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Die Weihnachtsengel sind heute wieder unterwegs

Die Weihnachtsengel sind heute wieder unterwegs

Delitzsch/Krostitz. Während die meisten Menschen bereits in Weihnachtsstimmung sind und dem Jahreswechsel entgegenfiebern, gibt es andere, die am Heiligabend beziehungsweise an den Feiertagen beruflich oder ehrenamtlich unterwegs sind.

h oder ehrenamtlich unterwegs sind. Zu ihnen gehören die Krankenschwestern Antje Kunze und Carolin Pauer vom Pflegedienst Lehmann in Krostitz sowie Katrin Limmer, Daniela Winkler und Britta Schreiber von der Volkssolidarität in Delitzsch. Allen gemein ist, dass ihnen das nichts ausmacht, sie gern an diesen Tagen für andere tätig sind. Ihre Familien und Freunde haben sich auf diese Situation seit Jahren eingestellt.

Für Carolin Pauer hat der Dienst heute gegen 6.30 Uhr begonnen. Die Krostitzerin gehört zu dem Team, das beim Pflegedienst in diesem Jahr den Weihnachtsdienst übernommen hat und das rund 80 Patienten an diesen Tagen betreut. Je nach Pflegestufe besuchen die Pfleger und Schwestern ihre Patienten ein- bis dreimal täglich. Carolin Pauers Tour umfasst 24 Pflegebedürftige, die sie in Krostitz, Delitzsch, Lindenhayn oder Kupsal besucht. "Meine Oma war Gemeindeschwester. Da bin ich das praktisch von klein auf gewohnt", erzählt die 34-Jährige. Man finde seinen Rhythmus, deshalb wird in ihrer Familie etwas später beschert. Ihre Mutter wird kochen und ihr zwölfjähriger Sohn sie mit selbst Gebackenem nach dem Dienst verwöhnen. Nur zu gut weiß sie, dass sich ihre Patienten, vor allem jene, die allein sind, an diesen Tagen besonders freuen, sich mit den Schwestern austauschen zu können. Diese nehmen sich gern ein bisschen mehr Zeit als im sonstigen Alltag.

So handhabt es jedenfalls Antje Kunze, die seit 18 Jahren zum Team des Pflegedienstes Lehmann gehört. "Zu Weihnachten sind die alten Menschen besinnlicher. Alleinstehende auch etwas traurig", erzählt sie. "Besonders, wenn sie warten und die Kinder dann doch nicht kommen. Das sind Momente, die mir sehr nahegehen." Aber in ihrem Beruf müsse man auch manches ausblenden können. "Man darf nicht alles an sich heranlassen", so die 41-jährige Mutter von zwei Töchtern. Dieses Jahr kann sie Weihnachten mit ihrer Familie ganz normal feiern, denn sie hat frei, dafür muss sie aber zum Jahreswechsel ran. Auch wenn sie, wie im Vorjahr zu Weihnachten, arbeiten müsse, fällt das Fest für sie und ihre Familie nicht aus. Von 5 bis 13 Uhr und von 16 bis 20 Uhr war Antje Kunze am Heiligabend 2013 auf Tour und zwischendurch zu Hause bei der Familie zum Kaffee. Weihnachten begann für sie dann erst nach Dienstschluss mit der Bescherung, dem gemeinsamen Singen und Abendbrot. Traditionell besucht Antje Kunze am ersten Weihnachtsfeiertag dann die Oma. "Dafür nehmen wir uns immer Zeit", berichtet die Krankenschwester.

"Am Heiligabend verrichte ich meine letzte gute Tat im Jahr", hat sich Katrin Limmer als angenehme Pflicht auferlegt. Seit mehreren Jahren organisiert sie mit ihrer Kollegin Britta Schreiber auf ehrenamtlicher Basis im Begegnungszentrum der Volkssolidarität in Delitzsch für Alleinstehende die Veranstaltung "Heiligabend nicht allein zu Haus". Dritte im Bunde ist dieses Jahr Daniela Winkler, Leiterin der Begegnungsstätte.

Zu dieser Veranstaltung werden heute Nachmittag rund 20 Personen erwartet. Auch der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde und die Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Volkssolidarität Anke Thiedmann haben sich angesagt. Instrumentalisten der Kreismusikschule umrahmen die Veranstaltung musikalisch. "Wir holen die Teilnehmer von zu Hause ab, betreuen sie hier und bringen sie abends auch wieder nach Hause. Ich drehe dann mit ihnen eine Runde durch die weihnachtlich beleuchtete Stadt, darauf freuen sich die älteren Herrschaften immer, denn viele sind bewegungseingeschränkt und kommen allein nicht mehr in die Stadt", erzählt Katrin Limmer.

Den heutigen Abend wird die 44-Jährige mit Freunden verbringen. Bis Mitternacht ist Weihnachtsskaten angesagt. Doch zuvor gönnt sie sich noch eine halbe Stunde Rammstein, denn nach vier Wochen Weihnachtsmusik intensiv und täglich könne sie diese nicht mehr hören. Am ersten Feiertag trifft sich Katrin Limmer in Leipzig mit ihrer Familie, und am zweiten Weihnachtstag fährt die Leiterin des Mahlzeitendienstes der Volkssolidarität dann schon wieder selber Essen aus. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.12.2014
Thomas Steingen

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