Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Dorfkonsum in Schenkenberg sucht neuen Standort
Region Delitzsch Dorfkonsum in Schenkenberg sucht neuen Standort
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:35 23.03.2017
Seit 23 Jahren betreibt Gabriele Kroke das Einkaufseck in Schenkenberg. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Anzeige
Schenkenberg

Ist es das Ende von einem der letzten verbliebenen Dorfkonsum-Läden auf dem Land in dieser Region? Der Betreiberin des Einkaufsecks in Schenkenberg, Gabriele Kroke, wurde nach 23 Jahren der Mietvertrag gekündigt. Der Eigentümer gibt als Grund Eigenbedarf an. „Keine Frage, das ist sicher alles rechtens“, sagte die 57-Jährige, die im Grunde ihres Herzens eine absolute Frohnatur ist und die sich auch von schweren Schicksalsschlägen nicht aus der Bahn werfen ließ. Doch als sie wohl auf nicht sehr charmante Art erfuhr, dass sie ihren Laden innerhalb eines Jahres verlassen muss, fehlten ihr dann doch zunächst die Worte.

Schwere Tage

„Ich habe schwere Tage hinter mir“, erzählt sie. Zumal sie immer davon ausgegangen sei, dass ihr das beim Einzug vor 23 Jahren gegebene Versprechen, solange Mietrecht zu haben, wie sie den Laden betreiben will, eingehalten wird. Es sei wohl damals auch alles schriftlich vereinbart gewesen, weiß sie noch. „Aber heute, nach 23 Jahren, lässt sich ein solches Dokument leider nicht mehr finden“, erklärte Gabi Kroke. Der Vermieter habe es nicht, sie aber auch nichts in ihren Unterlagen. Damit sei schwer zu beweisen, was damals verabredet wurde.

Einkaufen und sich treffen

Die Schenkenbergerin, die nicht nur einfach so einen Laden betreibt, sondern quasi auch ein Kommunikationszentrum im Dorf unterhält, will natürlich nicht aufgeben. „Ich habe mich sofort nach Alternativen umgeschaut und jede Menge Hilfe von den Leuten erfahren.“ Denn eines steht für sie fest: Wenn sie schon den Platz räumen muss, dann aber auch so schnell wie möglich. Nie habe sie sich etwas zu Schulden kommen lassen, pünktlich die Miete gezahlt, es gab all die Jahre keine Probleme.

Es geht offenbar weiter

Offenbar ist sie beim Suchen nach einem neuen Laden auch erfolgreich gewesen. Wo genau der steht, ließ sie noch offen, weil noch einige Fragen zu klären seien. Unter anderem wolle sie prüfen lassen, ob die neuen Räumlichkeiten so hergestellt werden können, damit sie den strengen Kriterien der Hygiene standhalten.

„Für den anstehenden Umzug haben sich schon jede Menge Leute angemeldet, die unbedingt helfen wollen“, freute sie sich dennoch. Auch ihre Mitarbeiterin Rona Braun, auch schon seit 20 Jahren dabei, ist froh, dass es weiter geht. Das Dorf brauche die Einrichtung und die Einrichtung brauche die Leute, die hier einkaufen, sagt sie. Der Plausch zwischen Rundgang und Kasse ist manchen teils wichtiger als am Ende der eigentliche Einkauf. „Hier wird über alles gesprochen, über Freud und Leid, alles wird miteinander geteilt“, sagt Gabi Kroke und fragt sich: „Wo gibt es das sonst noch?“ Am 31. März, ab 14 Uhr, gibt es wieder einen Flohmarkt vorm Einkaufseck. Interessenten können sich anmelden. Es wird voraussichtlich die letzte Aktion am alten Standort sein.

Von Ditmar Wohlgemuth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wer im Netz nach einer Info sucht, bekommt die Einträge von Wikipedia garantiert ganz oben angezeigt: Das Online-Lexikon bietet rund 40 Millionen Artikel, und das in zahlreichen Sprachen. Jeder Nutzer kann sich anmelden und selbst Artikel hinzufügen und daran herumschreiben. Und genau das ist das Problem, erleben die Nordsachsen.

22.03.2017

Leipzig boomt, die Region boomt, Delitzsch boomt. Das ist alles schön und gut, bringt den Immobilienmaklern einen Haufen Arbeit. Aber auch Ansprüche, die sie nicht mehr erfüllen können. Es herrscht eine angespannte Ausverkaufsstimmung und der Markt wird immer schwieriger.

15.03.2018

Der Delitzscher Stadtrat hat vor einigen Jahren ein langfristiges Radverkehrskonzept verabschiedet. Einige der Maßnahmen wurden bereits realisiert, andere sind abhängig von Bauvorhaben, die nicht allein im Ermessen der Stadt liegen. Im touristischen Bereich kann Delitzsch auf einen regionalen Hauptradweg und regionale Radwege verweisen.

22.03.2017
Anzeige