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Delitzsch Delitzscher über neue Internet-Masche um 1200 Euro erleichtert
Region Delitzsch Delitzscher über neue Internet-Masche um 1200 Euro erleichtert
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17:17 09.04.2016
Etliche Euro hat der Delitzscher durch die neue Masche verloren. Quelle: dpa-Zentralbild
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DELITZSCH

Der Delitzscher Uwe G.* ahnte nichts Schlimmes, als er vor einigen Wochen seinen Kontoauszug holte. Wie man das eben so macht – alle paar Wochen oder Tage geht man zum Automaten, liest mal fix die Belege und lässt sie in den Akten verschwinden. Doch als er Mitte März drauf sah, waren rund 1200 Euro von seinem Konto verschwunden. Der 51-Jährige schaute sich die Auszüge jetzt ganz genau an und staunte: Die Berliner Verkehrsbetriebe hatten zwei Mal sieben Euro bei ihm abgebucht, eine Therme in Köln 57 Euro. Nicht mal auffällige Beträge, nur die Orte wunderten. Ein Hotel in Köln buchte fast 1200 Euro. In beiden Städten war er nicht – seit Ewigkeiten. Bestellt hat er dort auch nichts.

Der Geschäftsmann meldete sich bei der Polizei. Revierleiter Klaus Kabelitz bestätigt den Fall. Der oder die Täter, so der Stand, würden mit einer bislang unbekannten Masche arbeiten. Die Vermutung nach den bisherigen Ermittlungen: Über eine Rechnungslegung des Delitzscher Geschäftsmannes sind die Kriminellen an seine Kontodaten gekommen. Mit diesen erstellten sie wiederum ein Konto beim Online-Bezahlsystem Paypal und tätigten über dieses die Zahlungen an die Berliner und Kölner Unternehmen, die dann vom Original-Konto des Delitzschers abgebucht wurden.

Das Revier habe inzwischen ein Ermittlungsersuchen nach Köln geschickt, wo der oder die Täter die großen Summen in Bewegung gebracht hatten und vermutet werden. Der Geschädigte bekommt das Geld nach eigenen Angaben von den Unternehmen zurück, sein Schaden wird so wieder gut gemacht. Damit aber, betont er, würde ja den Unternehmen wie den Berliner Verkehrsbetrieben wiederum ein Schaden entstehen, der sich zu immensen Summen ausweiten könne, wenn diese Masche weiter verbreitet sein sollte. Klaus Kabelitz rät unterdessen allen, ihre Kontoauszüge regelmäßig und gründlich zu kontrollieren. Wem Seltsames auffalle, der sollte diese nicht abtun, sondern der Sache nachgehen – sich zum Beispiel bei seiner Bank melden. Zudem rät er, sensibel mit eigenen Daten und Kontonummern im Internet umzugehen. In diesem Falle habe sich der Geschädigte leider wegen der Rechnungslegung kaum wehren können.

* Der Name ist zum Schutz der Person geändert und der Redaktion bekannt.

Von Christine Jacob

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