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Die Lindenstraße blüht auf

Die Lindenstraße blüht auf

Die Loberstadt bekommt ein neues schickes Mietobjekt: Die alten Klinkerbauten in der Lindenstraße/Ecke Ludwig-Jahn-Straße werden gerade umfangreich saniert. Die ersten Mieter sind schon eingezogen.

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Die Hofseite des Hauses: Die ersten Wohnungen haben schon ihren Balkon. Vor allem Stellplätze für Pkw sollen im Hof entstehen.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Der Berliner Investor, der aus dem eher tristen Ende der Lindenstraße eine attraktive Wohngegend zaubert, ist fast wie die Jungfrau zum Kinde zum dreigeschossigen Mehrfamilienhaus gekommen. "Ich war zwar auf Immobiliensuche", erzählt Andreas Knönagel, "aber hierher hatte ich mich verklickt." Statt Leipzig stand aus Versehen Nordsachsen in der Suchmaske. Der zweite Treffer war die Lindenstraße 25 bis 31. Anfang der 1930er-Jahre waren die Klinkerbauten hier für die Bediensteten der Deutschen Reichsbahn errichtet worden. Sein Herz, sagt Andreas Knönagel, schlage für Bauten dieser Zeit. Aus dem Verklicken wurde ein Besichtigungstermin, dem vier Wochen später schon der Notartermin folgte.

Seit April 2011 hat der Mehrgeschosser seinen neuen Besitzer, seit Dezember 2011 wird gebaut - insgesamt dreht es sich hier locker um eine siebenstellige Investitionssumme. Noch sind die Handwerker voll dabei. "Ja, wir hängen hinterher. Wir wollten eigentlich nach einem Jahr fertig sein", berichtet der Investor, "aber es gab einige konstruktive Überraschungseier." Vor allem der Denkmalschutz ist in dem Objekt zu bedenken - mit Reinigung der Klinkerfassade, Holzfenstern oder auch den alten Türen, die auf moderne geschraubt werden. Sämtliche Elektroinstallationen wurden erneuert, alle Abwasser- und Trinkwasserleitungen ersetzt, die Kelleraußenwände abgedichtet und isoliert. Der Hof wird mit Parkplätzen versehen. Der zweite Aufgang - vier insgesamt hat der 30er-Jahre-Bau - soll Ende Mai bezugsfertig sein. Ende August folgt der nächste, im Dezember der letzte.

Jeweils sechs Wohnungen entstehen in der Lindenstraße 25, 27 und 29 - zwischen 57 und 63,5 Quadratmeter sind sie groß, wobei jede Wohnung noch einen Balkon von acht Quadratmetern Fläche bekommt. In Hausnummer 31 wird es am Ende drei Wohneinheiten von zirka 80 Quadratmeter Größe geben. Gefragt sind sie: "Ich könnte jede Wohnung zwei-, dreimal vermieten", scherzt Andreas Knönagel. Wichtig sei ihm, hier keine Billigsanierung vorzunehmen und das Areal zu einem wirklich attraktiven Objekt zu machen. Mit Grundrissen, die funktional und durchdacht sind. So können beispielsweise durch minimale Umbauten aus Zwei- schnell Dreizimmerwohnungen gemacht werden, und umgekehrt. Ältere und jüngere werden hier im bunten Mix einziehen, verrät der Investor: "Wir wollen hier weder ein Seniorenheim noch eine Jugendherberge errichten."

Besonderes Augenmerk bei der Sanierung wird zudem auf die Energieeinsparung gelegt. "Die Betriebskosten für Heizung und Warmwasseraufbereitung sollen so kostengünstig wie möglich gehalten werden, wir verkaufen den selbst erzeugten Strom direkt an die Mieter", erklärt Andreas Knönagel. So wird das gesamte Objekt über zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) beheizt, über die auch die Warmwasserversorgung gesteuert wird.

Das Projekt, beteuert der Investor, sei keines zum schnellen Abhaken. Es gehe nicht darum, Geld zu scheffeln und ein saniertes Objekt möglichst teuer weiter zu verkaufen: "Kinder verkauft man doch nicht." Vielmehr soll mit der Lindenstraße "so eine Art Signalwirkung" erreicht werden, wie Andreas Knönagel sagt. "In diesem Bereich würde ich gerne weitermachen, auch andere beraten, wie sich zum Beispiel Grundrisse von Mietobjekten clever gestalten lassen. Denn da besteht oft Nachholbedarf." So ärgert es den Berliner, dass so mancher Bauherr die Balkone am Wohnzimmer errichtet - in der Lindenstraße thronen sie aus praktischen Gründen an der Küche - oder Bäder ohne Fenster baut. Da bleibe am Ende die Frage, ob derjenige selbst schon mal wirklich gewohnt habe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2013

Christine Jacob

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