Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzscher Tierheim vermittelt monatlich 20 Schützlinge
Region Delitzsch Delitzscher Tierheim vermittelt monatlich 20 Schützlinge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 09.11.2017
Niedliche Katzen wie diese drei halten aktuell die Tierpfleger wie Maik Hasert ganz schön auf Trab. Quelle: Wolfgang Sens
Laue

Die Kleinen sind an sich ja ganz süß, aber sie werden leider auch schnell zur Plage: Katzenwelpen sind aktuell der große Sorgenkind-Komplex der Tierheime. Geboren meist im September oder Oktober werden die kleinen Kitten jetzt in freier Wildbahn von so manch besorgtem Bürger aufgesammelt und ins Tierheim gebracht, wo man dann vor großen Herausforderungen steht.

Katzenwelpen sind Sorgenkinder

„Zirka 25 Kitten haben wir derzeit, es ist aber ein ständiges Kommen und Gehen“, berichtet Simone Ewald, Leiterin des Tierheims im Delitzscher Ortsteil Laue. Die Quarantäne-Station ist gefüllt mit den kleinen Katzen, auch die drei Pflegestellen sind ausgelastet. Der Vermittlungsdruck ist groß. Wie aber kommt solch ein Tier wieder oder überhaupt in ein Heim außerhalb des Tierheims?

Vermittlung ist kein Schnellschuss

Im besten Falle sind die Tiere gechipt, dann kann über eine Art elektronische Halterabfrage bei Services wie dem Haustierregister Findefix geklärt werden, ob das Tier einen Besitzer hat, an den es zurück gegeben werden kann. Bei den oft wilden Katzenwelpen ist das natürlich nicht der Fall. Also beginnt die Tippeltappel-Tour eines jeden Fundtiers. Es werden Fotos gemacht, die Grunduntersuchungen zu Alter und Geschlecht übernimmt das Personal im Tierheim. „Wir stellen die Tiere schnell online, um die Halter zu finden“, schildert Simone Ewald. Das Netzwerk Facebook hat sich als Erfolgsplattform erwiesen. Meist dauert es nur ein paar Stunden und der Besitzer meldet sich und ein entlaufener Schützling kehrt zurück. Die Behauptung, ein Tier zu vermissen, reicht nicht – es müssen Nachweise gebracht werden, dass es wirklich das eigene Kätzchen ist.

Vermittlung im Tierheim

Die Vermittlung von um die 20 Schützlingen und oft mehr monatlich gelingt im Tierheim im Delitzscher Ortsteil Laue. Im November werden voraussichtlich 30 Tiere vermittelt werden können. Da aber ständig neue Tiere abgegeben werden oder Fundtiere auftauchen, leben dennoch weiterhin etwa 30 Hunde, knapp 70 Katzen, 3 Kaninchen und neuerdings auch 2 Vögel im Tierheim. Hinzu kommt, dass die Tierschützer seit 1. Juli und dem erneuten Fundtier-Vertrag mit der Stadt Delitzsch auch ungefährliche Exoten wie Schildkröten aufnehmen. Gerade einmal acht Katzen und ein Hund leben schon mehrere Jahre im Heim, die Vermittlung ist aus verschiedenen Gründen erschwert – bei Hunden muss unter anderem auf rassebedingte Bedürfnisse wie extra viel Auslauf geachtet werden. In der Vermittlung sind aber nicht nur junge Tiere gefragt, kürzlich gelang zudem die Vermittlung eines dreibeinigen Katers. Wer sich für ein Tier entscheidet, muss zudem eine Schutzgebühr zahlen.

Klappt das alles nicht, müssen die Tiere so wie jetzt viele kleine Katzen länger bleiben und weiter die Quarantäne hüten, Gesundheitschecks mitmachen und auf neue Besitzer hoffen. „Die Tiere werden grundsätzlich gechipt und kastriert“, betont die Tierheimleiterin. Die alljährliche Katzenschwemme, die Kassen unnötig strapaziert, wäre am besten zu verhindern, wenn sich alle Katzenhalter daran halten würden. Die Tierschützer selbst führen häufig Kastrationsaktionen durch und verhindern so, dass sich wilde Katzen auf Flächen von Industriebrachen und an anderen verlassenen Orten weiterhin unkontrolliert vermehren und dann wiederum die Tierheime eines Tages überquellen vor lauter Samtpfoten. Nicht nur aus diesem Grund bemüht man sich in Laue stets um eine zeitnahe Vermittlung der Tiere – zehn sind es bereits im laufenden Monat –, auch dabei spielt das soziale Netzwerk Facebook eine große Rolle.

Bestand bleibt dennoch konstant

Virtuelle Eindrücke allein zählen nicht. Samstags ist Vermittlungstag. Wer eine Katze haben möchte, kann sich im Tierheim umschauen. Mit einem „Die will ich“ ist es nicht getan. Vorgespräche und Selbstauskünfte sind die Regel und nur, wer das liefert, gilt auch als echter Interessent. Wer einen Hund haben will, absolviert noch mehrere Spaziergänge und Testtage, macht eine Vorkontrolle der Haltung mit. Alle Details sind auf der Homepage des Heims unter www.tierheim-laue.de zu finden. Ist ein Tier vermittelt, gibt es später noch Nachkontrollen. „In der Regel sind Tiere nur zwei bis drei Monate bei uns“, ist Simone Ewald auf die gute Vermittlungsquote stolz, „nur wenn wir viele Tiere vermitteln, haben wir auch die Kapazitäten zum Beispiel für so viele Katzenwelpen im Herbst.“

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bereits bevor Rackwitz sich eine Haushaltssperre verordnen musste, weil fehlende Gewerbesteuern ein Loch in die Gemeindekasse rissen, verkaufte die Gemeinde Wohnungen aus ihrem Besitz. Gemäß Ihres Vermarktungskonzepts. Das brachte regelmäßig Einnahmen. Damit ist nun Schluss.

09.11.2017

Im Delitzscher Barockschloss wird eine weitere barocke Tür restauriert. Sie befindet sich im Foyer des Schlosses und führt zum Standesamt. Unter den sechs bis sieben Farbschichten wird eine barocke Bemalung vermutet, die wieder ans Tageslicht befördert werden soll.

09.11.2017

Die DDR-Mopeds der sogenannten Vogelserie haben es den Männern aus Wiedemar angetan. Die Two-Stroke Monkeys wollen Schwalbe und Co erhalten, indem sie sie originalgetreu restaurieren und wieder fahrbereit machen. Sie stecken viel Leidenschaft in ihr Hobby, auch so mancher Euro wird dafür verwendet.

11.11.2017