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Dr. Klaus Kirchhof – 50 Jahre Arzt in Delitzsch

Personalie Dr. Klaus Kirchhof – 50 Jahre Arzt in Delitzsch

Dr. Klaus Kirchhof ist 50 Jahre Arzt und seit knapp 40 Jahren in Delitzsch in eigener Praxis tätig. Auch wenn er die Praxis längst an die jüngere Generation weitergegeben hat, an seine Tochter Andrea Recknagel, ist er weiterhin am Patienten, hilft, wo Hilfe gebraucht wird. „Ich bin mit meinen Patienten alt geworden. Aber offenbar brauchen sie mich noch“, sagt der 75-Jährige.

Dr. Klaus Kirchhof praktiziert auch nach 50 Berufsjahren noch in Delitzsch.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Dr. Klaus Kirchhof ist Arzt aus Leidenschaft und Berufung. Am Freitag feierte er sein 50. Berufsjubiläum und steht auch noch mit 75 Jahren zehn Stunden in der Woche in seiner ehemaligen Praxis. Die gehört seit einigen Jahren seiner Tochter Andrea Recknagel. „Und die Patienten kommen immer noch zu mir, offenbar brauchen sie michnoch“, sagte der Sanitätsrat und promovierte Mediziner. Das sei für ihn der größte Vertrauensbeweis. „Andererseits: Ich bin mit ihnen alt geworden, sehr viele kennen mich also schon sehr lange.“ Aus Kindern und Jugendlichen aus der Anfangszeit in Delitzsch sind längst reife Erwachsene geworden. Insofern habe sich aus seiner Sicht auch das Verhältnis zu ihnen über die vielen Jahre hinweg verändert. Es sei enger geworden.

40 Jahre in eigener Praxis

Seit fast 40 Jahren gibt es die Hausarztpraxis in der August-Fritzsche Straße 1. Vom Wohnbereich im selben Haus sind es für die Kirchhofs, Ehefrau Constanze arbeitete 15 Jahre lang bis zur Pensionierung in der Gemeinschaftspraxis, nur wenige Schritte über den Flur, um die Behandlungsräume zu betreten. Die sind gleichermaßen zur Ausstellungsräumen geworden. Fotos und Malereien hängen an den Wänden, zeugen von der großen Reiselust des Mediziners und seiner Frau.

Helfen, wenn Hilfe gebraucht wird

Das Credo als Arzt war und ist für Klaus Kirchhof immer noch dasselbe: Wenn seine Hilfe für den Patienten gebraucht wird, dann ist er auch für sie da. Praxis, Hausbesuche und Nachtdienste gehören nach wie vor zu seinem Leben dazu. Es sei ihm stets egal gewesen, ob eine später festgestellte medizinische Indikation einen Hausbesuch gerechtfertigt hat. „Wenn es der Patient als dringend ansieht, wird der Hausbesuch gemacht. Stellt sich dann heraus, dass es nicht so gravierend war, kann es für den Kranken doch nur gut sein“, betonte Klaus Kirchhof. Schließlich habe sein Erscheinen bei den Kranken auch immer dafür gesorgt, dass Ängste verschwanden. Sie wussten, dass sie die Behandlung erhielten, die sie brauchten.

Papierlose Praxis – abgelehnt

Dass sich mit den Jahren auch in Sachen Technik in der Praxis einiges verändert hat, ist dem erfahrenen Arzt nicht verborgen geblieben. Von einer papierlosen Praxis hält er jedoch nicht viel. „Das lehne ich ab“, sagt er kategorisch. Nach wie vor werden seine Eintragungen per Hand in den Patientenakten dokumentiert. Die Patientenanzahl ist auch nach dem Wechsel in der Praxis stabil geblieben. „Meine Tochter nutzt natürlich die neuen Möglichkeiten und das ist auch gut so.“ Ohnehin habe er ein sehr gutes Verhältnis zu ihr. Die Zusammenarbeit funktioniere reibungslos.

„Nicht viel falsch gemacht“

Auf eines ist der Mediziner ebenso stolz: Es gab nie Vorwürfe wegen irgendwelcher Fehlbehandlungen. Diesbezüglich hatte er deshalb mit der Justiz nie etwas zu tun. „Dann werde ich wohl vielleicht nicht alles richtig, aber auch nicht allzu viel falsch gemacht haben“, sagte der gebürtige Delitzscher mit einem Lächeln auf den Lippen. Nach dem Studium hatte Klaus Kirchhof zunächst eine Praxis in Jeßnitz bei Wolfen, kehrte jedoch nach elf Jahren in seine Heimatstadt zurück.

Fünf Ärzte bei sechs Kindern

Er hat drei Kinder, zusammen mit den Schwiegerkindern ergibt es fünf Akademiker. Fünf sind Ärzte geworden. Mittlerweile gibt es auch sechs Enkel. Die Reisetätigkeit, in den zurückliegenden Jahren sehr intensiv gepflegt, haben Constanze und Klaus Kirchhof jetzt reduziert, die Reiseziele sind kürzer geworden. „Es reizt mich nicht mehr so wie früher.“ Ein Blick auf die Weltkarte verrät warum. Die Länder, die die Kirchhofs bereits besuchten, sind darauf mit Nadeln gekennzeichnet. Und davon gibt es jede Menge. Was sie allerdings nicht aufgeben wollen sind die Besuche verschiedenster kultureller Veranstaltungen. Die werden übrigens akribisch dokumentiert. Ganz altmodisch, in Heftern und Klarsichtfolien. Eintrittskarten und Rezensionen sind darin unter anderem zu finden. „Das habe ich jetzt 50 Jahre lang gemacht“, sagt Klaus Kirchhof. Eigentlich bräuchte er es nicht, den er weiß ja, wo er gewesen ist. „Das Gedächtnis funktioniert“, sagte er.

Nur 22 Tage krank

Wann er gänzlich das Arztsein lassen wird, hänge von vielen Faktoren ab. In erster Linie von der Gesundheit. Die habe ihn die vielen Jahre kaum im Stich gelassen. In seinem kompletten Berufsleben habe er gerade einmal 22 Krankheitstage vorzuweisen. „Die Praxis war nicht einen Tag geschlossen.“ Der nächste Höhepunkt im Leben der Kirchhofs ist ein ganz persönlicher. Im Oktober wird Goldene Hochzeit gefeiert.

Von Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch 51.525574 12.3380993
Delitzsch
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