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Delitzsch Dorfgemeinschaft Rabutz führt Menschen zusammen
Region Delitzsch Dorfgemeinschaft Rabutz führt Menschen zusammen
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17:00 07.03.2017
Seit 23 Jahren ist Rabutz Wolfgang Schillings (56) Wahlwohnort. Im Verein möchte er die Dorfgemeinschaft beleben. Quelle: Manuel Niemann
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Rabutz

„Es geht weiter mit diesem Dorf“, sagt Wolfgang Schilling (56). Er ist freiberuflicher Radiojournalist und stammt aus Leipzig. Seit 23 Jahren wohnt er in Rabutz, hat dort mit seiner Familie ein Bauerngehöft saniert und miterlebt, wie der ohnehin kleine Ort seit Mitte der 1990er-Jahre auf die Hälfte seiner Bewohner schrumpfte. Mit lediglich 46 Bewohnern ist es der kleinste Wiedemarer Ortsteil. Aber in den letzten zwei Jahren habe sich etwas getan, fünf Grundstücke wurden verkauft, es gibt Nachwuchs, Familien mit Kindern. „Wir fühlen uns nicht als sterbende Dörfler“, sagt er mit Hinblick auf den Ruf, den das Dorf zeitweilig genoss.

Einst ausgeprägtes Dorfleben

Das war auch der Auslöser, einen Dorfgemeinschaftsverein zu gründen: „Rabutz hatte ein ausgeprägtes Dorfleben. Wir haben in den 90er-Jahren selbst noch tolle Dorffeste miterlebt.“ Doch irgendwann schlief das ein. Weil er selbst, der Stadtmensch, der aufs Dorf zog, durch das Leben im Ort gut aufgenommen worden war, reifte der Wunsch, das wiederzubeleben. Damit das nicht gleich wieder versiegt, sollte ein Verein den Fortbestand sichern. „Lasst uns doch etwas machen, was Hand und Fuß hat.“ Von den 30 Einwohnern, die im Dezember zu einer Versammlung kamen, traten zehn schließlich dem Verein bei. Dessen Mitglieder kommen aus ganz verschiedenen Berufen: ein Tierarzt, eine E-Commerce Managerin, zwei Dachdecker, der Journalist, ein Polier, ein Kraftfahrer, eine Reinigungskraft, ein Transportarbeiter und eine Sekretärin. Sie eint der Gedanke an die Gemeinschaft im Dorf.

Landfilmabende im Rabutzer Gemeinschaftshaus

Damit der Zusammenhalt gestärkt wird, veranstaltet der Verein die Rabutzer Landfilmabende. Jeden ersten Donnerstag finden die im Gemeinschaftshaus im Bageritzer Weg statt. „Die Leute kommen zusammen und reden mal miteinander, statt zuhause zu sitzen.“ In zunehmender Zahl, oft auch aus den umliegenden Dörfern. Bisher auf dem Programm: „Willkommen bei den Sch’tis“ oder „Das Wunder von Bern“. Die Abende sind angemeldet, die Gema-Gebühren trägt der Verein. Wer möchte, kann etwas spenden, sonst ist es frei. Das sind nicht die einzigen Ideen, die Schilling und seine Mitstreiter haben. Dorfvespern am Abend könnten den fehlenden Dorfgasthof ersetzen. „Und jeder bringt etwas mit.“ Oder auch die Tradition der Dorffeste könnten wieder aufleben. Gern auch kurios wie ein Hutfest, bei dem jeder erst einmal überlege, was setze ich auf.

Von Manuel Niemann

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