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Delitzsch Die Brauerei ist ein wichtiger Faktor in Krostitz
Region Delitzsch Die Brauerei ist ein wichtiger Faktor in Krostitz
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07:00 23.01.2019
Wolfgang Frauendorf (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Krostitz. Quelle: Heike Liesaus
Krostitz

Wie geht die Gemeinde Krostitz ins Jahr 2019? Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) erklärt es im Gespräch mit der LVZ. Und auch, wie er als 67-Jähriger die Perspektiven seiner Zeit im Dienst sieht.

Auf der Website wirbt Krostitz mit „Idylle, Großstadtnähe, Gerstensaft und viel mehr“. Ist diese Reihenfolge immer noch richtig?

Ja. Gute Wohnverhältnisse in einem angenehmen Umfeld mit einer top-Infrastruktur sind eine sehr wichtige Voraussetzungen für das Ansiedeln in unserer Gemeinde. Der ständige Zuwachs an neuen Bürgern macht das deutlich. Wir profitieren von der Großstadtnähe. Sie ist vorteilhaft und wichtig, gibt vielen Einwohnern einen Arbeitsplatz ohne langen Anfahrtsweg, fördert den wirtschaftlichen Aufschwung. Die Brauerei Krostitz ist ein ganz wichtiger Faktor für uns. Sie begeht Ende Mai ihr 485-jähriges Bestehen. Mit einer zukünftigen Jahresproduktion von 1,4 Million Hektolitern kann sie auf eine sehr gute Entwicklung verweisen, worauf die Krostitzer sehr stolz sind. Eine bessere Werbung über die Landesgrenzen hinaus können wir uns gar nicht wünschen.

In welcher aktuellen Lage sehen Sie die Gemeinde Krostitz zum Beginn des Jahres 2019?

Mit der Gesamtsituation können wir zufrieden sein. Eine Studie der Universität Leipzig wertete Daten des Freistaates aus. Sie kommt zum Ergebnis, dass sich Krostitz deutlich positiv von anderen vergleichbaren und auch größeren Gemeinden abhebt. Unsere Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 60 Euro und wir könnten sie in zwei Jahren auf Null abbauen. Aber Zufriedenheit bedeutet auch Stillstand. Deshalb setzen wir uns neue Ziele.

Womit sind Sie denn eher zufrieden und womit nicht?

Gut gelungen ist uns bisher die Ausstattung unserer Kinder- und Bildungseinrichtungen. Was wir kontinuierlich fortsetzen. Aber die Straßenbaumaßnahmen, die wir im vergangenen Jahr im Plan aufgenommen hatten, konnten nicht alle realisiert werden. Wegen des Baubooms fehlt es den Firmen an Kapazitäten. Betroffen sind die Straßen in Mutschlena und die Parkstraße in Krostitz. Die dafür vorhandenen Mittel in Höhe von 3,3 Millionen Euro übernehmen wir jetzt in den Haushalt 2019. Ähnlich sieht es mit dem Bau der Mehrzweckhalle aus, der schon Ende 2018 fertiggestellt werden sollte.

Welche Probleme sind da derzeit aus ihrer Sicht am dringendsten zu lösen?

Das ist die Sanierung aller Spielplätze in der Gemeinde und das altersgerechte Wohnen. Das letztere Projekt ist jetzt gut angelaufen. Wir stehen in Verhandlung mit dem Investor. Momentan wird die Finanzierung geprüft. Ich rechne mit einem Beginn noch in diesem Jahr.

Jede Gemeinde freut sich über Einwohnerzuwachs. Warum ist er für eine Gemeinde wie Krostitz wünschenswert? Gibt es auch Nachteile?

Der Zuwachs ist enorm: Inzwischen haben mehr als 4000 Einwohner ihr Zuhause in Krostitz. Vor fünf Jahren wohnten hier noch 200 weniger. Das festigt unsere gute Infrastruktur. Denn die vorhandenen Einrichtungen werden gut genutzt. Die Kaufkraft steigt und Krostitz erfährt eine Verjüngung. Wir reagieren mit der Erschließung eines neuen Wohngebietes mit 23 Bauplätzen. Ein Investor ist vorhanden. Die Vorbereitungen laufen, die Erschließung könnte im Frühjahr starten. Auch die Kindereinrichtungen kommen an ihre Grenzen. Dank des Umbaus des ehemaligen Standesamtes zum modernen Hortgebäude können wir in diesem Jahr jedem Kind einen Krippen- oder Kindergartenplatz garantieren. Doch im nächsten Jahr wird es kritisch. Aber wir haben bisher immer noch eine Lösung gefunden.

Aus der Nachbargemeinde Schönwölkau wird immer mal wieder Kritik an den Leistungen der gemeinsamen Verwaltung laut. Was lässt sich aus Ihrer Sicht verbessern?

Unsere Verwaltung ist nicht übermäßig personell bestückt. Wir kommen da schnell an unsere Grenzen. Wenn man sich jedoch Zeit nimmt, sich zusammensetzt und nicht nur zwischen Tür und Angel agiert, dann lassen sich auch bestehende Probleme lösen. Für die kritisierte Website zum Beispiel fehlen auch die Vorstellungen und Zuarbeiten aus Schönwölkau.

Was wünschen Sie sich für Krostitz bis Ende des kommenden Jahres?

Ich wünsche für die Gemeinde, dass die gestellten Ziele realisiert werden können. Neben den Mitteln aus dem Vorjahr werden dafür zusätzlich 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Besonders wichtig sind dabei die Ausstattung der Feuerwehren und der Bildungseinrichtungen.

Sie können in diesem Jahr 68. Geburtstag feiern. Wie sieht es mit Ihren persönlichen Perspektiven als Bürgermeister aus?

Ich mache kein viertes Jahr in dieser Wahlperiode mehr. Ich bin seit 1990 im Amt. Irgendwann ist Schluss und das wird zeitnah sein. Mitte des Jahres soll es einen Wechsel geben, sonst denkt man noch: Der klebt am Sessel.

Interview: Heike Liesaus

Von Heike Liesaus

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