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Delitzsch Delitzscherin Josephine Ortmann macht Kunst aus Ton
Region Delitzsch Delitzscherin Josephine Ortmann macht Kunst aus Ton
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08:11 02.02.2017
Josephine Ortmann nutzt ihren Keller als Töpferwerkstatt, wo sie ihre Kreativität voll ausleben kann. Quelle: Christine Jacob
DELITZSCH

Es gibt Momente im Leben, da musst du dich einfach entscheiden – für dich und deine Familie oder für die anderen. Josephine Ortmann hat die Entscheidung getroffen. Für sich. Die Folge: Der sichere Job ist gekündigt, das Abenteuer Selbstständigkeit beginnt und die 35-Jährige ist jetzt in Vollzeit Töpferin.

Den Vertrag beim Logistikriesen DHL hat die studierte Landschaftsplanerin Ende 2016 einfach hingeschmissen. Sie wollte dort nicht mehr arbeiten, sie sah sich nicht mehr dort. Hinwerfen, was so sicher scheint, weil man sich dort „nicht mehr sieht“? Nichts ungewöhnliches in ihrer Generation. Es ist die Generation derer, die Schlagworte wie „Achtsamkeit“ und „Bewusstsein“ vor sich herträgt wie andere „Pflicht“ und „Funktionieren“. „Ich saß immer zwischen den Stühlen“, sagt die Delitzscherin, „der Job, die Familie und meine Leidenschaft.“ Die Leidenschaft zum Töpfern hat sie erst 2014 entdeckt. Gepackt hat sie das wie die Liebe auf den ersten Blick. Als sie das erste Mal ihre Hände im Ton versenkte, da war es um Josephine Ortmann geschehen. Sie entdeckte an sich „nur“ ein neues Hobby und meldete doch schon wenig später ein Gewerbe an. „Ich bekam nicht mehr genug davon“, erzählt sie. Seit Dezember 2016 macht sie „Josephine’s Atelier – Kunst aus Ton“ nun in Vollzeit.

Töpferei im Delitzscher Keller

Bald war die Werkstatt im Keller eingerichtet, präsentierte sie sich mit ihren ersten Stücken auf kleinen Märkten in der Region – zuletzt waren ihre Regale leer gekauft. Es war eine Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. „Bunt, kreativ und farbenfroh“, beschreibt die zweifache Mutter ihre Arbeiten. Der typische Ortmannsche Stil ist nicht etwa ein prägnantes Muster oder eine prägnante Form, es ist die Wandelbarkeit. Josephine Ortmann variiert ihre Arbeiten vom Windlicht bis zum Teller stets in Stil und Farben, töpfert nach Lust und Laune. Es ist ihr Lebensgefühl, das sich überträgt. Und wenn man ihr heute die Töpferscheibe nehmen und die rechte Hand abhacken würde, sie würde ihrer Kreativität immer freien Lauf lassen. „Dann male ich eben mit links Bilder“, lacht sie. Kunst und Kreativität müssen raus – sie kann da nicht aus ihrer Haut.

Davon profitieren nicht nur die Kunden, die sich mitunter auch Auftragswerke in der kleinen Werkstatt in der Dübener Straße 103 fertigen lassen können. Josephine Ortmann bietet ihre Töpferkurse auch in Kindertagesstätten an. Den Kleinen bringt sie nicht nur bei, wie man seiner Kreativität den freien Lauf lässt – es geht am Ende um Erfüllung.

Von Christine Jacob

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