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Delitzsch Delitzscher sehen Badpläne kritisch
Region Delitzsch Delitzscher sehen Badpläne kritisch
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06:00 30.11.2018
Bernd Loesch (links) und Thomas Noack sehen die Delitzscher Badpläne kritisch Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Aufregende Themen gibt es immer – und Menschen, die sich einmischen, kritisieren, etwas ändern wollen. Die LVZ nimmt sich die Zeit und hört Ihnen zu. In der Serie „Auf einen Kaffee mit“ stellen wir Sie und Ihre Themen in loser Folge vor. Wir bringen den Kaffee gerne mit – und wollen von Ihnen hören, was Sie bewegt. Heute: Bernd Loesch und Thomas Noack, beide Freibadfans und Kritiker des geplanten Bad-Neubaus.

Konstruktive Freibadfans

Dass die Männer, die seit Jahren eine Freundschaft verbindet, beide ausgewiesene Freibadfans sind, macht sie nicht zu polemisch an der Elberitzmühle festhaltende Bürger, wie es mancher Politiker in Delitzsch vermittelt. Nein, die Männer sind einfach konstruktiv kritisch und empfehlenswerte Gesprächspartner für jeden, der mit dem Schwimmbad zu tun hat. Es sind etliche Aspekte, die die beiden bewegen, ganze Zeitungsseiten und tagesfüllende Diskussionsrunden könnten wohl damit gefüllt werden. Vor allem aber „Ist denn dieses Projekt wirklich von allen Seiten akzeptiert?“ fragen sie sich zu den Plänen für den Badneubau in der Sachsenstraße. Bernd Loesch (76) vermisst eine wirkliche und echte Diskussion darum, eine Diskussion auch mit ihm, dem einfachen Bürger. Der konkrete Neubauplan – wenngleich ein Badbau in Delitzsch immer mal diskutiert wurde –, sei für ihn als Bürger weitgehend aus der Kalten aufgetaucht und schnell sei bei ihm der Eindruck entstanden, dass Meinungen dazu nicht gefragt und die Planungen eigentlich schon abgeschlossen sind. Das sieht auch Thomas Noack (33) so, hätte er sich eine frühe beziehungsweise frühere Bürgerbeteiligung dazu gewünscht und nicht erst jetzt, wo alles schon fast fertig eingetütet ist, einen Bürgerdialog, so wie er vor 14 Tagen in den Räumen der Stadtwerke stattgefunden hat. Das seien eher enttäuschende Angebote und man habe den Eindruck, dass die Volksstimme nicht nur zu diesem Thema nicht wirklich gehört werden soll. „Demokratie ist nicht einfach“, sagt der 33-Jährige und hofft auf mehr Beteiligung. „Es muss miteinander gesprochen werden“, findet er.

Erst ein Architektenwettbewerb würde die konkrete Gestaltung des Delitzscher Schwimmbades aufzeigen, der Plan jedoch zeigt feststehende Parameter wie die Wasserflächen und -tiefen Quelle: BAUCONZEPT® PLANUNGSGESELLSCHAFT MBH

Die beiden fragen sich grundsätzlich, ob die Verwaltung wirklich alle Fragen durchdacht hat beziehungsweise warum dies nicht transparenter und mit mehr Bürgerbeteiligung erfolgte. Es geht ihnen um Fragen wie die, ob das neue Bad sich rechnet, angenommen wird, die Wasserflächen ausreichen, die Betriebskosten annehmbar sind wie auch die Eintrittspreise, ein Plan B existiert und eine mögliche Sanierung des Elberitzbades wirklich durchgerechnet wurde ... und ob nicht am Ende doch nur ein Millionengrab für Delitzsch droht? So war es in Schwerte im Ruhrgebiet. Bernd Loesch kennt die dortige Geschichte genau, hatte in seinem Berufsleben oft und lange in der Region zu tun. Die Situation in Schwerte war der in Delitzsch vergleichbar – die Stadt wollte ein neues Allwetterbad statt des alten Freibads. Bernd Loesch hat dort beobachten können, wie der Badneubau der Stadt schließlich so defizitär war, dass er wieder abgerissen wurde und andererseits die Bürger aus dem Freibad ein erfolgreiches Bürgerbad, das Elsebad aufbauten. Bernd Loesch sorgt sich, dass Delitzsch sich mit dem jetzt schon voraussichtlich 16 Millionen Euro teuren Neubau andere Dinge für die Zukunft verbaut.

Nachhaltig gedacht?

Auch Thomas Noack hat diverse Sorgen rund um den Neubau. Unter anderem die, dass die benachbarten Stadtwerke fossile Brennstoffe zur Beheizung zur Verfügung stellen würden – das sei allerdings nicht besonders nachhaltig und auch kein Aushängeschild für die Energiesparstadt Delitzsch. Der geplante Neubau müsse in vielerlei Aspekten nachhaltig sein – den Eindruck mache der Plan allerdings nicht.

Von Christine Jacob

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