt. 2013 schlossen sie sich zu einer Interessengemeinschaft (IG) zusammen. "Nur so können wir wahrnehmbar für unsere Belange kämpfen", erklärt eine aus der Runde, Diana Dietrich.

Tatsächlich ist die IG schon einen Schritt vorangekommen: Die Tagesmütter einigten sich mit der Stadtverwaltung auf eine Erhöhung ihrer Bezahlung. Seit vergangenem Jahr erhalten sie für jedes bei ihnen gemeldete Kind in einer Neun-Stunden-Betreuung monatlich 455 Euro. Mit der Summe ist einerseits die Arbeitsleistung abgegolten, andererseits jeglicher Sachaufwand, wie etwa Miete, Betriebskosten, Anschaffungen. Hinzu kommen jeweils 24,56 Euro als anteilige Erstattung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Macht zusammen 479,56 Euro. "Wenn man die Nebenkosten abzieht, bleiben netto kaum mehr als 1300 Euro monatlich übrig", schildert Tagesmutter Katja Pirzkall. "Und das gilt nur für den Idealfall: bei einer Neun-Stunden-Betreuung von fünf Kindern, also bei 45 Stunden Wochenarbeitszeit plus Vor- und Nachbereitung."

Die Forderung der IG im offenen Brief: eine Erhöhung des Betrages auf 500 Euro - plus Sachkosten-Erstattung und Versicherungszuschuss. Argumentiert wird mit der Situation in Leipzig, wo für die Kindertagespflege deutlich mehr gezahlt werde. Außerdem geht es den Frauen um mehr Urlaubstage, weil diese auch für Weiterbildungen genutzt würden.

OBM Wilde hat bereits geantwortet. Er werde das Thema "kurzfristig in der Verwaltung mit den zuständigen Kollegen besprechen" und die Tagesmütter dann zu einem Gespräch ins Rathaus einladen. "Es gab bereits in jüngerer Vergangenheit intensive Gespräche. Die Tagesmütter sind für uns ein wichtiger Partner, um Spitzen in der Kinderbetreuung abzufangen. Es gibt für sie allerdings keine verbindliche Tarifnorm", so Wilde.

Tatsächlich existieren in Sachsen lediglich Empfehlungen. "Diese sind nicht bindend, sodass die Jugendhilfeträger einen eigenen Spielraum haben", heißt es in einer jüngst veröffentlichten Studie des Institutes für Bildungs- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz mit Blick auf den Freistaat Sachsen. Das Landesjugendamt etwa empfiehlt für Arbeitsleistung und Sachaufwand eine Erstattung in Höhe von 480 Euro. Das liegt nahe dem Delitzscher Niveau. Allerdings ist dieser Hinweis inzwischen sechs Jahre alt. Auch der Sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) veröffentlichte Leitgedanken, mit denen jede Kommune entsprechend ihrer lokalen Gegebenheiten eine eigene Entscheidung treffen soll.

Die Stadtverwaltung Delitzsch orientiert sich nach eigenem Bekunden am SSG. "Und natürlich tragen wir auch Verantwortung für die Eltern", fügt Manfred Wilde hinzu. Sie sind mit derzeit 171 Euro an den Kosten beteiligt, weitere 150 Euro trägt das Land, 158,56 Euro die Stadt. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2015
Von Kay Würker

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