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Delitzsch Delitzscher Wehrleiter Dieter Franze gibt alle seine Ämter auf
Region Delitzsch Delitzscher Wehrleiter Dieter Franze gibt alle seine Ämter auf
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08:00 03.06.2017
Dieter Franze wird von den Kameraden vor allem für seine menschlichen Qualitäten geschätzt. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Ein Urgestein der Delitzscher Feuerwehr gibt seine Posten ab. Dieter Franze, seit 25 Jahren Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr, hört zum 1. Juli auf. Darüber hinaus gibt der heute 62-Jährige sein Amt als Gemeindewehrleiter und auch den Job als Sachgebietsleiter für Brandschutz in der Stadtverwaltung ab. „Ich habe für mich entschieden, Platz für einen Generationswechsel zu machen“, nennt Dieter Franze einen Hintergrund.

Delitzscher will mehr Zeit für die Familie

Doch es geht in Wirklichkeit um mehr. Die vielen Funktionen, die der Delitzscher inne hatte, brachten vor allem eins: Dienst fast rund um die Uhr, oft sieben Tage die Woche. Manchmal, erzählt er, habe ihn seine Frau mit einem verwunderten „Du schon hier?!“ empfangen, wenn er mal abends halb zehn daheim war – irgendeine Ausschusssitzung war ja meist zu besuchen und hinzu kam die Belastung, selbst noch ehrenamtlicher Kamerad zu sein und auch nachts auszurücken. „Wehrleiter ist ein schöner Titel“, sagt Dieter Franze, „an dem aber sehr viel dran hängt. Es ist ein Pulk an Verantwortung, den ich nun gerne weitergeben möchte.“ Es ist wohl nur menschlich, sich nach mehr als zwei Jahrzehnten so viel Stress mit über 60 nicht mehr antun zu wollen, wenn man(n) stattdessen mehr Zeit in die Familie mit bald schon zwei Enkeln und das Hobby Wandern investieren kann.

Kein leichter Job

„Dieter Franze hat sich mehr als einen Namen gemacht“, lobt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Der Feuerwehrmann stand der Delitzscher Wehr seit Weihnachten 1992 vor. Er selbst wuchs im Harz mit sechs Brüdern auf, ging wie die meisten von ihnen 1969 zur Feuerwehr, in Delitzsch ist er seit 1981 aktiv. Vor allem menschlich wurde und wird der ruhige, immer freundliche Mann von den Kameraden geschätzt – sie beschreiben ihn als einen, der immer ein offenes Ohr hat. „Man braucht Fingerspitzengefühl, man muss den Leuten zuhören können“, sagt Dieter Franze über den Posten des Chefs von aktuell insgesamt 220 aktiven Kameraden in all den Ortswehren zusammen.

Konsequenzen in der Feuerwehr

Dieter Franze hat die Feuerwehr jahrelang geprägt und nach der Wende zu einer Mannschaft mit moderner Technik aufgebaut. „Er hat eine der schlagkräftigsten Wehren im Landkreis aufgebaut“, betont Thorsten Schöne. Der Schritt, den er nun gehe, sei im höchsten Maße anerkennenswert.

Dieser Rücktritt von Dieter Franze hat weitere Konsequenzen: Mit seiner Entscheidung folgt Ende des Monats statt erst im Februar die Neuwahl der Delitzscher Wehrleitung, beide Stellvertreterposten sind damit vakant. Ende dieses Jahres findet dann regulär die Gemeindewehrleiter-Wahl statt. Zudem ist der Posten des Sachgebietsleiters neu zu besetzen. Dieter Franze wird bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Ende 2018 bei der Servicegesellschaft Delitzsch arbeiten. Nach der Neuwahl der Wehrleitung und der Amtsübergabe will er erstmal eine Weile Pause machen, bevor er als aktiver Kamerad zurückkehrt – als einer wie alle anderen knapp 50 Delitzscher Kameraden auch, ganz ohne die Markierung „Wehrleiter“ am Helm.

Von Christine Jacob

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