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Delitzsch Delitzscher Tiergarten hat sich zum Vogelparadies gemausert
Region Delitzsch Delitzscher Tiergarten hat sich zum Vogelparadies gemausert
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16:26 16.02.2018
Lachender Hans, Kronenkranich, Pfau, Papageien und spezielle Hühnerarten – der Tiergarten Delitzsch hat eine Menge zu bieten. Quelle: Wolfgang Sens
DELITZSCH

Es tschilpt und flattert an fast jeder Ecke des Tiergartens Delitzsch. Der hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem Paradies für Gefiederte entwickelt. 19 Vogelarten von speziellen Hühnern über exotische Enten bis zu seltenen Eisvogel-Arten sind inzwischen im Tiergarten beheimatet und das Pflegerteam hat einige Erfolge vorzuweisen.

Rund vier Hektar groß ist das gesamte Areal, exotische und heimische Tiere in mehr als 60 Arten leben dort. Der Tiergarten ist zwischen Anubispavian und Zebra im ständigen Wandel begriffen, vor allem bei den Vögeln aber konnte zuletzt noch zugelegt werden – auch, was das internationale und nationale Renommee betrifft. Am Lober gezüchtete und beheimatete Tiere wie die Zwergflamingos sind gefragt bei anderen Zoos. Und der Tiergarten engagiert sich bei etlichen Arten immer weiter für deren Erhaltung. So kam in diesem Sommer der Soldatenara hinzu. Die Population in freier Wildbahn ist stark rückläufig, mit seinem Zuchtpärchen in Delitzsch wird dagegen gearbeitet und auf baldigen Nachwuchs gehofft. Gelungen ist das in diesem Jahr bereits bei Kronenkranich und dem Lachenden Hans. Nach einem ersten erfolglosen Brutversuch gelang es doch noch ein Küken der seltenen Eisvogelart gesund zum Schlüpfen zu bringen. Inzwischen ist das Hänschen ein stattlicher Teenager.

Zuchterfolg beim Kronenkranich

Der inzwischen nicht mehr so kleine Kronenkranich, der im Juli im Tiergarten Delitzsch schlüpfte, wächst und gedeiht weiterhin prächtig. Er ist fast so groß wie seine rund einen Meter hohen Eltern und soll an den Zoo in Leipzig abgegeben werden. Dabei ist es bei in Gefangenschaft lebenden Tieren grundsätzlich gar nicht so einfach, dass sie sich fortpflanzen. „Die Chemie muss stimmen zwischen den Tieren“, sagt Zoochefin Julia Gottschlich, „zudem muss auf die äußeren Bedingungen geachtet werden.“ Zusammen mit den Mitarbeitern wurden die Gehege und Volieren gesichtet und optimiert. Zudem wurden manche Tiere weggegeben und gegen welche von anderen Zoos getauscht, damit die genetische Vielfalt und damit gesunde Zucht gelingt. Bei den Delitzscher Pflegern könne sie auf hohes Engagement in Sachen „Kinderstube“ bauen, sagt Julia Gottschlich. Sie haben einiges getan, dass es mit dem Nachwuchs klappt: Damit es zum Beispiel überhaupt zur Eiablage bei den Kronenkranichen kam, hatten die Mitarbeiter reichlich geeignetes Nistmaterial zur Verfügung gestellt und die Fenster im Stall wurden abgedeckt, damit die Vögel ihre Ruhe hatten. Auch beim Lachenden Hans wurde penibel auf Ruhe geachtet.

Die Gruppe von Zwergflamingos im Delitzscher Tiergarten ist heiß umworben von anderen Einrichtungen. Quelle: Wolfgang Sens

Ein weiteres Plus der Einrichtung ist, dass Tiergartenleiterin Julia Gottschlich selbst Vogelkundlerin ist. Nach dem Abitur ging sie nach Neuseeland und arbeitete dort für das Naturschutzministerium als Ranger. Es folgte ein Zoologiestudium an der Otago Universität, dann das Masterstudium in den Niederlanden. Ihre erfolgreiche Studienarbeit über die Paarbindung von Mönchsgeiern ermöglichte Julia Gottschlich den Einstieg in die Zoowelt und damit in die zoologische Leitung des Weltvogelparks Walsrode, wo sie bis zu ihrem Wechsel nach Delitzsch 2013 arbeitete. „Die Walsroder Erfahrungen und die der Tierpfleger schlagen natürlich zu Buche. Es ist aber nicht unsere Intention, einen Vogelpark aus dem Tiergarten zu machen“, betont sie. Baulich soll über den Förderverein in den kommenden Jahren die Fasanerie, derzeit fast noch im Urzustand der Tiergarten-Entstehung 1968, erneuert werden. Bessere Bedingungen dürften dann wieder Bruterfolge mit sich bringen.

Von Delitzsch zurück in die Freiheit

Das Stichwort „Erfolg“ gilt auch für die Auffangstation in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde. Dort werden Fund-Wildvögel aufgepäppelt. „Das ist unser Beitrag zur heimischen Fauna“, sagt Julia Gottschlich. Über 50 Vögel wurden allein in diesem Jahr schon ausgewildert.

Von Christine Jacob

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