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Delitzsch Delitzscher nutzen Facebook & Co. für kommunale Themen
Region Delitzsch Delitzscher nutzen Facebook & Co. für kommunale Themen
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11:58 09.08.2018
Soziale Netzwerke wie Facebook, um beispielsweise mit der Stadtverwaltung in Delitzsch zu kommunizieren, werden rege genutzt. Quelle: AP
Delitzsch

Fix via Facebook eine Nachricht schreiben. E-Mails gehen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ach, eigentlich tut es auch eine WhatsApp-Nachricht. Die moderne Kommunikation hat unser aller Leben verändert, scheinbar unkomplizierter gemacht. Es wird lieber getextet als geredet. Wie wirkt sich das im Verwaltungs- und politischen Alltag aus?

Kind des Internets

Dass sie ein Kind des Internetzeitalters ist, bekommt die neue Bürgerinitiative (BI) Menschenskinder, die sich unter anderem für bezahlbare Kita-Betreuung einsetzt, direkt zu spüren. Die meisten Anfragen und Kontakte gibt es laut BI-Sprecher Matthias Ulrich über Facebook und bei Diskussionen dort. „Davon natürlich dicht gefolgt ist die Anmeldung über unsere Webseite“, berichtet der Familienvater. Dabei sei deutlich zu erkennen, dass es nach Zeitungsartikeln einen Anstieg der Anmeldungen gibt. Manchmal gibt es nur eine Anfrage pro Woche, nach der Aufregung über den teilweise demontierten Spielplatz in der Blücherstraße binnen kurzer Zeit ein gutes Dutzend. Wie Anfragen bei der BI eintrudeln, ob nun persönlich oder recht anonym über das Netz, ist den Machern weitgehend egal. „Aber es ist natürlich immer schön, wenn man die Chance hat zu kommunizieren“, schätzt Matthias Ulrich den persönlichen Weg, „wenn eine Anmeldung per Mail eingeht, hat man kaum eine Ahnung, wer da sich gerade angemeldet hat. Wenn dann spontan Leute zum Treffen erscheinen, ist das für mich am schönsten, da man sich direkt kennenlernen kann.“

Hauptsächlich Mails

Dass sich die Kommunikationswege weg vom Einhalten der Amtswege hin zur schnellen Bequemlichkeit, für die man nicht mal die Couch verlassen muss, gewandelt haben, bekommt man auch in der Stadtverwaltung zu spüren. „Wenn ich vom Referat Öffentlichkeitsarbeit ausgehe, bekommen wir hauptsächlich Anfragen per E-Mail, Telefon oder per Privatnachricht an die Facebookseite der Stadt, des Tiergartens und des Barockschlosses. Hier sind es allerdings oft Anfragen für andere Ämter – die Menschen nutzen einfach die Kanäle, mit denen sie am selbstverständlichsten umgehen, was zum Beispiel auch eine Altersfrage ist“, hat Pressesprecherin Nadine Fuchs beobachtet. Weniger häufig sind etwa die Briefpost und persönliche Besuche. „Das war vor zehn Jahren noch anders, als es zwar schon E-Mail gab, aber die Stadt noch nicht bei Facebook vertreten war“, so die Delitzscherin. Trotz sozialer Netzwerke sei wahrscheinlich die E-Mail noch der bevorzugte Kommunikationsweg. Die Zahl der Anfragen sei ebenso unterschiedlich wie der Inhalt. Das reiche von der Frage nach Geschenkgutscheinen für einen Tiergartenbesuch, nach der Teilnahmemöglichkeit am Stadtfestumzug, dem Ärger über nicht abgeholten Sperrmüll in einem Ortsteil oder nach einer alten Schule, in der die Großmutter eine Lehrerausbildung gemacht hat. „Da wird nach Kulis und OBM-Autogrammen genauso gefragt wie nach der Möglichkeit, das Stadtwappen für eine Hundeshow-Urkunde zu verwenden. Die Zahl ist wirklich schwer zu schätzen, bewegt sich wahrscheinlich im mittleren zweistelligen Bereich“, so Nadine Fuchs.

Persönlicher Draht

Bei den Stadtratsfraktionen dagegen scheint der direkte und persönliche Draht noch der beliebteste. So berichtet die Freie Wählergemeinschaft (FWG) das noch immer am häufigsten via Telefon Kontakt aufgenommen werde. Pro Monat kommen zirka 30 Anfragen und Hinweise an die Politiker zusammen. Themen wie unter anderem Freibaderhaltung, die Sauberkeit in der Stadt, die Sparkassenfilialen und Radwegeausbau bewegen die Bürger dabei besonders, um mit den Politikern in Kontakt zu treten – und so manches davon schildert sich persönlich eben besser als in einem anonymen Nachrichtenformular im Internet.

Von Christine Jacob

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