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Delitzsch Delitzscher brauchen Regeln für Facebook
Region Delitzsch Delitzscher brauchen Regeln für Facebook
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09:43 22.03.2018
Für Delitzsch gibt es eine Handvoll Facebook-Gruppen und neue kommen immer wieder hinzu. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Wieder zu viele Lebensmittel gekauft? Die Sprösslinge im Garten wollen nicht gedeihen? Auf der Suche nach einem Gitarristen? Oder drückt sonst irgendwo der Schuh? Es gibt nichts, was der Delitzscher nicht im Internet-Netzwerk Facebook finden, thematisieren, liken oder nahezu tot diskutieren könnte. Dabei zeigt sich das soziale Netzwerk auch von seiner asozialen Seite.

Verrohung in größter Gruppe

Auszug der neuen Gruppenregeln vom 21. Januar. Quelle: privat

Größte und zwiespältigste Gruppe mit Delitzscher Bezug ist „Du bist ein echter Delitzscher wenn ...“ mit nun schon über 7000 Mitgliedern. Gegründet wurde sie im Frühjahr 2014, um schöne Erinnerungen zur Loberstadt auszutauschen und nette Stimmung zu haben. Das war einmal, die Anfangseuphorie ist längst dahin. „Es ist in den letzten Jahren zu einer Verrohung der Sprache und Themen gekommen“, bilanziert Maik Großhäuser.

Maik Großhäuser Quelle: privat

Der 46-jährige Ex-Delitzscher, der inzwischen in Salzburg lebt, ist einer von vier Administratoren. Bis zu 15 Stunden wöchentlich widmet er sich in seiner Freizeit neben Vollzeitjob, Familienleben mit vier Kindern und Engagement als Schiedsrichter beim Salzburger Fußballverband der Arbeit in Gruppen wie dieser. Immer mehr politisch motivierte „Meckerpolemik“ habe um sich gegriffen. Tatsächlich verging kaum ein Tag ohne teils aggressiv geführte Diskussionen und Beleidigungen, Personen des öffentlichen Lebens wie der Oberbürgermeister, aber auch Verwaltungsmitarbeiter oder andere wurden häufiger persönlich zur Rechenschaft gezogen. Oder Dinge wurden so lange kommentiert, bis sie sich fern des eigentlichen Themas befanden. Urheberrechte wurden meist genauso wenig beachtet wie Persönlichkeitsrechte, auch Aufrufe zur Selbstjustiz gab es.

Bei „Du bist ein echter Delitzscher“ wurde vieles übertrieben. Quelle: Wolfgang Sens

„Irgendwann hatte ich genug und habe die 10 goldenen Regeln ins Bewusstsein gebracht und eingestellt. Ohne Kommentarfunktion“, berichtet Maik Großhäuser. Jetzt heißt es unter anderem „Wer beleidigt, verbal verletzt oder zu Gewalt und Selbstjustiz aufruft, fliegt und wird gesperrt.“ „Es ist seither viel ruhiger geworden und es wird wieder diskutiert ohne zu drohen oder zu beleidigen“, schätzt der Salzburger nun ein, „freie Meinungsäußerung ja, aber ohne Verletzung sozialer und ethischer Grundrechte.“ Der Schritt habe der Gruppe gut getan, die Anzahl der aktiven Mitglieder habe sich wieder erhöht.

Neue Regeln helfen

Auch in einigen der von ihm gegründeten Gruppen hat der Ex-Delitzscher neue Regeln erstellt. Es zeigt sich aber auch, dass nicht jede Gruppe so negativ ausufern muss. Die „Schenkbörse Stadt Delitzsch und Umgebung.Das Original!“, „Das Original! Jobbörse für die Stadt Delitzsch und Umgebung.“ und die „Kleintierbörse Stadt und Landkreis Delitzsch“ laufen friedlicher, werden aber unterschiedlich gut angenommen. Während die Kleintierbörse nur etwas über 300 Mitglieder hat, zählt die Schenkbörse immerhin 1400. „Nach der anfänglichen Euphorie in der Schenkbörse waren sukzessive Veränderungen notwendig“, berichtet er. Zirka 15 bis 30 Schenkangebote aller Art gehen pro Woche online.

Gute Gruppen auch zu anderen Themen

Den gut gemeinten Gruppengeist haben zuletzt auch andere im Netzwerk beschworen. So gibt es seit Kurzem die Gruppe „Teilen statt wegwerfen! >Foodsharing Delitzsch<“, um Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu bewahren und die „MusikerEcke NordSachsen“. Und auch die seit gut einem Jahr bestehende Gruppe „Gärtnern in Delitzsch – pflanzen, tauschen, entdecken“ punktet mit Harmonie.

Von Christine Jacob

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