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Delitzsch Delitzscher Westschule: Vereine räumen das Feld für 400 Oberschüler
Region Delitzsch Delitzscher Westschule: Vereine räumen das Feld für 400 Oberschüler
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06:00 01.04.2016
Viel Arbeit fürs Umzugsunternehmen: Die Vereine räumen die alte Westschule in der Straße der Freundschaft. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch

In der Straße der Freundschaft geht eine Ära zu Ende. Zehn Jahre nach der Umwidmung der ausgedienten Westschule zum Vereinshaus räumen die Vereine das Feld. Die Stadtverwaltung hat die Mietverhältnisse zum 1. April aufgelöst. Die Radsportler von Germania, die Keramikwerkstatt, die Tanzgruppen der Volkssolidarität und die Regionale Initiative Delitzsch sind ab heute beziehungsweise ab Montag in neuen Objekten. Die Karnevalisten des DCV erhielten eine Nachfrist, dürfen noch bis Mitte des Monats bleiben. Danach wird der Plattenbau wieder das, was er mal war: eine Schule.

Sobald der DCV raus ist, wird das Haus umgestaltet. Trockenbauwände werden entfernt, um aus Büros wieder Klassenräume zu machen – an anderer Stelle werden Wände gesetzt, um zum Beispiel Lehrerzimmer zu schaffen. Auch Bodenleger und Maler bekommen zu tun, teilt die Stadtverwaltung mit. Außerdem werden unter anderem Hausalarm und Pausenklingel eingebaut und neue Elektroanschlüsse geschaffen. Alles Vorkehrungen, damit ab August rund 400 Oberschüler aus Delitzsch-Nord in dem Mehrgeschosser lernen können. Ihr Stammhaus am Kosebruchweg wird bis zum Frühjahr 2018 umfassend modernisiert und erweitert. Den 7,7 Millionen Euro schweren Baubeschluss hatte der Stadtrat gestern Abend auf dem Tisch.

Dass die alte Westschule als Interim aktiviert wird, wissen die Vereine seit dem Jahreswechsel. Ins verbreitete Verständnis für diese Entscheidung mischt sich Unbehagen. Immerhin wurde über die Jahre am Standort vieles in Eigenleistung ausgebaut. Der Umzug in Ersatzquartiere bedeutet einen Neuanfang. „Es gibt vieles, was wir nicht mitnehmen können, schon deshalb, weil wir an der neuen Adresse weniger Platz haben“, sagt Andreas Schlott, Vorsitzender der Regionalen Initiative Delitzsch (RID). Der Bildungsträger zieht ins historische Schulhaus in der Schulstraße 23. Für das Altstadt-Domizil musste eine neue Lehrküche angeschafft werden, außerdem war das RID-Team in den vergangenen Wochen mit Maler- und Trockenbauarbeiten beschäftigt.

Seit dieser Woche rollen die Transporter des Umzugsunternehmens: Zig Möbel, Geräte und Akten sind zu verfrachten. Der Zeitplan steht: Ab Montag kommen die Teilnehmer der laufenden Weiterbildungen erstmals in die Schulstraße. „Den Seminarbetrieb zu sichern, hat Priorität“, betont Schlott. Im Anschluss sollen auch das beliebte RID-Spielzeugland und die Bücherwand wieder öffentlich zugänglich sein. Als Bonbon wird gar ein historisches Klassenzimmer hergerichtet – mit Möbeln, die seit Jahrzehnten im alten Schulhaus lagern. Eine Notlösung, weil die RID einen Raum als temporäres Wahllokal zur Verfügung halten muss.

Für die Tänzer der Dance Crew war gestern letzter Übungstag in der Westschule. „Die Kurse werden uneingeschränkt fortgesetzt. Zunächst in unserem Haus am Wallgraben und in einem Mietobjekt. Im Sommer versuchen wir, eine längerfristige Lösung zu finden“, berichtet die Geschäftsführerin des Volkssolidarität-Kreisverbandes, Anke Thiedmann. Die Frauen der Keramikwerkstatt sind im Amselweg 1 untergekommen. Die Wohnungsgesellschaft bot ihnen ein leer stehendes Ladenlokal. Und konnte auch den Radsportlern mit Büroräumen in der Beerendorfer Straße 1 weiterhelfen.

Der DCV wurde nach diversen Absagen im Ex-Irima-Objekt in Benndorf fündig. Zunächst trainieren die Karnevalisten als Zwischenlösung nur in einem Nebenraum, später soll der Ex-Speisesaal bezogen werden. „Dieser Umzugsprozess ist für den Verein eine Herausforderung“, sagt DCV-Präsident Rüdiger Kleinke.

Von Kay Würker

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