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Doppik rollt durch die Gemeinden

Doppik rollt durch die Gemeinden

Es erinnert an die umstrittenen Kamerawagen von Google Streetview: Ein Transporter voll Technik und mit insgesamt zehn hochsensiblen Kameras ausgestattet, tourt gerade durch Gemeinden wie Löbnitz und Schönwölkau, fotografiert dort jeden Zentimeter Asphalt.

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Um im Zuge der Doppik die Straßen zu erfassen, ist das Messfahrzeug in Krostitz unterwegs.

Quelle: Manfred Lüttich

Krostitz. Im Auftrag der Verwaltungsgemeinschaft Krostitz erfasst das Messfahrzeug die Straßen, um wichtige Daten für die doppelte Buchführung Doppik und darüber hinaus zu liefern.

Die Kameras des silber-orangefarbenenen Transporters richten sich, so versichert die zuständige Firma eagle eye technologies aus Berlin, ausschließlich auf die Straßen inklusive ihrer Schlaglöcher und Risse, Inventar wie Beleuchtung, Verkehrszeichen oder Kanaldeckel, indem sie Fotos aus verschiedenen Winkeln aufnehmen.  „Die Kameras sind auf den Boden gerichtet, Vorgärten werden nicht fotografiert“, sagt Ingenieur Alexander Gumnior. Rund 125 Kilometer kommunaler Straßen schlängeln sich durch das Verwaltungsgebiet. Diese gilt es im Zuge der ab 2013 einzuführenden Doppik genauestens aufzunehmen, den Wert einer Kommune aufzulisten, zu zeigen, was sie hat und in welchem Zustand sich dies befindet.

„Die Straßen und das Straßeninventar sind ein wichtiger Vermögenswert unserer Gemeinde, den wir in diesem Zusammenhang möglichst genau erfassen und bewerten müssen“, erklärt der Krostitzer Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU). Vom Rathaus des Bierdorfes aus wurde nach geeigneten Anbietern gesucht, die für die Verwaltungsgemeinschaft die Straßenbewertung übernehmen. Das Berliner Unternehmen erhielt nach Zustimmung der einzelnen Gemeinderäte den Zuschlag.

Bereits in der vergangenen Woche war das Fahrzeug in Krostitz und Schönwölkau unterwegs. Am Donnerstag tourt eagle eye durch Löbnitz. Vorausgesetzt das Wetter spielt auch mit: „In der vergangenen Woche mussten wir wegen Regens bereits einen Tag aussetzen“, so der Ingenieur. Eine zu nasse Fahrbahn reflektiert, die Spiegelung macht das Erfassen unmöglich. Ab Montag geht es weiter nach Doberschütz, Zschepplin und Jesewitz.

Die Erfassung des Straßenvermögens geschieht dabei buchstäblich mit Adleraugen wie der englische Firmenname bereits andeutet: „Der Wagen ist mit Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßen beim Befahren vermessen werden“, erläutert Gumnior. Die Kameras – fünf vorn, fünf hinten – fangen Straßenzustand und Verkehrsanlagen zugleich ein. Dazu müssen die einzelnen Straßen doppelt befahren werden: „Wie bei einer Luftbildbefliegung erreichen wir durch diese Überlappung einen 3-D-Effekt, der ein sehr genaues Bild liefert“, so Gumnior.

Krostitz und Schönwölkau waren binnen weniger Tage genau dokumentiert. Das Messauto fällt höchstens durch seine orangefarbene Signalfarbe und den Dachaufbau ins Auge: „Die Befahrung findet natürlich besonders vorausschauend, aber bei den normalen Geschwindigkeiten statt. In den Gemeinden sind wir je nach Regelung mit Tempo 30 oder 50 unterwegs, auf Autobahnen sind 100 Stundenkilometer möglich“, so Gumnior. Alle fünf Meter werden die Kameras ausgelöst und schießen ihre Bilder. „Wir haben dabei Abweichungen von 10 bis 20 Zentimeter.“

Die Hauptarbeit, das Auswerten der Daten, werde aber noch einmal rund zwei bis drei Monate Arbeit in Anspruch nehmen. Am Ende der Befahrung erhalten die Gemeinden nicht Millionen von Straßenfotos, sondern die seit 1975 auf Vermessungen spezialisierten Berliner arbeiten die Daten auf. Vermessungstechniker prüfen und lesen die Fotos aus, füttern die Straßendatenbank und ermitteln das Vermögen. Die Daten sollen sich aber nicht nur für die Doppik, sondern vielfältig eignen. Die Informationen ließen sich laut dem Berliner Unternehmen auch nutzen, um den Unterhalt der kommunalen Straßen zu vereinfachen, weil Begutachtungen vor Ort reduziert werden könnten. „Man kann anhand der dokumentierten Schäden schneller abschätzen, wie viel Reparaturen kosten“, erläutert Gumnior.

Christine Gräfe

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