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Delitzsch Die Theaterakademie in Delitzsch ist ein Irrenhaus
Region Delitzsch Die Theaterakademie in Delitzsch ist ein Irrenhaus
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17:02 29.11.2016
Irre talentiert: Die vier charakterstarken Chanteusen des 5. Semesters tanzen, spielen und singen sich durch alle Richtungen des Musicals. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Sie tanzen, spielen und singen sich durch alle Richtungen des Musicals. Und die vier Darstellerinnen in „Das irre Haus des Musicals“ geben mit ihrem furiosen Mannschaftsspiel an der Theaterakademie Sachsen eine ebenso kritische wie humorvolle Abrechnung auf die Bühne des Oberen Bahnhofs, sodass der Zuschauer gefangen ist zwischen Tränen lachen und sich am Kopf kratzen. Das Musicalprojekt war nur eine von drei komplett ausverkauften Premieren diesen Monat im Oberen Bahnhof. Als einziges der drei Stücke ist es aber noch dreimal öffentlich zu sehen. Zum Glück.

Brandaktuelles Stück mit Blick auf die USA

Denn das, was da in diesem Irrenhaus abgeht, ist ein Bühne gewordener Beleg für Genie und Wahnsinn. Und das macht Laune und Denkfalten. Bei oberflächlicher Betrachtung ist das Stück zunächst aber mal Augen- und Ohrenweide. Und es reicht ja manchem vielleicht schon zu sehen, wie charakterstark Luisa Marie Kettnitz, Cölestine Zoe Reich, Freijdis Jurkat, Anne Grünig – allesamt Studentinnen des 5. Semesters – da auf der Bühne agieren. Sie bringen souverän große Musicalhits und schmissige Tanzeinlagen. Das macht Laune. Und: Das irre Haus des Musicals geht weiter. Es geht tiefer, weil das Stück hoch aktuell und frei zu jedweder Interpretation ist. Immer wieder wechseln die Szenen, jede einzelne ist eine Betrachtung des großen Ganzen und bietet Absurdität und Witz auf allen Ebenen. Etwa, wenn ein Cowboy ins Spießerleben eindringt und so die Gesellschaft hinterfragt. Purer genialer Wahnsinn wird auch, wie Cölestine Zoe Reich zum Huhn mutiert und ein Ei auf die Bühne legt. Darüber kann man lachen und denken auf so vielen Ebenen. So taucht immer wieder beim Betrachter diese Frage auf: „Wer ist hier eigentlich verrückt?“ Und über allem schwebt der immer wieder von den vier Chanteusen erwähnte „Mr. Rump“. Ein Schelm, wer da noch ein T am Namen mitdenkt und dem beim Schlusstitel „America“ aus der West Side Story das Lachen im Halse stecken bleiben mag.

Regie in diesem turbulenten Spektakel führt Ansgar Schäfer. Dem stellvertretenden Künstlerischen Leiter des Hauses und dem Team ist ein Glanzstück für alle gelungen, die das Schräge nicht scheuen. Am Sonntag um 17 Uhr, sowie am 9. Dezember und 29. Januar um 19.30 Uhr ist „Das irre Haus des Musicals“ wieder zu sehen. Karten gibt es an der Abendkasse und unter der Nummer 034202 36070.

Von Christine Jacob

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