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Delitzsch Delitzscherin organisiert Nähtreff für Frühchen und Sternen-Kinder
Region Delitzsch Delitzscherin organisiert Nähtreff für Frühchen und Sternen-Kinder
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07:00 21.11.2017
Natalie Koch (links) und Katharina Klose nähen für Sternchen und Frühchen. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Eine Schwangerschaft, die mit einem gesunden Kind in den Armen der Mutter endet, wird selbstverständlich genommen. Ist sie nicht. Nicht einmal drei Viertel der Schwangerschaften enden so. Zirka 30 000 Kinder werden jedes Jahr tot geboren, etwa 63 000 Kinder kommen vor der 37. Schwangerschaftswoche als Frühchen zur Welt. Die Delitzscherin Natalie Koch will helfen – indem sie näht.

Hilfe mit der Nähmaschine

Sie kann so nichts gegen Früh- und Totgeburten tun, aber sie weiß, dass sie mit ihrem Hobby die Situation für die Familien ein bisschen erträglicher machen kann. Das gesamte vergangene Wochenende hat die 22-Jährige mit knapp 20 weiteren Frauen im Akzent-Hotel Muster zugeschnitten und genäht. Sie engagiert sich bei „Sternchenzauber & Frühchenwunder“. Die ehrenamtliche Initiative will Hilfe für die Kleinsten und ihre Familien leisten, indem sie kostenfrei spezielle Kleidung zur Verfügung stellt. Statt bis auf eine Miniwindel und einen Haufen Kabel nackt in einem Brutkasten zu liegen, weil es keine Kleidung für sie gibt, haben Frühchen dank Frauen wie Natalie Koch eine Chance auf richtige und farbenfrohe Strampler und Wickelshirts, auf Mützchen, Decken, Schühchen. Utensilien, die die normale Industrie in kleinsten Größen einfach nicht bietet. Und auch die Sternchen, die tot auf die Welt kommen oder kurz nach einer viel zu frühen Geburt sterben, bekommen dank der Frauen einen würdevollen Empfang. Und einen würdevollen Abschied. Für jedes noch so kleine Wunder gibt es ein passendes Set. Die Handvoll Leben in ein eigenes kleines Shirt wickeln zu können, statt es nackt ziehen lassen zu müssen, hilft Eltern.

Rund 300 Kliniken beliefert

„Rund 300 Kliniken beliefern wir deutschlandweit“, so Katharina Klose, die „Sternchenzauber & Frühchenwunder“ für die Leipziger Region organisiert. Bislang tauschen sich die Frauen vor allem über Facebook aus, jede näht weitgehend für sich allein im stillen Kämmerlein. Natalie Koch hat das erste Treffen der Region nun in Delitzsch auf die Beine gestellt, eine Wiederholung soll es 2018 geben. Eine Freundin hatte ihr Kind verloren. Natalie Koch, die selbst eine drei Jahre alte Tochter hat, wollte helfen. „Unser Ziel ist es auch zu sensibilisieren“, schildert Katharina Klose. Sehr viele Frauen und Familien seien betroffen. Auch die heute 31-jährige Mutter einer drei Jahre alten Tochter hat im Alter von 25 ihre Zwillinge verloren. Seitdem kämpft sie für jedes noch so kleine Wunder.

Wer mit Stoff, Mustern oder mehr helfen will, kann sich an sternenzauber.fruehchenwunder@gmail.com wenden

Von Christine Jacob

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