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Delitzsch Delitzscher Verein RID feiert Abschied
Region Delitzsch Delitzscher Verein RID feiert Abschied
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18:53 09.10.2016
Gut besucht war das Fest. Vom Aus der RID sind auch Händler wie Octavia Wendler (rechts) betroffen. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Sie hatten noch einmal alles aufgefahren und organisiert, wofür man sie kannte und schätzte. Kleine Marktstände, Speis und Trank, eine kleine Apfelausstellung, den Pomologen zur Sortenbestimmung, die mobile Saftpresse „Saft für alle“. Die Vereinsmitglieder und Mitarbeiter der Regionalen Initiative Delitzsch (RID) luden am Samstag zum nunmehr fünften Apfel- und Kürbisfest auf dem Gelände der Alten Stadtgärtnerei. Es wird wohl das letzte Fest der Initiative gewesen sein. Und nicht nur, weil das Gelände zum Bauland für den wachsenden Eigenheimstandort Delitzsch wird.

Es bleibt dabei, bestätigte RID-Vizevorsitzende Daniela May: Am Mittwoch wird die außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden, auf der über die Auflösung des Vereins beschlossen werden soll. Es müsste schon ein Wunder passieren, das Ende abzuwehren. Der Kultur- und Bildungsverein steckt in finanziellen Schwierigkeiten, weil geförderte Maßnahmen weggebrochen und tragfähige Konzepte derzeit nicht gegeben sind. Die großen Einnahmequellen sind weggebrochen und die Rezertifizierung wäre nächstes Jahr auch zu stemmen – aber fraglich, wie das gelingen sollte. Die Auflösung ist die einzig logische Konsequenz, der Verein zieht die Notbremse. „Am 15. November läuft die letzte Maßnahme aus“, so Daniela May. Wenn der Verein am Mittwoch die Auflösung beschließt, würde zum 1. Januar die einjährige Liquidationsphase beginnen. 13 Menschen werden ihren Job verlieren.

Delitzscher geben Zuspruch

Kraft und Trost mag der Zuspruch gegeben haben, den viele Delitzscher dem RID-Fest am Samstag zukommen ließen. „Tja, wenn Engel feiern“, strahlte Daniela May rauf zum noch regenfreien Himmel und dankte einem gnädigen Wettergott. „Es ist schade und traurig“, sagt Schmuckdesignerin Octavia Wendler. Seit sechs Jahren arbeitet sie bei Märkten und Festen eng mit der RID zusammen, war regelmäßig bei Veranstaltungen des Vereins mit ihrer Produktpalette vertreten. Ihr tut es wie so vielen Delitzschern um die Mitarbeiter leid, die vor 13 Jahren mit der Maßgabe antraten, eine Initiative für Delitzsch zu bilden. Zudem müsse man bedenken, dass mit der RID ein Partner für kleine Händler wie sie und die Präsentationsmöglichkeiten verschwinden. Das Team habe in der Vergangenheit eine Menge geleistet. Und es sei um Aktionen wie das Spielzeugland oder die Bücherwand schade, betonten auch andere Festbesucher.

Zeitweise regnete es am Samstag doch noch auf das Fest hinunter. Mag sein, dass der Wettergott damit auch noch sein Bedauern ausdrücken wollte.

Von Christine Jacob

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