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Delitzsch Delitzscher fühlen sich durch Krach auf der Schiene gestört
Region Delitzsch Delitzscher fühlen sich durch Krach auf der Schiene gestört
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00:38 21.04.2018
Poeten- und Lindenweg liegen ausgerechnet in einem Gleisdreieck. Insgesamt frohlockt rund um den Oberen Bahnhof kaum jemand über Züge. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch/Döbernitz

Manchen stört nur das Geräusch der Bremsen. Andere haben die Ohren voll von diesem Zischen, das der ICE verursacht. Wieder andere rollen die Augen über rumpelnde Güterzüge. Oder die Warnsignale der Züge, wenn sie auf die Verbindungskurve fahren. Die Delitzscher sind immer genervter vom Schienenverkehr. Und ziemlich aktiv in Sachen Lärmaktionsplan Schiene.

Rund 40 Wortmeldungen der über 90 aus Delitzsch zur Befragung des Eisenbahn-Bundesamtes kommen aus dem Bereich um den Oberen Bahnhof sowie aus dem Ortsteil Döbernitz. Speziell rund um die Körnerstraße und den Poetenweg in Delitzsch sorgen sich die Anwohner um die prognostizierte weitere Zunahme vor allem des Güterverkehrs. „Wir haben uns die Lärmbefragung ausgedruckt und gegenseitig in die Briefkästen gesteckt“, erzählt eine Seniorin aus dem Poetenweg. Wenn die Bäume im Sommer belaubt sind, gehe es ja noch ganz gut mit dem Lärm der Schiene, berichtet sie – ohne dämpfendes Laub wird es im Winter erst so richtig laut. Im Poeten- und Lindenweg lebt man in einem Gleisdreieck aus der Strecke zwischen Halle und Eilenburg, der Strecke zwischen Berlin und Leipzig und der Verbindungskurve. Dazu kommt nur wenige hundert Meter entfernt eine weitere Verbindungskurve. „Das ist störend, man kann nicht durchschlafen“, klagt die Anwohnerin. Sie wohnt direkt an dem kurzen Tunnel unter der Eilenburger Strecke. Und der verstärkt den Klang der Verbindungskurve noch.

Zwischen Gewohnheit und Störung

„Man gewöhnt sich daran“, sagt dagegen Christian Letzel, der näher an der Leipziger Strecke wohnt. Er hat Glück, dass sein Schlafzimmer baulich recht geschützt und durch Hausecken abgeschirmt von der Strecke liegt. Jedoch sei es oft schon ziemlich laut und natürlich auch störend, wenn man gerade jetzt im Sommer draußen sitzt. Und wie laut es dann doch ist, merkt er immer dann, wenn mal Freunde nach einer Feier übernachten. Die sitzen dann am nächsten Morgen oft ziemlich unausgeschlafen am Frühstückstisch und klagen über den Zug-Krach der Nacht.

Um die weitere Zunahme speziell von Güterzügen sorgen sich rund um Körnerstraße und Poetenweg viele. Denn es sind vor allem diese Züge, die sie nicht nur nachts und auch bei geschlossenen Fenstern stören. Fast alle der Teilnehmer geben im Lärmaktionsplan an, dass der Schienenverkehrslärm bei ihnen vor Ort das vordringlichste Lärmproblem ist.

Die Befragung zum Lärmaktionsplan Schiene läuft unter www.laermaktionsplanung-schiene.de noch bis zum Freitag, dem 25. August.

Von Christine Jacob

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