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Delitzsch Der Ex-Delitzscher Stephan May fährt für den Frieden
Region Delitzsch Der Ex-Delitzscher Stephan May fährt für den Frieden
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00:20 14.10.2017
Für den obdachlosen Yusouf, der am Istanbuler Busbahnhof Schuhe putzte, fand Stephan May (rechts) eine Unterkunft. Quelle: privat
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Delitzsch

„Morgen laufe ich 60 Kilometer auf 3752 Metern über dem Meeresspiegel“, notiert Stephan May im sozialen Netzwerk Facebook. Mit Einträgen wie diesem hält er derzeit Freunde, Kollegen, aber auch die Menschen auf dem Laufenden, die ihn auf seiner Reise am Bildschirm begleiten. Mit dabei ist auch die LVZ, die über seine Friedensfahrt bereits berichtet hat. Stephan May hat sich für seine „Friedensbewegung ohne Grenzen“ beurlauben lassen und ein Fahrrad Marke Eigenbau gesattelt. Dem will der 44-jährige rund 14 000 Kilometer abtrotzen.

Friedensfahrt vom Mauerpark nach Kabul

Vom Berliner Mauerpark ist der einstige Delitzscher am 12. August gestartet. Das Ziel: Kabul in Afghanistan. Genauer der Afghanistan-Marathon im Bamiyan-Tal, bei dem auch Frauen mitlaufen können. Genau dort, wo die Taliban einst vor den Augen der Weltöffentlichkeit Buddha-Statuen zerstörten. May will nicht nur topographisch und sportlich Grenzen überwinden, sondern auch zeigen, dass es auch in vermeintlichen Krisengebieten einen Alltag und verbindende Gastfreundschaft gibt. Dazu ist er der Balkanroute gefolgt, die 2015 die Schlagzeilen prägte. Nur befuhr er sie in umgekehrter Richtung: Über Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien ist er mittlerweile in den Nahen Osten gelangt. Jeder Radkilometer sei spannend, die Ereignisse und Erlebnisse intensiv. „Ich genieße in den Ländern die Märkte mit ihren Farben, Gerüchen, Geräuschen, Gesprächen und reichlich Oliven.“ Und er komme mit tollen Menschen zusammen, erzählt er: „In Istanbul habe ich es geschafft, einen 13-jährigen obdachlosen Schuhputzer von der Straße zu bekommen!“

Erfahrungen eines Grenzgängers

In der Türkei sei er immer entlang der Küste gefahren, in Richtung der Küstenstadt Mersin. „Nach vier Tagen bin ich in Aleppo in Syrien angekommen“, erzählt May. Dort geriet er jedoch in eine bedrohliche Situation, weshalb er in den Norden von Syrien zurückkehrte und von da zurück in die Türkei nach Kilis übersetzte. „Dort wurde ich zweimal von der Polizei vernommen und durchsucht.“ Sonst sind seine Berichte recht positiv: Die Grenzer staunen nicht schlecht, Fahrradpassanten seien selten, das wecke Aufmerksamkeit. Neben solchen verbindenden Momenten, den Friedens- und Marathonläufen, die May neben seiner Radtour unternimmt, lässt er auch kleine Dämpfer nicht unerwähnt: Sicherheitsvorkehrungen, die er trifft, Bauchmuskelkrämpfe auf der Autobahn, die ersten Fahrradreparaturen. Auch diese machen es spannend, ihm weiter zu folgen.

Von Manuel Niemann

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