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Die Faszination Laube lebt in Delitzsch

Kleingartenvereine Die Faszination Laube lebt in Delitzsch

3285 Pächter zählte der Kreisverbandes der Kleingärtner (KVK) Delitzsch im vergangenen Jahr, mehr als 50 Anlagen verteilen sich von Krostitz bis Wiedemar, Delitzsch bis Rackwitz. Ein gewaltiger grüner Faktor. Und er hat seinen ganz speziellen Reiz.

Besonders beliebt sind Sparten wie Delitzsch-Ost, weil der Weg zur eigenen Wohnung oft kurz ausfällt.

Quelle: Christine Jacob

DELITZSCH. Delitzsch ist eine Klein(garten)stadt: 25 Anlagen verteilen sich in der Stadt und ihren Ortsteilen, rund 849 000 Quadratmeter Fläche der knapp 86 Quadratkilometer Stadtfläche nehmen sie ein. Und manche von ihnen gehen sogar in den Wettstreit um Nordsachsens schönste Sparte. Aber was ist eigentlich dran an Laube, Gartenzwerg und Kleingartenverordnung?

Autos, Autos, Autos. Der Seitenstreifen der Eilenburger Chaussee am Ortseingang von Delitzsch ist zugeparkt. Wenn die Sonne vom Himmel knallt ebenso wie wenn der Himmel grummelt. Es ist Kleingartenwetter. Es ist Sommer. Es gibt immer was zu tun. „Die Autos sind aber nicht von uns“, winken sie in der Sparte Früh-Auf ab. Gerade mal 33 Parzellen und damit knapp 230 weniger als die von der Frohen Zukunft auf der gegenüberliegenden Straßenseite zählen sie hier. Hierher kommt man am besten mit dem Rad. „Es ist nur ein Kilometer Weg“, sagt der 77-Jährige. Seit 30 Jahren besitzt er seinen Garten. Er kümmert sich um Kartoffeln und die andere Ernte, seine Frau um alles Schöne wie die Blumen. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, aber eins schon: „Damals wie heute geht es um die Erholung“, sagt der ehemalige Chemiker. Manchmal kommt die kürzer als früher, heutzutage kommen mehr junge Leute mit kleinen Kindern als Pächter – und die machen manchmal ganz schön Krach. Oder es donnert, so wie gerade, ein Güterzug auf der Strecke gen Eilenburg vorbei.

Ein Paradies für „Störche“ ist der auch mit einer Mühle dekorierte Garten der Familie Müller

Ein Paradies für „Störche“ ist der auch mit einer Mühle dekorierte Garten der Familie Müller.

Quelle: Christine Jacob

„Hier kann man den Alltag hinter sich lassen, mal abspannen und entspannen“, sagt Maik Müller von nebenan. Sechs Jahre hat die Familie nun schon den Garten. Und der bringt mit sich, was in der heutigen Arbeitswelt kaum möglich sei: „Hier kann man sich alles einteilen.“ Gemacht werden muss die Arbeit, sonst wird der Garten nicht schön – aber wann und wie, das entscheiden sie. Grün und Tarnfleck, das sind sonst die Themen in seiner Arbeit bei der Bundeswehr. Im Garten weicht jeder Stress dem Spaß, schwärmt der 49-Jährige. Und dass jetzt immer mehr Familien mit Kindern kommen, das sei doch einfach nett.

Delitzscher schätzen Freiheit

Schon nächste Woche werden Jury-Mitglieder mit Akten unterm Arm durch Kleingartenanlagen wie „Am Sportplatz“ in Döbernitz streifen. Das kennt Horst Zikarsky schon. Anfang 2015 gab er das Amt des Vereinsvorsitzenden für die Sparte Delitzsch-Ost ab. Als schönste Kleingartenanlage Nordsachsens waren sie mal ausgezeichnet und als mehrfach regional ausgezeichnete Anlage ging es vor zwei Jahren im Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ sogar bis zur Silbermedaille. Der Gartenfreund an sich ist ein scheues Wesen, die eigene Scholle aber zeigt er gerne her. „Es ist ein freies Leben“, erzählt der 78-Jährige, „du kannst dich austoben, ohne dass es jemand merkt und anbauen, was du willst. Du bekommst Natur, Luft und Bewegung.“ Man lebe gesünder mit einem Kleingarten. „Die eigenen Tomaten schmecken besser, die eigenen Gurken schmecken besser“, sagt er. Ein Stück Kuchen noch mit Zucchini aus eigener Ernte drin verbacken, dann geht’s weiter. Die Arbeit ruft. Es ist immer was zu tun. Immer an der frischen Luft. Wie schön.

Von Christine Jacob

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Delitzsch
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