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Den Werbeliner See kann man jetzt komplett umrunden

Rad- und Wanderweg Den Werbeliner See kann man jetzt komplett umrunden

Der Lückenschluss des Rundeweges am Werbeliner See ist offiziell, die Freigabe mit einem kleinen Festakt erfolgt. Gut zehn Jahre hat das Vorhaben bis zu seiner Vollendung gebraucht. Die Untere Naturschutzbehörde prüfte, ob die Ziele des Vogelschutzgebietes verletzt werden. Für sie war der 1360 Meter lange Asphaltweg ein verträgliches Vorhaben.

Montessori-Schüler aus Zwochau zeigen ein kleines, feines Programm zur Übergabe des neuen Rad- und Wanderweges.

Quelle: Wolfgang Sens

Wiedemar. Er ist tatsächlich vollendet. Der Lückenschluss des Rad- und Wanderwegs um den Werbeliner See ist geschafft. Gestern Vormittag wurde die gut 1360 Meter lange Asphaltbahn offiziell übergeben. Damit ist ein nahezu zehn Jahre dauerndes Projekt beendet.

Die Menschen wollten den Weg

„Ich bin mir sehr sicher, dass die Menschen diese Investition sehr zu schätzen wissen. Nicht zuletzt waren sie es, die den vollständigen Rundweg immer wieder forderten“, sagte Nordsachsen Landrat Kai Emanuel (parteilos). Der war nicht etwa in Schlips und Kragen zum Termin gekommen, sondern anlassbezogen mit dem Fahrrad. Mit dem Liegefahrrad versteht sich. Wie er ganz nebenbei verriet, komme er viel zu selten dazu, mit diesem Gefährt unterwegs zu sein. Dass die letzte Tour schon etwas länger her sein musste, machte der 48-Jährige an der Tube Sonnencreme in der Gepäcktasche fest.

Viele Partner am Vorhaben beteiligt

Viele Partner haben an dem Projekt mit gewirkt. „Ohne sie wären wir längst nicht so weit“, erklärte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Der Weg liegt auf Wiedemarer Gemarkung. Sie bedankte sich bei allen, die auf unterschiedlichste Weise zum Erfolg des im August in die praktische Phase gestarteten Vorhabens beigetragen haben. Offensichtlich konnten viele Radfahrer die Vollendung des Rundweges kaum erwarten, wie Planer Bernd Knoblich bestätigte. Bereits während der Bauphase sei der Abschnitt stark frequentiert worden. Der neue Weg ist 2,50 Meter breit und ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Allen anderen versperren Poller und mehrere Findlinge die Einfahrt auf Höhe des Schaufelrades bei Gerbisdorf. „Nur in dieser Form war er überhaupt förderfähig“, erklärte der Planer. Auch für landwirtschaftliches Gerät ist er gesperrt.

Investiert in die Zukunft

Der Weg führt von der Grenze der Schkeuditzer Gemarkung in den Südraum von Zwochau. Insgesamt wurden 226 000 Euro investiert, der Großteil über das Förderprogramm zur Renaturierung von ehemaligen Braunkohletagebauen, aber auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr unterstützte das Projekt. „Das sind 166 Euro pro Quadratmeter. Und sie sind mit Blick in die Zukunft gut angelegt. Im Sinne der touristischen Nutzung der Bergbaufolgelandschaften“, betonte der Landrat. Die Gemeinde Wiedemar leistete ihren Eigenteil zu den Fördermitteln, kaufte auch die erforderlichen Grundstücke, knapp 11000 Quadratmeter.

Der neue Weg liegt in einem sogenannten SAP (Special Protection Area)-Gebiet, einer speziellen Schutzzone für wildlebende Vogelarten. Die Prüfung durch die untere Naturschutzbehörde, ob Schutzziele mit dem Bau berührt werden, hat in der gesamten Planungsphase offenbar den längsten Zeitraum eingenommen. Sie stellte letztlich fest, dass keine Schutzziele verletzt werden.

„Jetzt fahren wir um den See“

Für die unterhaltsame Umrahmung des feierlichen Aktes am Randes eines Ackers sorgten die Schüler der Montessori-Grundschule Zwochau. Es wurde gesungen: „Jetzt fahren wir um den See, um den See“, sangen sie zur Melodie eines Kinderliedes. Der Text wurde jedoch eigens für den Anlass der Wegeröffnung von Schulleiterin Nancy Steinhauer-Semmler umgeschrieben. Es gab aber auch Witze zum Thema Fahrrad. Letztlich sprachen die Schüler für alle jene, die den neuen Weg nutzen, auch eine Einladung aus, sie zu besuchen.

Dass Landrat Emanuel so manchen trockenen Spruch auf Lager hat, ist längst bekannt. Auch diesmal gab es einen und der passte wie kein anderer: „Wer im Kreis fährt, spart sich den Rückweg.“

Von Ditmar Wohlgemuth

Gerbisdorf 51.4399983 12.2905222
Gerbisdorf
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