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Delitzsch Doktor Worlitzer Einzelkämpfer in Rackwitz
Region Delitzsch Doktor Worlitzer Einzelkämpfer in Rackwitz
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17:45 26.02.2010
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Die Fortführung gestaltet sich seit dem schwierig. Mehrere Mediziner versuchten, den Praxisbetrieb aufrecht zu erhalten. Nun werfen die nächsten das Handtuch. Einziger verbliebener Allgemeinmediziner im Ort ist Detlef Worlitzer. Die Kreiszeitung sprach am Freitag mit dem Diplom-Mediziner. Frage: Was ist ein MVZ? Detlef Worlitzer: Das ist eine neue Struktur. Ein Träger, das kann ein Krankenhaus oder ein Privatarzt sein, beschäftigt den dort angestellten Arzt. Woran ist das Projekt gescheitert? Die Kollegin hat ein Kind bekommen. Einen Nachfolger gibt es offenbar nicht. Sie scheinen auch nicht mehr zu wissen als die anderen Rackwitzer. Es soll ja lediglich einen Aushang in einer Apotheke geben, der auf die Schließung hinweist. Woher haben Sie welche Informationen? Ich kennen die beiden Geschäftsführer des MVZ und habe zu ihnen Kontakt. Daher weiß ich, was läuft und was nicht? Und wie läuft es jetzt weiter? Die Rackwitzer sind frustriert und verunsichert. Ich stelle die Versorgung für jeden der das will sicher. Ich bin bereit, das durchzuziehen. Ihre Praxis ist schon jetzt proppenvoll und die Wartezeiten sind lang. Das nützt ja alles nichts. Was soll ich machen? Ich werde niemanden abweisen. Von den Patienten erfordert das natürlich auch Verständnis und Kooperation. Die Situation wird mit der Schließung schlechter und nicht besser. Das habe ich mir so nicht ausgesucht. Ich will nur helfen. Das ist besonders für die älteren Rackwitzer immer noch besser, als zu fahren. Eine Dauerlösung kann das nicht sein. Wie also weiter in Rackwitz? Die beiden Geschäftsführer haben viel Engagement gezeigt und viel investiert. Trotzdem gehe ich davon aus, dass sie die Praxis nicht wieder eröffnen können. Es bleibt nur ein halbes Jahr Zeit, einen neuen Mediziner zu finden, dann erlischt die Genehmigung für den Arztsitz. Bleiben Sie dann Einzelkämpfer in Rackwitz? Ja. Ist es unattraktiv, Arzt in Rackwitz oder auf dem Land zu ein? Die Gesundheitspolitik macht es teilweise unattraktiv. Das heißt? Ich klage jetzt beispielsweise dagegen, dass ich 8000 Euro für das Jahr 2007 zurückzahlen soll, weil ich zu viele Medikamente verschrieben habe. Wie groß ist Ihr Betätigungsfeld jetzt erst einmal? Ich versorge ungefähr 8000 Patienten. Wie ist diese Zahl einzuordnen? Keine Ahnung. Ich betreue im Quartal bis 1500 Patienten. Das dürfte ungefähr ein Drittel mehr sein als üblich. Obwohl Vergleiche auch hier hinken. Was braucht der Ort, um medizinisch gut versorgt zu sein? Zwei Ärzte sind notwendig und wären wohl das optimale Angebot. Das würde auch die Zusammenarbeit erleichtern, man könnte sich abstimmen und ergänzen und und und. Was muss passieren, damit auch für Sie Entlastung eintritt? Die Arbeitsbedingungen für Ärzte müssten attraktiver werden, die Gängelung müsste abnehme, der finanzielle Anreiz, auf das Land zu gehen, steigen. Es gibt keinen Sonderstatus als Landarzt, obwohl wir unter wesentlich schwierigeren Bedingungen arbeiten als Klinikärzte oder Ärzte in der Stadt. Natürlich braucht es auch jungen Nachwuchs, der bereit ist, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Nachwuchs, der sich nicht zu schade ist, aufs Land zu gehen. Am Donnerstag spielte das Thema im Gemeinderat keine Rolle. Was sagt der Bürgermeister zu dieser Situation? Hat er mit Ihnen gesprochen? Nein, kein Kontakt. Eigentlich müsste es ein Thema für die Gemeinde sein. Ich hoffe, dass sich die Verwaltung kümmert. Denn ein Dauerzustand kann das nicht sein. Ich mache jetzt erst mal los, ich habe ja nur noch zehn Jahre. Interview: Frank Pfütze

FrankiPfütze

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