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Delitzsch Delitzscher Tiergarten auf Rekordkurs – was macht ihn so beliebt?
Region Delitzsch Delitzscher Tiergarten auf Rekordkurs – was macht ihn so beliebt?
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00:19 20.05.2017
Laurens und Josefine, beide fünf Jahre alt, sind treue Tiergartenfans und freuen sich über das neue Kletterparadies. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Keine Delitzscher Freizeiteinrichtung ist so beliebt wie der Tiergarten. Im April besuchten 9228 Menschen den kleinen Zoo. Das waren so viele wie noch nie in einem Monat. Alleine am langen Osterwochenende zählte das Team um Leiterin Julia Gottschlich rund 3000 Besucher. 1250 Gäste kamen am 1. Mai – wieder so viele wie noch nie an einem Tag. Und, mal wieder übrigens, stehen damit die Zeichen auch gut für einen Gesamtjahresrekord um die 60 000 Besucher. 58 000 Menschen kamen 2016 – in Eilenburg waren es fast 67 000 –, 51 965 Gäste kamen 2015, 2014 waren es „nur“ 50 188. 2011 war bis dahin mit rund 45 500 Gästen das besucherstärkste Jahr. Aber was macht den Tiergarten so erfolgreich?

Viel Action auf wenig Fläche

Eines ist klar: Statistikfälschung ist es nicht! Jeder Besucher wird per Strichliste gezählt und nicht eine Zahl geschätzt – in anderen Gärten wird sowas wohl durchaus praktiziert. Und hört man sich bei den Besuchern um, wird neben der Sauberkeit gerade von älteren Gästen gelobt, dass im Tiergarten viele Sitzgelegenheiten zu finden sind, auf denen sie mal Pause machen können. Egal, welchen Alters loben Gäste zudem ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, bei dem man viele Tiere für wenig Geld zu sehen bekommt – vier Euro Eintritt zahlen Erwachsene, Kinder ab drei Jahre zahlen zwei Euro. 350 Tiere in 60 Arten von Anubispavian bis Zebra beherbergt der Delitzscher Tiergarten. „Damit bieten wir eine große Vielfalt, solche Großtiere sind exklusiv in so einem kleinen Garten“, betont Julia Gottschlich. Klar, einen Bären anzuschauen ist attraktiver als eine Rasselbande Meerschweinchen. Vor allem Familien mit kleineren Kindern scheint darüber hinaus aber zu begeistern, dass das Areal wiederum nicht zu groß ist. Während die Kleinen bei so großen Arealen wie dem Leipziger Zoo auch mal so schnell ermüden würden, dass man den Eintritt gefühlt fast umsonst bezahlt hat und ein schlafendes Kind durch viele Hektar schiebt, ist gerade ein kleineres Kind vom Tiergarten Delitzsch mit seinen zirka vier Hektar eben nicht überfordert.

Kinder im Mittelpunkt

Gerade auf Kinder legt man in der Einrichtung Wert, nennt Fördervereinsmitglied Hans-Dieter Hohmann einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Der Rentner leitete den Tiergarten von 1990 bis 2007 und etablierte das Konzept „Mit dem Tier auf du und du“. Unmittelbar nach der Wende sei klar gewesen, dass man für den 1968 gegründeten Park ein Konzept finden müsse, das sonst kein anderer bietet, denn Tiere haben sie ja alle. „Etwas Einmaliges realisiert man nicht über die Tiere, sondern über die Kinder“, fasste Hohmann einen Entschluss. Am Rosental wurden Spielgeräte wichtiger Bestandteil. Über diese sollen Kinder Tierliebe entwickeln, indem sie ihr Verhalten nachempfinden – bei den Kängurus wird gehüpft, bei den Affen geklettert, bei den Vögeln gibt es ein Spielnest ... insgesamt elf Spielgelegenheiten verteilen sich auf dem gesamten Gelände und laden immer wieder zum Verweilen ein, überdies werden Kinder so von Spielstation durch Spielstation durch den Zoo gelotst. Seit Neuestem gibt es ein großes Kletterparadies am Bärengehege. Die knapp 20 000 Euro Kosten wurden komplett aus Spendengeldern gestemmt. „Man soll ohne Hektik und Stress durch den Tiergarten gehen“, schildert der Senior. Inzwischen würden andere Tiergärten das Delitzscher Konzept nachahmen. Hier vor Ort gehe dieses unter der neuen Tiergartenleitung perfekt auf, lobt Hans-Dieter Hohmann, ergänzt werde es jetzt noch durch Events wie Kino und Theater sowie spezielle Familienangebote. „Noch dazu sind unsere Spielplätze frei von Vandalismus“, schätzt sich Tiergartenchefin Julia Gottschlich glücklich. Die öffentlich zugänglichen Areale in der Stadt sind dagegen immer wieder Zielscheibe.

Von Christine Jacob

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