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Delitzsch Drei Weihnachtsmänner aus der Region Delitzsch packen aus
Region Delitzsch Drei Weihnachtsmänner aus der Region Delitzsch packen aus
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00:18 27.12.2015
Drei Männer, eine Mission: Peter Schoder, Thomas Preißler und Siegfried Hülle (von links) mimen mit Kostüm und Charakter den fleißigen Weihnachtsmann. Quelle: Montage Wolfgang Sens
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Rackwitz/Wiedemar

Von wegen, besinnliche Weihnachtszeit. Für die Bärtigen, die in diesen Tagen durch die Region streifen, ist das nimmermüde Beschenken, Ermahnen und Gedichte abfragen ein echter Kraftakt. Grund genug also, den fleißigen Weihnachtsmännern mal in die gestresste Seele zu blicken. Ihre Erfahrungen sind recht unterschiedlich, wie sie im Gespräch offenbaren.

Thomas Preißler zum Beispiel. Seit mehr als fünf Jahren schon mimt er den Weihnachtsmann in der Gemeinde Rackwitz, mischt sich regelmäßig auf dem TSV-Gelände in den traditionellen Budenzauber, besucht auch private Familienfeiern. „Es macht mir Spaß, in leuchtende Kinderaugen zu sehen“, sagt er. „Außerdem kann ich gute Laune verbreiten, den Gemeinsinn im Dorf beleben und manches Familiengeheimnis entlocken – zum Beispiel, was die Mutti zu Weihnachten bekommt.“ Lokale Einkaufsmärkte helfen dem Rackwitzer, den Sack mit Obst und Schokolade zu füllen. Die Zeiten, als der Bärtige die uneingeschränkte Autoritätsperson war, seien allerdings vorbei. „Die Kinder gehen zunehmend unbefangener auf mich zu, kommen auch öfter mit frechen Sprüchen. Zumindest die älteren.“ Manche Eltern seien unzufrieden mit der Menge der Geschenke, unterm Strich ernte er aber doch viel Dankbarkeit. Die Respektvollsten seien die Rentner, die natürlich ebenfalls Präsente erhalten.

Peter Schoder aus Zschernitz kann in Sachen Autorität nicht klagen, wenngleich er kein Kinderschreck sein will. „Wenn ich den Raum betrete, wird selbst der frechste Rabauke ganz kleinlaut“, sagt der 63-Jährige. Immerhin: Der Bart ist echt, Peter Schoder hat ihn seit Juni wachsen lassen. Und unter den Kindern vor Ort hat sich herumgesprochen: „Ohne Gedicht oder Liedchen gibt es nichts aus meinem Sack.“ Zu hören bekommt der Zschernitzer Weihnachtsmann dann meist die Klassiker: „Sind die Lichter angezündet“ oder „Lieber guter Weihnachtsmann“. Einige Kinder beginnen bei seinem Anblick gar mit Weinen, laufen schreiend davon. Oder sie gehen in die Offensive, kuscheln sich an den weichen Mantel. „Das ist kein Mantel von der Stange. Der weiße Rand ist aus richtigem Fell und der rote Stoff aus Samt.“ Der soll noch lange halten. Ans Aufhören denkt Peter Schoder nicht. Trotz inzwischen zigfacher Auftritte. Auch am Heiligen Abend wird er wieder unterwegs sein.

Für Siegfried Hülle war es in diesem Jahr der erste Einsatz als Weihnachtsmann. In der Kita Zwochau sorgte er für Aufsehen. Mit Kostüm in Einheitsgröße, lockiger Vollbartattrappe, Glocke in der Hand und Reisigrute im Gürtel ging der 60-Jährige nach draußen in den Garten. Unbemerkt gelang das keine zehn Schritte. Schnell bildete sich eine Traube von Kindern, die ihn längst entdeckt hatten, um ihn. „Bei den größeren Steppkes siegte die Neugierde, bei den Kleinen liefen die ersten Tränen“, erzählte der Bärtige. Und dann rückten sie dem Weißbärtigen doch im wahrsten Sinne des Wortes auf den Mantel. Jeder wollte mal auf dem Schoß Platz nehmen.

Immer wieder drängelten die nächsten nach, jeder wollte dran sein. Geschenke allerdings gab es nur für einen Spruch oder ein Liedchen. Mutti oder Vati standen derweil zum Fotografieren bereit. Zum Glück zupfte keiner im Vorbeigehen am geborgten Bart. Ob weitere Angebote und Anfragen für diesen Saisonjob kommen, ist noch nicht ganz sicher. Zu vermuten ist es aber. Spontane Weihnachtsmänner wie Siegfried Hülle werden schließlich auch nächstes Jahr wieder gebraucht.

Von Ditmar Wohlgemuth und Kay Würker

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