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Delitzsch Delitzscher Unterwäsche-Geschäft Wehling hat 25-jähriges Bestehen
Region Delitzsch Delitzscher Unterwäsche-Geschäft Wehling hat 25-jähriges Bestehen
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16:48 18.02.2016
Drei Generationen im Dienste der Kunden (von links): Monika Wehling, Renate Noack mit Enkel Hannes, Sandy Meyer, Anita Wehling. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Wer dieser Tage in der Eilenburger Straße 12 zur Tür hereinkommt, dem leuchtet schon von Weitem der goldene Lorbeerkranz entgegen. Denn das Miederwaren- und Wäsche-Geschäft der Familie Wehling feiert 25-jähriges Bestehen – ein Vierteljahrhundert, von Höhen und Tiefen zugleich geprägt. Noch bis zum 29. Februar gibt es als Dankeschön eine Rabattaktion für die Kunden. Und nicht nur der Laden hat Jubiläum. Auch die Inhaberinnen Monika (75) und Anita Wehling (50) feiern dieses Jahr runde Geburtstage.

Am 10. Februar 1991 eröffnete Gründerin Monika Wehling die Boutique für Dessous und Damenstrümpfe. Ein Schicksalsschlag hatte den Weg gebahnt: Ihr und Tochter Anita war im Juli 1990 vom Ziehwerk Delitzsch in der Eilenburger Chaussee gekündigt worden. Betriebsbedingt. Beide waren plötzlich arbeitslos. Durch Zufall entdeckte die damals 49-jährige Mutter dann die Ausschreibung im Lokalteil der Leipziger Volkszeitung. Die Treuhand hatte die Verkaufsstätte der Handelsorganisation (HO) in der Eilenburger Straße aufgelöst und suchte einen neuen, privaten Betreiber. 89 Bewerbungen gingen ein. Auch die von Monika Wehling.

„Ich war voller Energie“, erinnert sie sich. Die wildesten Pläne spukten ihr im Kopf, um die Familie finanziell über Wasser zu halten. Die gelernte Köchin hatte sogar vor, im Sommer an der Ostsee und im Winter im Gebirge zu arbeiten. Nur ihr Vorhaben, periodenweise zur See zu kochen, musste sie sich aus dem Kopf schlagen, denn dort wurden nur männliche Köche angeheuert.

So kam der tatkräftigen Frau die Ausschreibung gerade recht. Sie setzte alles auf eine Karte: Gemeinsam mit der Volksbank Delitzsch arbeitete sie ein Unternehmenskonzept aus, mit dem sie bei der Treuhand punktete. Während viele ihrer Mitbewerber kühne Vorstellungen hatten und den Laden radikal ummodeln wollten, beschränkte sich Monika Wehling auf die Fortführung des HO-Warensortiments der Miederwaren. Das schätzten die bisherigen Kundinnen sehr. Wie gewohnt, konnten sie in dem Geschäft nach Stützstrümpfen, Dessous und Unterwäsche stöbern. Auch die drei bisherigen Mitarbeiterinnen durften bleiben.

So hatte Monika Wehling von Anfang an keine Umsatz-Probleme. Die Familienfirma expandierte bis 1998 sogar. Vier Filialen gab es: in der Eilenburger Straße 12 und 38, am Unteren Bahnhof und in der Bitterfelder Innenstadt. Zu Bestzeiten beschäftigte Monika Wehling 13 Frauen. Jeden Tag pendelte die Neuunternehmerin von Filiale zu Filiale, um nach dem Rechten zu sehen, Warenbestände zu besprechen und neue Teile abzuliefern.

1998 musste dringend ins Haupthaus in der Eilenburger Straße investiert werden. Das Gebäude, das seit 1550 unterschiedliche Unternehmen wie Schmiedemeister, Fleischer und Schuhmacher beherbergte, war marode geworden. Es liefen Abriss- und Neubauarbeiten. Infolge der Wiedereröffnung gab Monika Wehling die anderen Filialen auf.

Die Stammkundschaft blieb. Auch heute finden Kunden vor Ort eine vielfältige Auswahl. Kinder und Herren sind ebenso mit einer Ecke bedacht sowie farbenfrohe Bademode und Bademäntel. Auch Spezialbedarf, wie Prothesen-BHs, findet sich. Wert gelegt werde auf persönliche Kundengespräche durch geschultes Fachpersonal. Die Mitarbeiterinnen sehen auf einen Blick, welche Modelle am besten in Frage kommen, haben Tipps parat. Obwohl die Branche von schnelllebigen Trends und dem Internet beherrscht wird, ist das Delitzscher Miederwaren- und Wäschegeschäft der Wehlings nicht aus der Mode gekommen. Wenn es nach Monika Wehling geht, kann das so bleiben. 2005 wurde ihre Tochter Inhaberin. Nun heißt das Geschäft Anita Monika Wehling. Und seit fünf Jahren arbeitet Enkelin Sandy Meyer nach ihrer Einzelhandelskauffrau-Lehre ebenfalls mit. Die dritte Generation ist also am Start.

Von Melanie Steitz

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