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Delitzsch Delitzscherin Christel Moltrecht für ihr Lebenswerk geehrt
Region Delitzsch Delitzscherin Christel Moltrecht für ihr Lebenswerk geehrt
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10:54 27.09.2017
So kennt man sie: Christel Moltrecht in ihrem Element Natur und jederzeit bereit, eine Führung anzubieten. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Weniger Grün. Schweigen statt Vogelgezwitscher. Ein tristes Museum. Kein Schulze-Delitzsch-Haus. Das wäre Delitzsch ohne Christel Moltrecht. Die 81-Jährige wurde nun mit dem Bürgerpreis im Bereich Kultur ausgezeichnet. Es ist eine Auszeichnung für ein Lebenswerk.

Schulze-Delitzsch bewahrt

Christel Moltrecht weiß um ihre Verdienste. Dann sagt sie Sachen wie „Ja, das kann ich mir auch schon anrechnen“ und lächelt stolz. Und doch tritt sie ganz bescheiden auf. Vielleicht ist es diese freundliche Zurückhaltung, die mit von Lächeln garnierter Hartnäckigkeit einhergeht, die sie so viel hat erreichen lassen. Fakt ist: Ohne Christel Moltrecht würde es das Schulze-Delitzsch-Haus in der Kreuzgasse 10 nicht geben. Sie hat es initiiert, die Immobilie kurz nach der Wende vor dem Verfall bewahrt. Lange hatte sie dafür gearbeitet und sich um Schulze-Delitzsch und eine Gedenkstätte schon zu DDR-Zeiten bemüht, als davon keiner was hören wollte. Christel Moltrecht blieb am Ball. So wie sie es immer tut. Als 1992 das Schulze-Delitzsch-Haus gegründet war, folgte ein Jahr später der Aufbau des heutigen Museums Barockschloss Delitzsch. Christel Moltrecht fing die Sammlung zu Ehrenberg, dem zweiten berühmten Stadtsohn, an und baute die naturwissenschaftlichen Sammlungen auf. Die Diplom-Biologin leitete das Museum von 1970 bis 1998. Zudem ist sie die Autorin etlicher Aufsätze, hat wissenschaftliches Licht in manches Dunkel gebracht und zwei Bücher herausgebracht.

Delitzscher Umweltschutz

Doch den meisten Delitzschern ist sie ein Begriff für das Bemühen um die Natur. Seit 1960 besteht die Arbeitsgruppe Naturschutzhelfer, aus der später der Nabu-Kreisverband hervorging. Auch hier ging sie wieder mit dieser freundlichen Hartnäckigkeit an etwas, das zur damaligen Zeit keiner haben mochte und engagierte sich für den Naturschutz. Und sie tut es bis heute. „Solange ich kann, werde ich das machen“, sagt die vierfache Groß- und bald zweifache Urgroßmutter. Nichts anderes als Bewusstsein vermitteln wolle sie. Unzählige Vogelstimmen- und Nachtigallenwanderungen hat sie durchgeführt, unzähligen Menschen Flora und Fauna direkt vor der Haustür näher und ins Bewusstsein gebracht. Und als Pilzberaterin hat sie vielleicht sogar einige Leben gerettet, weil sie giftige Pilze aus Sammlungen holte. Delitzsch ohne Christel Moltrecht? Undenkbar.

Von Christine Jacob

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