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Delitzsch Delitzscher trainieren immer öfter auf Firmenkosten
Region Delitzsch Delitzscher trainieren immer öfter auf Firmenkosten
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07:00 15.01.2019
„Ich bin immer ausgeschlafen“, steht auf dem T-Shirt. Kraftfahrer René Hennig trainiert regelmäßig im firmeneigenen Fitnessraum bei Auto Webel in Delitzsch. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Gesunde Mitarbeiter sind eine der Hauptvoraussetzungen, damit es in einem Unternehmen funktioniert. Betriebe erhalten für die Investitionen in die Gesundheit steuerliche Entlastungen. Auch in Delitzsch unterbreiten einige Unternehmen bereits seit einigen Jahren Angebote für ihre Arbeitnehmer. Werden sie angenommen? „Eher wenig“, stellt Ralf Krippner vom gleichnamigen IT-Unternehmen fest. Drei bis vier der fünfzehn Mitarbeiter nehmen die Gutscheine für die Kursteilnahme in einem Delitzscher Fitnessstudio in Anspruch. „Aber ich weiß, dass viele ansonsten ihren Sport betreiben. Ob sie nun laufen, Fußball spielen oder tauchen“, stellt der 58-Jährige fest, der sich selbst als Sportfanatiker beschreibt. Er sieht diese Ausgaben auch als Anreiz für die Mitarbeiter.

Massagen im Betrieb

„Es lief gut“, blickt Robert Greb, Geschäftsführer bei den Stadtwerken auf die vergangenen Jahre zurück. Für jeden Mitarbeiter gibt es einmal im Monat eine Massage. Eine selbstständige Physiotherapeutin kommt in den Betrieb. Die Arbeitnehmer können ein Stück ihrer Freizeit einsetzen. Das Durchkneten der Muskeln gibt es umsonst. Denn SWD hat viele Bildschirmarbeitsplätze und damit das entsprechende Potenzial für Schulterverspannungen. Gerade im vergangenen Jahr wurden neue ergonomische Bürostühle angeschafft. Außerdem werden zunehmend Büroarbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen ausgerüstet, an denen auch im Stehen gearbeitet werden kann. Schließlich gilt das ständige Sitzen als ebenso gesundheitsschädlich wie rauchen.

Training in der Firma

Einen extra Fitnessraum mit vielen Geräten hält das Busunternehmen Auto Webel vor. Kraftfahrer René Hennig trainiert da regelmäßig: „Alle zwei Tage“, erklärt der 46-Jährige. Er hält damit für die Acht- bis Neun-Stunden-Tage auf dem Fahrersitz im Reiseverkehr fit. Von der circa 50-köpfigen Belegschaft nutzen etwa 20 das Angebot, schätzt Personalleiterin Kathrin Spieß, bei der die Anmeldungen ankommen. „Die meisten haben schon Erfahrungen und das ist auch gut so. Schließlich ist es wichtig zu wissen, wie die Übungen auszuführen sind. Ansonsten gibt es aber auch erfahrene Kollegen, an die man sich wenden kann.“ Der Pflegedienst Stickel, der 47 Mitarbeiterinnen und Auszubildende zählt, schnürt sogar ein Komplettpaket: Seit Jahren können Mitarbeiterinnen an Fitness-Kursen teilnehmen. „Wir führen das fort. Gerade läuft wieder einer an. Es gibt aber auch Kursgutscheine“, erklärt Susan Stickel. „Außerdem kommt eine Physiotherapeutin zu uns in die Firma und die Mitarbeiterinnen können sich kostenlos massieren lassen.“ So kämen fast alle auf die ein oder andere Weise in den Genuss des Gesundheitsmanagements.

Sport ist nötig

Menschen, die aufgrund der Arbeitsanforderungen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, hat Dietmar Keitzel, der geschäftsführende Vorstand des Vereins Vitamed, der Reha- und Gesundheitssport anbietet, fast täglich vor sich. Pflegeberufe und Bauarbeiter sind oft betroffen. Den größten Teil aber stellen diejenigen, die körperlich leichteste Arbeiten verrichten, nämlich Büroarbeiten. Das viele Sitzen führt zum Verkümmern von Muskeln, irgendwann treten Beschwerden auf. Die betreffen den Stütz- und Bewegungsapparat. Rücken, Halswirbelsäule, Schultern- und Hüftgelenke. Öfter zu stehen oder regelmäßiges Training helfen. „Eine Stunde pro Woche reicht da schon aus“, betont Keitl. „Die großen Autohersteller und Logistiker in der Region bieten ebenfalls eigene Fitnessbereiche. Bei kleineren Firmen hängt offenbar viel von der Motivation des Betriebsinhabers ab. Der Gedanke an die Notwendigkeit ist oft noch nicht durchgedrungen.“

Von Heike Liesaus

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