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Delitzscher Unternehmen profitieren von Soldaten

Wirtschaftsfaktor Bundeswehr Delitzscher Unternehmen profitieren von Soldaten

Die Unteroffizierschule des Heeres (USH) ist Arbeitgeber für 475 Bundeswehrangehörige. Mehr als 1000 Lehrgangsteilnehmer, künftige Feldwebel, werden jedes Quartal ausgebildet. Sie sorgen für reichlich Umsatz in der Region.

Mehr als 110 Millionen Euro sind bisher in die Kaserne geflossen und der Bauboom hält dort weiter an.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Die Loberstadt Delitzsch ist Garnisonsstadt. „Bis ins 17. Jahrhundert reicht diese Geschichte zurück“, erwähnt Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) gern und oft, vor allem dann, wenn es darum geht, die Rolle der Unteroffizierschule des Heeres (USH), die in der Feldwebel-Boldt-Kaserne ihre Quartier hat, hervorzuheben. Mindestens genauso oft spricht er über den Wirtschaftsfaktor Bundeswehr, von dem die Stadt und die Umgebung profitieren. Die LVZ ging der Frage nach, wie konkret lässt sich diese wirtschaftliche Kraft tatsächlich in Zahlen fassen.

Die Schule ist die einzige im gesamten Bundesgebiet, die künftige Feldwebel für das Heer ausbildet. Sie absolvieren in der Kaserne und im Gelände jeweils eine zehnwöchige allgemeinmilitärische und sprachliche Ausbildung. Derzeit sind es etwa 1000 Lehrgangsteilnehmer, bald werden es gut 1300 sein, die für ein Quartal in die Kaserne ziehen. Gibt jeder Soldaten in jeder Woche nur zehn Euro in einem Geschäft oder in einer Gaststätte in Delitzsch oder der näheren Umgebung aus, so sind das im Quartal 100 000 Euro Umsatz, im Jahr entsprechend das vierfache.

Die Unteroffizierschule in Delitzsch ist deutschlandweit die einzige, die künftige Feldwebel ausbildet

Die Unteroffizierschule in Delitzsch ist deutschlandweit die einzige, die künftige Feldwebel ausbildet.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Eine beeindruckende Summe. Zumal es meist nicht beim Einkauf und Essen bleibt. Wohlgemerkt handelt es sich dabei nur um Lehrgangsteilnehmer. Die USH ist zugleich Arbeitgeber für 475 Bundeswehrangehörige, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen auf Anfrage mitteilte. „Davon sind 445 militärisches Personal und 30 zivile Mitarbeiter.“

Die Truppenküche der Kaserne versorgt laut Informationen des Presse- und Informationszentrums, rund 6250 Personen im Monat. Dafür wurden vom 1. Februar 2015 bis zum 31. Januar 2016 Waren im Wert von rund 280 000 Euro verarbeitet. „Für etwa 130 000 Euro beschaffte das Verpflegungsamt der Bundeswehr diese Nahrungsmittel in der Region“, teilte der Pressesprecher mit. Die restliche Summe wurde regional ausgegeben. Ein Viertel der Gesamtbelieferungen der Kaserne übernehmen einheimische Lieferanten.

Damit diese militärische Bildungseinrichtung rein funktionell auch ihre Aufgabe erfüllen kann, wird sie bewacht (Kosten 449 000 Euro), mit Büromaterial beliefert (48 000 Euro), die Gebäude gereinigt (348 000 Euro) und die Fahrzeuge unterhalten (100 000 Euro). Für die Gebäude, die sich in der Kaserne befinden, kamen 2015 Unterhaltskosten in Höhe von 297 000 Euro zusammen. Für den Unterhalt der Standortschießanlage mussten nochmals 79 000 Euro aufgewendet werden.

110 Millionen Euro wurden bisher in die Kaserne investiert

110 Millionen Euro wurden bisher in die Kaserne investiert.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Bis zum Jahr 2015 wurden etwa 110 Millionen Euro in den Standort der Kaserne investiert. 2015 allein waren es 6,5 Millionen Euro. Das Geld floss unter anderem in die Fertigstellung eines neuen Unterkunftsgebäudes, in die Sanierung von Fußböden und in die Unterhaltung von insgesamt 16 Gebäuden und Außenanlagen.

Davon gingen 95 Prozent der Aufträge an Unternehmen der neuen Bundesländer, davon wiederum 85 an regionale Handwerker und Firmen. „Damit sich auch kleinere Unternehmen an den öffentlichen Ausschreibungen beteiligen können, wurden sie teils in Lose aufgeteilt“, sagte ein Sprecher.

Für dieses Jahr sind weitere Investitionen geplant. Sie werden sich etwa auf vier Millionen Euro belaufen. Mit der Zentralisierung der Schule allein auf den Delitzscher Standort werden mehr Unterrichtsmöglichkeiten gebraucht, die derzeitigen Kapazitäten reichen nicht mehr aus. Eines der zwei bereits vorhandenen Lehrsaalgebäude muss erweitert werden. Zudem wird ein neuer Sportplatz benötigt. Letztlich wird auch noch Geld für die Sanierung der Zufahrtsstraße zur Kaserne gebraucht.

Von Ditmar Wohlgemuth

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