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Delitzscher Unternehmen gehen gern ins Netz

Internetpräsenz Delitzscher Unternehmen gehen gern ins Netz

Es werden Fans und Freunde gesammelt, Infos ausgetauscht, aber auch Kommentare eingesteckt wie Schläge im Boxring. Die Delitzscher Unternehmen gehen trotzdem gerne ins Netz der sozialen Netzwerke. So mancher hat aber Zweifel, ob das denn für jede Firma wirklich sein muss.

In sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, tun sich immer mehr Delitzscher um.

Quelle: dpa-Zentralbild

DELITZSCH. Daumen hoch. Und manchmal auch am Kopf gekratzt. Immer mehr Delitzscher Unternehmen, Einzelhändler und Verbände entdecken die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, für sich. Doch es gibt auch Grenzen und Bedenken.

Erst seit dem Sommer bei Facebook vertreten ist der Regionalbauernverband „Hermann Schulze-Delitzsch“ Delitzsch. Die Resonanz fällt noch verhalten aus, knapp über 70 Fans sind bislang zusammen gekommen. Aber die Bauern sind überzeugt vom Auftritt im immer noch bekanntesten und beliebtesten Netzwerk. „Wir haben uns für den Facebook-Auftritt entschieden, um mit der Zeit zu gehen und junge Leute zu erreichen“, sagt Geschäftsführerin Christine Richter. Dabei, gibt sie zu, habe es anfangs schon Zweifel gegeben, ob sich die Bauern damit nicht auch negativen Kommentaren und Vorgehen von Organisationen kontra der konventionellen Landwirtschaft aussetzen würden. Shitstorms und Co. blieben aber aus.

Shitstorms kann man vermeiden

Die versucht das Team der Theaterakademie Sachsen zum Beispiel zu verhindern, indem Dinge gepostet werden, die nicht automatisch zu politischen Diskussionen und damit hitzigen Debatten führen, wie Pressesprecherin Maria Schüritz erklärt.

Ganz neu bei Facebook und erst vor gut einem Monat eingestiegen ist die Buchhandlung Engler. Passiert ist das Ganze auf Hinweis und Anregung der Kunden. „Man kann sich dem ganzen Thema nicht verschließen“, ist Buchhändler Ingolf Engler überzeugt. Wie man eine Seite erstellt und diese pflegt, das hat er sich selbst beigebracht, sein Sohn hat geholfen, die Seite publik zu machen – mehr als 280 Fans folgen ihr inzwischen. „Ich bin noch nicht ganz zufrieden“, sagt Ingolf Engler. Die Arbeit sei unheimlich zeitintensiv – und für alle, ob Macher oder Nutzer, müsse ja auch noch Zeit zum Lesen von Druckerzeugnissen bleiben.

Delitzscher Stadtverwaltung ganz vorn

In Sachen Netzwerke ist die Delitzscher Stadtverwaltung einer der Vorreiter, unterhält auch Auftritte für Barockschloss und Tiergarten. Meist fallen die Erfahrungen positiv aus, wenn auch gerade Facebook viel Arbeit bedeutet. Tausende Fans folgen den Seiten – beim Tiergarten sind es rund 1500, beim Barockschloss knapp 1000 und für die Stadtverwaltung insgesamt fast 3000. Meist ist die Resonanz gut, Shitstorms bleiben aus.

Auch eher weniger negative Erfahrungen hat man bei den Stadtwerken Delitzsch gemacht. Seit Juni 2013 ist das Unternehmen bei Facebook aktiv, zählt aktuell aber nicht mal 200 Fans. Es geht mit dem Auftritt darum, dass junge Klientel zu gewinnen und zu informieren. Und die Resonanz, so Vertriebsleiter Mario Schwan, ist überwiegend positiv.

WGD verzichtet bewusst

Bewusst dagegen entschieden hat man sich bei der Wohnungsgesellschaft der Stadt Delitzsch (WGD). „Für uns ist das aktuell kein Kommunikationsweg“, erklärt WGD-Geschäftsführer André Planer. Noch steht das Thema soziale Netzwerke nicht auf der Agenda der WGD. Hintergrund dabei ist auch, dass in der Mieterbefragung nur eine geringe Resonanz darauf kam, die Mieter über Facebook zu informieren. Die WGD-Kunden hätten in der Befragung für klassische Wege der Kommunikation wie die Zeitschrift der WGD und die Aushänge in den Hausfluren plädiert.

Von Christine Jacob

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