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Delitzsch Delitzscher Wallgraben soll entschlammt und neu abgedichtet werden – Finanzierung offen
Region Delitzsch Delitzscher Wallgraben soll entschlammt und neu abgedichtet werden – Finanzierung offen
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00:20 05.08.2017
Der Wallgraben ist zu großen Teilen zugewachsen. Außerdem verliert er Wasser und ist verschlammt. Eine Sanierung wird angestrebt. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

Keine Frage, der Wallgraben in Delitzsch ist für Einheimische wie für Besucher ein beliebtes Fotomotiv und zählt als Teil der historischen Wehranlage zu den Wahrzeichen der Stadt. Doch seit Jahren leidet er. Auf dem Boden hat sich im Laufe der Zeit eine dicke Schicht organischer Sedimente abgelagert. Das Gewässer ist zu großen Teilen zugewachsen, und weil es Wasser verliere, bestünde die Gefahr, dass es biologisch kippt. Schlamm abtragen und den Graben neu abdichten könnte das verhindern. Daher ist seit mehreren Jahren eine Sanierung im Gespräch, bisher aber immer wieder an der Finanzierung beziehungsweise fehlender Fördermittel gescheitert. Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr vergeblich versucht hat, den jetzigen Zustand des Gewässers mit den Folgen des Braunkohleabbaus und der Lobersanierung in Zusammenhang zu bringen – der Bergbausanierer LMBV sieht jedoch keinen Bergbauschaden – unternimmt die Stadt nun einen erneuten Anlauf, die Sanierung in Gang zu bringen.

Kosten sollen berechnet werden

Das Ingenieurbüro Klemm & Hensen ist beauftragt worden, die Kosten für eine Sanierung zu berechnen, einen Entwurf zu erstellen und die damit verbundenen Genehmigungsverfahren zu planen. Daneben soll ein Bericht vorab Aufschluss über die mögliche Umweltverträglichkeit geben. Dafür hatte, wie berichtet, der Verwaltungs- und Finanzausschuss eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 49 300 Euro genehmigt. Diese Vorplanung soll nun bis Ende August erstellt sein. „Erst wenn diese vorliegt, können wir mit der Wasserbehörde über das notwendige Genehmigungsverfahren sprechen“, erklärt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) das Prozedere.

Denkmalschutz gegen Vertiefen

Nach erfolgter Variantenuntersuchung sei aber nun klar, dass bei der Sanierung die Schlammschicht entnommen und eine neue Abdichtung der Grabensohle vorgenommen werden soll. Die Variante, den Wallgraben nur zu vertiefen, sei verworfen worden, so der Bürgermeister weiter. Einerseits würden sich bei dieser Variante Probleme mit dem Grundwasser ergeben und andererseits legte der Denkmalschutz sein Veto ein, weil er um den Charakter des Wallgrabens als Teil der Wehranlage fürchtet.

Offen ist nach wie vor die Frage der Finanzierung. Erste Kostenschätzungen gehen von einen Finanzbedarf in Höhe von 1,5 bis 1,6 Millionen Euro aus. Aber erst, wenn klar ist, welches Verfahren angewendet wird, wisse man, welche Förderung möglich sei, sagt Schöne. Deshalb suche die Stadt nach geeigneten Förderprogrammen. Ziel ist es, in diesem Jahr zunächst Rechtssicherheit in den Genehmigungen herzustellen. Wann gebaut werden kann, dass ist noch offen. Wahrscheinlich werde dies dann aber in mehreren Abschnitten erfolgen.

Von Thomas Steingen

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