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Delitzsch Diakonie in Nordsachsen stellt Weichen für die Zukunft
Region Delitzsch Diakonie in Nordsachsen stellt Weichen für die Zukunft
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00:17 26.09.2016
Tobias Münscher-Paulig ist ab 2017 Geschäftsführer der Diakonie Delitzsch/Eilenburg. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch/Eilenburg

Das Diakonische Werk Delitzsch/Eilenburg wird 25 Jahre alt. Mit einem Festgottesdienst in der Delitzscher Stadtkirche St. Peter und Paul wird das Jubiläum an diesem Sonntag, 10 Uhr, gebührend gefeiert. Doch damit soll es gut sein: Die Diakonie hält sich nicht lange mit Rückblicken auf. Die Fragen der Zukunft drängen viel mehr. Wobei eine der wichtigsten Fragen seit dieser Woche beantwortet ist: Tobias Münscher-Paulig wird der neue Geschäftsführer. Er folgt auf Thomas Rauer, der voraussichtlich im nächsten März in Rente geht.

Lange war über diese Personalie diskutiert und spekuliert worden. Zwischenzeitlich stand sogar in Rede, die Diakonischen Werke Delitzsch/Eilenburg und Torgau/Oschatz kurzfristig zusammenzulegen und für den gesamten Landkreis nur einen Geschäftsführer zu berufen. Der Fusionsgedanke gilt weiterhin als politisch gewollt, rückt aber in die mittelfristige Zukunft. Mit Tobias Münscher-Paulig und seinem Torgau-Oschatzer Amtskollegen Gernot Dörfel gehen in beiden Teilen Nordsachsens neue Führungskräfte an den Start. Dörfel, der zuvor das Diakonische Werk Auerbach im Vogtland mit 500 Angestellten geleitet hat, ging in Oschatz bereits im August in die Spur, Münscher-Paulig übernimmt zum 1. Januar 2017. „Die Fusion bleibt ein Thema, aber wir machen keine Schnellschüsse“, betont Superintendent Mathias Imbusch, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Delitzsch/Eilenburg.

Rund 250 Mitarbeiter bei Diakonie Delitzsch/Eilenburg

Die aktuellen Aufgaben haben Vorrang. Für Münscher-Paulig bedeutet das vor allem Einarbeitung. Bereits seit Mai 2015 hat er bei dem Wohlfahrtsverband die Bereichsleitung Altenhilfe inne – in diesem Metier kennt er sich aus. Hinzu kommen diverse weitere Aufgabenfelder: zehn Kindertagesstätten, der Jugendmigrationsdienst, zahlreiche Beratungsangebote, der ambulante Hospizdienst. „Wir haben uns seit 1991 weiterentwickelt, haben inzwischen rund 250 Mitarbeiter in 16 Arbeitsbereichen“, schildert Thomas Rauer, der bei der Diakonie Delitzsch/Eilenburg seit 2004 die Geschäfte führt.

Weiterentwicklung, das bedeutet für Tobias Münscher-Paulig vor allem, das diakonische Profil zu schärfen. Er möchte die gelebten christlichen Werte als besonderes Merkmal der Diakonie noch stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. „Wir sind nicht einfach nur ein Marktspieler von vielen, wir haben eine ganz eigene politische Verantwortung – in der Altenhilfe genauso wie in der frühkindlichen Bildung“, unterstreicht Münscher-Paulig. Nach seinem Willen soll die Diakonie auch in Zukunft eine Kindertagesstätte in Delitzsch betreiben. Bekanntermaßen steht die Kita Regenbogen vor dem Aus – Stadtverwaltung und Stadtrat haben sich wegen des Sanierungsstaus für die Schließung Ende 2019 entschieden. „Wir wollen nicht, dass unsere Kinder auf andere Träger aufgeteilt werden“, sagt Münscher-Paulig. Und Mathias Imbusch ergänzt: „Wenn wir nicht im Regenbogen bleiben können, dann möchten wir in die Kita Zauberhaus. Das pädagogische Konzept ist nicht vom Gebäude abhängig, aber es muss erhalten bleiben.“

Tagespflege in Delitzsch wird ausgebaut

In der Altenhilfe sieht Münscher-Paulig einen wachsenden Bedarf, nordsachsenweit. Vor allem in Delitzsch ist die Diakonie in dieser Hinsicht sehr präsent. Ein zusätzliches Tagespflege-Angebot im Kosebruchweg ist in Vorbereitung. Bewährt habe sich zudem die Sozialstation, die die Diakonie und die Delitzscher Stiftung St. Georg-Hospital seit 2014 gemeinsam betreiben. „Durch diese gemeinsame Gesellschaft ist die Zusammenarbeit zwischen Diakonie und Stiftung gut gediehen“, schätzt Rauer ein.

Ein Miteinander, das künftig noch enger werden dürfte. Denn Tobias Münscher-Paulig ist aktuell Stiftungsgeschäftsführer – und wird diesen Posten auch in Zukunft behalten. Diakonie-Vorstand und Stiftungs-Kuratorium haben sich dafür ausgesprochen. „Die beiden Institutionen bleiben rechtlich eigenständig, werden sich aber enger verzahnen und von Synergien profitieren“, prognostiert Münscher-Paulig. Er kümmere sich in der Stiftung, die ebenfalls den diakonischen Idealen folgt, weiter um strategische Aspekte. Seit 2011 hat er die rund 600 Jahre alte Institution in stabile Fahrwasser geführt.

Von Kay Würker

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