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Delitzsch Delitzscher Wasserturm-Hotel kommt einen Schritt weiter
Region Delitzsch Delitzscher Wasserturm-Hotel kommt einen Schritt weiter
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10:00 06.12.2018
Aktuell ist der Delitzscher Wasserturm kein Schmuckstück, aber das soll sich ändern. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Der Delitzscher Wasserturm soll die längste Zeit wie Aschenbrödel in der Landschaft gestanden haben: Das ehrgeizige Projekt Sanierung und Umnutzung des technischen Denkmals ist einen Schritt weiter: Der Bebauungsplan-Entwurf hat den Stadtrat passiert. Derzeit wirkt das Gelände entlang der Leipziger Straße wenig einladend. Die Pläne umso mehr: Nicht allein das seit Jahrzehnten bröckelnde aber stadtbildprägende Bauwerk wird erhalten, sondern es sollen auch Hotel und Beherbergungshaus, neues Spartenheim für die benachbarte Kleingartenanlage, Grün- und Gewerbeflächen sowie Parkplätze entstehen.

Gartenparzellen sind geräumt

Immvest Wolf ist seit einigen Monaten Eigentümer des Grundstücks, das sich als abgewinkelter Streifen entlang der Leipziger Straße und dann parallel zur Bahnstrecke bis zum Turm zieht. Die darauf stehenden Kleingärten, die teils zum Verein Sonneneck, teils zum Verein Am Wasserturm gehörten, waren zum Teil schon leer. Aber auch die noch genutzten sind mittlerweile geräumt worden. Die Pächter sollen leere Parzellen in den Gartenanlagen bekommen.

Investor Tarek Wolf will den Wasserturm in Delitzsch umnutzen und in ein Hotelprojekt integrieren. Quelle: Denta-Architekten

Wichtigstes Projekt im Immvest-Portfolio

„Das Wasserturmprojekt ist für uns sowie auch für Herrn Wolf eines der wichtigsten Projekte in unserem derzeitigen Portfolio“, erklärt Stefanie Zschintzsch von der ImmVest Wolf auf Nachfrage der LVZ. „Auch für die Stadt Delitzsch steht dieses Projekt an erster Stelle, sodass wir stets in allen Belangen unterstützt werden und sich die Zusammenarbeit als äußerst zielführend und erfolgreich gestaltet.“ Dabei ist das Portfolio der Firma, die ihren Sitz in Leipzig hat, an deren Spitze mit Tarik Wolf ein Delitzscher steht, umfangreich. Referenzen sind verschiedene Objekte in Leipziger Wohnlagen, aber auch die Ritterstraße 27 und die Badergasse 2 in Delitzsch.

Plan-Auslegung ab 17. Dezember

Noch besteht kein Baurecht. Denn nach der Befürwortung des Entwurfs, die jetzt im Stadtrat einstimmig erfolgte, wird der Bebauungsplan ab 17. Dezember noch einmal für einen Monat öffentlich zur Einsicht im Rathaus ausgelegt. Nach dem endgültigem Beschluss will ImmVest Wolf sofort mit der Umsetzung des Projektes beginnen. „Wir freuen uns sehr auf den Baubeginn und den Umbau des Wasserturms zu einem modernen und hochwertigen Boardinghouse. Nicht zuletzt, weil durch die Baumaßnahme und den geplanten Straßenumbau der Leipziger Straße samt der Bahn-Unterführung der Standort erheblich aufwertet wird“, erklärt Stefanie Zschintzsch.

Vandalismus und Beräumung

Derzeit ist teils Vandalismus an den inzwischen leerstehenden Lauben auf dem Gelände zu beobachten. Die Firma will aber in den nächsten Wochen Garten-Reste auf dem Gelände beräumen.

Einigung mit Kleingärtnern

In dem Bebauungsplan „Sondergebiet Am Wasserturm“, der sich direkt auf das Vorhaben bezieht, wird unter anderem bereits festgelegt, dass insgesamt 74 Bäume neu gepflanzt werden. Erhaltenswerte Exemplare werden geschützt. Eine Erfassung der dort lebenden wilden Tierarten ist inzwischen erfolgt. Mit den Kleingärtnern wurde sich vertraglich geeinigt. Mit der Ausweisung touristischer Flächen sollen auch wohnverträgliches Gewerbe gesichert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die in Delitzsch vorhandenen Potenziale werden ausgebaut.

Von Heike Liesaus

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