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Delitzsch Der lange Weg zum festen Arbeitsplatz
Region Delitzsch Der lange Weg zum festen Arbeitsplatz
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16:05 19.05.2015

Nicht immer erfolgreich, wie das jüngste Beispiel zeigt. Ein behinderter junger Mann hat im Blitzschutzunternehmen von Marcel Höppner einen festen Arbeitsplatz erhalten. Der Unternehmer klagt jedoch, dass sein Mitarbeiter nicht zuverlässig ist.

Ronald H.* wurde seit Februar 2010 betreut und auf das Arbeitsleben vorbereitet. Der Förderschüler machte 2006 seinen Abschluss und danach ein berufsvorbereitendes Jahr. Es folgten weitere berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, da die "allgemeinen intellektuellen Leistungsvoraussetzungen das Hauptschulniveau noch nicht erreichen konnten", wie das Jobcenter mitteilt. Die Jugendmaßnahme "Netz kleine Projekte" zur weiteren Stabilisierung musste H. 2008 aufgrund eines schweren Unfalls abbrechen. Zur psychischen Stabilisierung wies die Bundesagentur weitere Maßnahmen an. Der beruflichen Rehabilitation schloss sich eine Ausbildung zum Fachpraktiker im Lagerbereich mit Abschluss an. Der berufliche Einstieg mit Probebeschäftigung bei der Blitzschutz-Bau-Delitzsch GmbH begann am 29. Oktober vergangenen Jahres. Seit Anfang April hat Ronald H. eine unbefristete Festanstellung in Vollzeit, welche die Arbeitsagentur für sechs Monate mit 50 Prozent Eingliederungszuschuss fördert.

Das Arbeitsverhältnis steht aktuell auf wackligen Beinen. Marcel Höppner, der Chef von Ronald H., ist unzufrieden. "Wenn er da ist, dann geht es. Aber er hat auch schon mehrfach wegen Krankschreibungen gefehlt, auffälliger Weise immer dann, wenn es auf Montage gehen sollte. Er ist nicht beständig und nicht verlässlich. Momentan fehlt er seit Dienstag, ein Krankenschein vom Arzt ist noch nicht da. H. wollte Urlaub haben. "Ging nicht, da kam er einfach nicht", erzählt der Unternehmer. Das alles strapaziere die Geduld und die Nerven und vor allem die Bereitschaft, weiter an seiner Beschäftigung festzuhalten. "Ich kann mit ihm nicht planen. Ein Fakt, den ich mir als Unternehmer nicht leisten kann. Trotzdem will ich es weiter versuchen. "Unendlich ist meine Geduld jedoch nicht", sagt der Unternehmer. Der 36-Jährige sucht seit Monaten geeignetes Personal. Der Delitzscher hat seinen Firmensitz im Schönwölkauer Ortsteil Wannewitz und beschäftigt derzeit fünf Mitarbeiter, darunter H. "Ein, zwei Fachleute würde ich sofort noch einstellen. Viele Kunden wollen ihre Häuser sichern.

Beim Jobcenter löst diese Entwicklung so etwas wie Ratlosigkeit aus. "Wir sind sehr darum bemüht, dass unsere Kunden ihre persönlichen Stärken und beruflichen Interessen kennen, um diese für die Suche nach einer geeigneten Beschäftigung nutzen zu können. Dabei haben wir unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten, die dazu führen, unseren Kunden individuelle Strategien zur eigenen Vermarktung aufzuzeigen, die Struktur des Arbeitsmarktes zu verdeutlichen und somit die Chance auf eine Integration zu erhöhen", sagte Jobcenter-Geschäftsführerin Michaela Ungethüm. Vom Gesamtbestand der Kunden des Jobcenters Nordsachsen sind 4,8 Prozent schwerbehindert, das sind 377 von 7808.* Name geändert © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.08.2013

Frank Pfütze

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