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Delitzsch Delitzscher Unternehmen sorgen sich um Gesundheit ihrer Mitarbeiter
Region Delitzsch Delitzscher Unternehmen sorgen sich um Gesundheit ihrer Mitarbeiter
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00:25 30.12.2015
René Hennig und Michael Thomas trainieren in der Pause. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Wer gesunde Mitarbeiter haben will, der muss etwas für sie tun. Dessen sind sich die Delitzscher Unternehmen längst bewusst und wollen den Arbeitsalltag weg vom starren Bürojob auflockern. Ob nun Massagetherapie frei Haus oder unternehmerfinanzierte Zeit im Fitness-Studio – die Firmen engagieren sich. Bei Auto-Webel setzt man in Form von Crosstrainer und Freihantel eins obendrauf und lässt die Fahrer im Haus schwitzen.

In die Gesundheit der Mitarbeiter will die Auto Webel GmbH langfristig investieren und bietet seit ein paar Wochen ein kleines Fitness-Center direkt auf dem Betriebshof in der Halleschen Straße. Jeder Mitarbeiter kann sich frei und jederzeit dort betätigen, auch am Wochenende die Räume nutzen. „Berufskraftfahrer sind einer nicht unerheblichen körperlichen Belastung ausgesetzt“, erklärt Geschäftsführer Christian Webel den Hintergrund, „unser Ziel sind natürlich gesunde Kollegen.“ Hier wie auch in etlichen anderen Berufsgruppen wird viel, oft zu viel gesessen und zu wenig für die Muskeln vor allem am Rücken getan. Zudem müssen Busfahrer auch schwer heben, beispielsweise Gepäck oder Einstiegshilfen. Dass Busfahrer nun einmal hinterm Lenker sitzen, ist und bleibt logischerweise Berufsalltag – doch den lockert Webel bewusst mit diesem Angebot auf und hat sich gegen Gutscheine für Studios entschieden, wie es in manch anderen Firmen praktiziert wird. Speziell die 37 Busfahrer sollen ihre Dienstunterbrechungen nutzen können, um sich sportlich zu betätigen. Nicht selten entstehen zwischen den Fahrten längere Pausen, die nicht dazu lohnen, nach Hause zu fahren, die man aber wenigstens effektiv nutzen kann.

Den insgesamt 50 Mitarbeitern will das Unternehmen mit dem Studio direkt vor Ort ein attraktives Angebot schaffen, das auf Muskelaufbau und -erhalt ausgelegt ist. Insgesamt sieben Geräte gibt es in den zwei Räumen, sie reichen von der Kraftstation bis zur Hantelbank – an den Geräten können alle wichtigen Muskelgruppen trainiert werden. Dazu kommen Kardiogeräte, die noch von einem Crosstrainer ergänzt werden sollen, Freihanteln und Gymnastikmatten. Etwa 3700 Euro hat das Unternehmen investiert. Seit Ende November stehen die Räume offen, zwei Drittel der Beschäftigten hätten bereits Interesse angemeldet und viele Fahrer trainieren bereits, zieht Christian Webel nach den ersten Wochen positive Bilanz.

Gute Resonanz erntete auch Ralf Krippner vom IT-Systemhaus Prosoft Krippner. Der Arbeitgeber räumt seinen 15 Mitarbeitern am Standort Delitzsch die Möglichkeit ein, Kurse im Sportstudio Schweiger für sie zu finanzieren, um zum Beispiel den Rücken zu stärken. Gerade der bereite ja bei meist sitzenden Tätigkeiten die größten Probleme. Vorsorge ist aus Unternehmersicht besser als Nachsorge oder der im schlimmsten Falle lange krangeschriebene Mitarbeiter. „Die Leute tun was für sich, der Arbeitgeber bezahlt“, so Ralf Krippner. Seit zwei Jahren wird im Haus diese Form der Lohnumwandlung angeboten und schon ein paar der Mitarbeiter hätten sie genutzt.

Auch in einigen anderen Delitzscher Unternehmen wird vorsorglich für die Gesundheit der Mitarbeiter gearbeitet. So kommen weitere Firmen für Studiokosten auf, wenn die Mitarbeiter extern Kurse besuchen. Bei den Stadtwerken zum Beispiel wird im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge einmal monatlich eine Massage finanziert. Dazu kommt die Therapeutin sogar ins Haus. Die Zeit gilt nicht als Arbeitszeit und muss dementsprechend rausgearbeitet werden.

Von Christine Jacob

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