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Delitzsch Diakonie-Fusion von Delitzsch und Oschatz: Entscheidung steht noch aus
Region Delitzsch Diakonie-Fusion von Delitzsch und Oschatz: Entscheidung steht noch aus
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Fusionieren das Diakonische Werk Delitzsch-Eilenburg mit dem aus Oschatz-Torgau? Quelle: Kay Würker
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Thomas Rauer, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delitzsch-Eilenburg, bestätigte auf Anfrage, dass tatsächlich bereits Gespräche zu diesem Thema geführt werden. Wie weit sie bereits vorangeschritten sind, wollte er nicht sagen. Die Fusionsidee hänge, so ergänzte er, zwar nicht unmittelbar mit seinem Ruhestand ein Jahr später zusammen, aber es wäre dennoch "ein guter Zeitpunkt, konkreterer darüber nachzudenken". Wie sein Geschäftsführerkollege aus Oschatz mitteilte, sei aber noch alles offen. "Es muss das Vereinsrecht bedacht, auch das GmbH-Gesetz geprüft werden. Auch betriebswirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle", sagte Klaus Bär. Derzeit werden Fachgespräche mit Experten geführt, darunter auch mit erfahrenen Wirtschaftsprüfern. "Ihr Rat ist uns sehr wichtig", bestätigte Thomas Rauer. Schließlich müssten die dann entstehenden Strukturen auch wirtschaftlich effizient, ein Zusammengehen letztlich auch steuerrechtlich sinnvoll sein. Das Diakonische Werk Oschatz-Torgau ist im Vergleich zu den umliegenden eine eher klein aufgestellte Gesellschaft. Dort sind derzeit 104 Mitarbeiter beschäftigt. Neun verschiedene Beratungs- und Hilfsdienste im Gebiet des Altkreises Torgau-Oschatz werden angeboten. Zudem betreibt die Diakonie in Torgau die Kindertagesstätte "Sonnenschein" und ist in Oschatz Träger des Seniorenpflegeheims "Helene Schweitzer. Die Diakonie Delitzsch-Eilenburg betreibt im Vergleich dazu zehn Kindertagesstätten, das Altenpflegeheim "Sankt Nikolai" und bietet unter anderem Tagespflegeplätze und eine Seniorenbegegnungsstätte an.

Statt Mitte nächsten Jahres einen neuen Geschäftsführer zu suchen, erschien es dem Vorstand offenbar eher praktikabel, einen Anschluss an benachbarte Vereine ins Kalkül zu ziehen. Entscheidungen seien aus Sicht der Oschatz-Torgauer gemeinnützigen Gesellschaft jedenfalls noch nicht gefallen, wie Vorstandsvorsitzender Pfarrer Christof Jochem mitteilte. Dazu müssten noch eine ganze Reihe von Gesprächen geführt werden. Thomas Rauer als auch Günter Sirrenberg, Mitglied des Oschatz-Torgauer Vorstandes und Sozialdezernent in der nordsächsischen Landkreisverwaltung, würden es zumindest begrüßen, wenn künftig die Erfüllung diakonischer Aufgaben auf die Strukturen des Landkreises ausgerichtet sind. Es würde der Außenwirkung gut tun. Auch deshalb seien die Diakonischen Ämter der beiden Landeskirchen in Radebeul und Halle in die Gespräche direkt eingebunden.

Das Diakonische Werk Delitzsch/Eilenburg wurde am 6. April 1991 gegründet. Dem Vorstand gehören sieben Mitglieder an, Vorsitzender ist Superintendent Mathias Imbusch. Der jetzige Oschatz-Torgauer Verein ging am 1. Januar 1998 bereits aus einer Fusion hervor. Der Torgauer Verein war zu diesem Zeitpunkt in Schwierigkeiten geraten.

Ditmar Wohlgemuth

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