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Delitzsch Die Delitzscher Ruth und Willy Tondera sind seit 60 Jahren ein Paar
Region Delitzsch Die Delitzscher Ruth und Willy Tondera sind seit 60 Jahren ein Paar
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07:00 18.08.2017
Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) gehörte zu den Ersten, der Ruth und Willy Tondera zu ihrer Diamantenen Hochzeit gratulierte. Quelle: Manuel Niemann
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Delitzsch

„Sie sehen so jung aus!“, Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) musste erst noch einmal nachfragen, ob er sich nicht in der Tür geirrt hatte. Ruth Tondera, die gestern auch 79 wurde, empfing ihn mit Elan. „Das ist eine Überraschung!“, begrüßte sie die beiden Gratulanten aus der Stadtverwaltung, mit denen sie nicht gerechnet hatte. Ihre Kinder hatten sie in dem Glauben gelassen, nur eine Freundin komme vorbei, um ihr und ihrem Mann Willy zu ihrer Diamantenen Hochzeit zu gratulieren. Der 81-Jährige war nicht minder erfreut, tauschte gleich die Rollen und dankte Schöne seinerseits, dass viel in der Stadt gemacht worden sei.

60 Jahre in Delitzsch tief verwurzelt

Das haben beide in den 60 Jahren, die sie seit gestern miteinander verheiratet sind, miterleben können: Beide wohnten und arbeiteten stets in der Stadt: Er 38 Jahre im Raw und sie fast 47 Jahre erst bei einem Zahnarzt, später als Apothekenhelferin. Gewohnt haben sie währendessen immer in ihrer Wohnung am Karl-Marx-Platz, in einem Block, den sie mitaufgebaut haben. „Mit gelben Hohlsteinen“, erinnerte sich Willy Tondera, genau wie an das himmelblaue Kleid, das seine Frau am Hochzeitstag getragen hatte. Gerade die Anfangsjahre seien schwer gewesen: Nachkriegszeit, der Hochzeits- ein Regentag, die Kirche war in Delitzsch und der Pastor hatte unterwegs eine Motorpanne. Ruth und Willy mussten im Taxi aushalten. Er weiß noch, wie sie sich hinknieten, zusammen sangen. Gefeiert wurde anschließend bei seiner Mutter zuhause im ganz kleinen Kreis, die Schwägerin hatte gebacken.

Erstes Treffen auf Maskenball

Getroffen hatten sich beide schon drei Jahre zuvor bei einem Maskenball: Willy spielte zu der Zeit, aber auch später in einer Kapelle Gitarre. Zu zwölft traten sie in der Parkgaststätte auf. Dort fragte er seine Jungs: „Kann ich mal runtergehen von der Bühne?“ Er sprach Ruth an, und lupfte frech an einem Bonbon, das zu ihrem Kostüm gehörte. Im seinem blauen Sakko, den Sambaschuhen und Ringelsöckchen punktete der 18-Jährige. Die beiden waren seither ein Paar, auch wenn die rosige Zukunft und Kinder zunächst auf sich warten ließen. „Wir hatten nichts, er hat nicht viel verdient, ich hab nichts verdient“, erinnert sich Ruth. Mit dem Handwagen, Zinkwannen und Decken ging es in die eigene Wohnung, dort zogen sie vier Kinder gemeinsam auf. Dieses Zuhause ist auch ein Grund, warum sie beide noch so fit seien, verrät Willy: „Man muss sich wohl fühlen und mit dem zufrieden sein, was man sich geschaffen hat.“

Von Manuel Niemann

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