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Delitzsch Delitzscherin hadert mit Vereinsvorstand wegen Nachfolge für ihre Parzelle
Region Delitzsch Delitzscherin hadert mit Vereinsvorstand wegen Nachfolge für ihre Parzelle
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00:36 20.04.2018
Kleingärtnerin Margarete Mitiska in ihrer Parzelle in der Anlage "Am Wasserturm" in Delitzsch. Für die Parzelle sucht sie einen Nachpächter. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

Margarete Mitiska ist leidenschaftliche Kleingärtnerin. Seit 24 Jahren bewirtschaftet sie ihre Parzelle. 2016 hat sie den Pachtvertrag für ihren 600 Quadratmeter großen Garten in der Anlage am Wasserturm aber gekündigt. „Ich hätte ihn gern behalten, aber ich muss mich um meinen erkrankten Mann kümmern, erzählt die 78-Jährige. Beides zusammen könne sie nicht mehr bewältigen. Seither sucht sie vergebens nach einem Nachfolger und muss sich, wie es der Pachtvertrag verlangt, noch um den Garten kümmern, bis ein neuer Pächter gefunden ist. Gelingt das nicht, müsste die Rentnerin nach zwei Jahren den Garten im Urzustand, was bedeuten würde, die Laube abzureißen, dem Verein zurückgeben.

Bewerber vergrault

Das möchte Margarete Mitiska aber verhindern, denn an Interessenten für ihren Garten mangelt es nicht. Wie sie berichtet, habe zunächst ein Mitglied aus dem Gartenvorstand Interesse angemeldet, dann aber plötzlich abgesagt. Nachdem ihr Enkel die Parzelle nun im Internet anpreist, gebe es verstärkt Anfragen. Erst jüngst sei sie sich mit einem Interessenten schon einig gewesen. „Er wollte sofort loslegen und auch mit der Kaufsumme von 1000 Euro für die Laube war er einverstanden“, berichtet sie. Dass der Deal dennoch nicht zustande gekommen ist, der Interessent letztlich einen Garten in der Benndorfer Anlage gefunden hat, dafür macht die Rentnerin den Vorstand ihres Gartenvereins verantwortlich. Er habe den Bewerber mit seinem Auftreten und Forderungen vergrault, so die 78-Jährige ärgerlich.

Vorstand verlangt Sicherheiten

Um sich vor „Mietnomaden und Pächtern, die Zahlungen von Pacht und Betriebskosten säumig bleiben, zu schützen, hat der Vorstand am Wasserturm beschlossen, bei der Neuvergabe von Gärten von den Bewerbern einen Verdienstnachweis und ein Führungszeugnis zu verlangen. Das findet Margarete Mitiska überzogen. Zumal sie, wie sie versichert, bei der Suche nach einem Nachfolger schon selbst darauf achte, ob dieser sich eigne oder nicht. „Als langjährige Kleingärtnerin hat man dafür einen Blick.“ Deshalb kann sie die Haltung des Vorstandes nicht nachvollziehen, wobei sie durchaus das Ansinnen teilt, Schaden für den Verein abzuwenden.

Kaution im Gespräch

Gartenvereinsvorsitzende Isabelle Krause will sich dazu nicht äußern, verweist auf Satzung und die Beschlüsse des Vorstandes. Wie die Vergabe von Gärten gehandhabt wird, dass könne jeder Verein selbst festlegen, erklärt Anke Reisdorf, Geschäftsführerin des Delitzscher Kreisverbandes der Kleingärtner. Anders, als es der Verein „Am Wasserturm“ praktiziert, empfiehlt der Kreisverband jedoch, von neuen Pächtern eine sogenannte Sicherheitsleistung (vergleichbar mit einer Kaution) abzuverlangen.

Von Thomas Steingen

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