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Delitzsch Delitzscherin Elke Pätz schneidet auch mit 67 noch bestens ab
Region Delitzsch Delitzscherin Elke Pätz schneidet auch mit 67 noch bestens ab
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00:19 30.07.2017
Elke Pätz greift noch regelmäßig zur Schere, der Traumberuf wird nicht aufgegeben. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Mit 65 plus gehört keiner zum alten Eisen, die Älteren werden gebraucht. Die Feuerwehr Delitzsch hat die Satzung geändert, damit auch mit 65 plus noch ausgerückt werden kann – mehr Kameraden sollen die Einsatzbereitschaft sichern. Doch nicht nur dort werden die „alten Hasen“ gebraucht.

Auch bei der Delitzscher Friseurgenossenschaft La Belle setzt man bewusst auf ältere Kollegen. Bestes Beispiel: Elke Pätz arbeitet auch mit 67 Jahren noch im Salon in der Breiten Straße – dabei könnte sie längst die Hände ruhen lassen. Möchte sie aber gar nicht. „Es macht Spaß zu arbeiten“, sagt die dreifache Oma. Jeden Mittwoch und Freitag steht sie in dem kleinen und feinen Salon in der Breiten Straße im Schatten der Stadtkirche und bedient dort mit Freundlichkeit und Witz, dass es jedem gleich ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und nicht nur wegen der Sonderangebote, die sie dort machen, hat sie die zwei Tage auch immer alle Scheren voll zu tun. Viele Stammkunden kommen extra wegen ihr, zwei sogar jede Woche. Es sei ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden.

Delitzscherin lebt und liebt ihren Traumberuf

Das wird sie in der Genossenschaft. Als Elke Pätz vor ein paar Jahren in den Ruhestand hätte gehen können, war bei La Belle gerade Not am Mann und so blieb sie. Gut so, findet auch Geschäftsführer Thomas Ruland, der die Seniorin unter den rund 80 Mitarbeitern nicht missen möchte. Und eine ganze Weile will sie das auch noch machen: „Wenn ich eines Tages doch den Schlüssel abgeben muss, wird das bestimmt richtig schwer.“

Meister seit mehr als 40 Jahren

Nicht nur Menschen ihres Alters wäscht Elke Pätz den Kopf, ihre Kundendatei beginnt beim „Mittelalter“ wie sie es nennt, Kinder und junge Männer sind auch oft dabei. Egal, wer da auf dem Stuhl vor ihr Platz nimmt, eines bleibt immer gleich – das gute Gefühl bei der Arbeit. Es ist immer ihr Traumberuf gewesen. Wenn ihre Mama damals beim Friseur war und die kleine Elke mit, dann schaute sie neugierig zu und sich schon die ersten Techniken ab. „Ich habe mich nie nach einem anderen Beruf umgesehen“, betont Elke Pätz, es war halt Liebe auf den ersten Schnitt. Ab 1966 lernte sie, 1971 wurde der Meister gemacht. Und das Schönste am Job? „Man macht immer jemanden schmuck“, sagt Elke Pätz, „und dann freut sich derjenige.“ Wer zu ihr kommt, der geht hinterher garantiert mit einem besseren Gefühl. So, wie die fast 90-Jährige, die neulich unbedingt ihren Termin einhalten wollte, obwohl sie sich gar nicht so gut fühlte, um aus dem Haus gehen. Einen Plausch und eine Dauerwelle später war alles wieder gut oder zumindest besser. „Man konnte richtig sehen, wie sie von Minute zu Minute gesünder aussah in ihrem Stuhl“, freut sich Elke Pätz. Drum heißt es wohl: Was Friseure können, können nur Friseure.

Von Christine Jacob

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