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Delitzsch Dreiste Diebestouren in Delitzsch – sogar Zwergen geht es an den Leib
Region Delitzsch Dreiste Diebestouren in Delitzsch – sogar Zwergen geht es an den Leib
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06:00 24.06.2016
Stechender Blick für jeden der nichts gutes im Schilde führt – Die Gartenzwerge sind inzwischen wieder da. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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DELITZSCH

Wenn sie wenigstens außergewöhnlich schön oder sehr wertvoll wären. Vielleicht könnte Andrea Lienig dann ja ansatzweise verstehen, warum von ihrem Kartoffelhof kürzlich drei Gartenzwerge „entführt“ worden sind. Drei von vier der kleinen Zipfelmützenträger, abgestellt als Willkommenscrew auf dem Betriebsgelände, waren vor Kurzem eines Tages einfach nicht mehr da. Geklaut. Ausgerechnet spießige Gartenzwerge.

„An den Gartenzwergdieb: In welch schwieriger persönlicher Situation muss man sein, wenn man unschuldige Gartenzwerge entwendet?“, schrieb das Team des Döbernitzer Betriebs schließlich auf seiner Seite im Netzwerk Facebook. „Und warum haben sie einen Zwerg ganz allein zurückgelassen und aus seiner Familie gerissen – war der Kofferraum zu klein?“, ging es weiter. Das Angebot: einen Sack Kartoffeln im Tausch, falls die persönliche finanzielle Lage zum Diebstahl verleitet hat oder einfach die Zwerge still und heimlich wieder abstellen. Der Post verbreitete sich zahlreich. Tausende User des sozialen Netzwerks registrierten ihn. Die Fahndung nach dem herzlosen Entführer lief via Internet und ohne Polizei.

Die Zwerge hatten es so schon nie wirklich leicht. Erst waren sie nur zu zweit, irgendwo am Feldrand gefunden. Wie so vieles. Das sei, berichtet Andrea Lienig, leider auch längst gang und gäbe – Leute entsorgen Ungewolltes illegal am Wegesrand, laden es einfach auf den Feldern oder an Betriebsgeländen ab. So sitzt der Betrieb neuerdings auch auf Altreifen, die jemand um Entsorgungskosten zu sparen einfach vor dem Betriebsgelände in Krensitz abgeladen hat. Auch die zwei Zwerge waren so ungewollte Kandidaten. Der Kartoffelhof nahm sie aus Dekozwecken bei sich auf. Dann, Ende letzten Jahres, wurden für die Sonderausstellung zu Märchen im Museum Barockschloss Delitzsch noch Zwerge gesucht. Die zwei Döbernitzer wurden genommen, für die Ausstellung restauriert und schließlich zu zwei weiteren gestellt. Die wiederum wollte niemand zurück, und so ward der Kartoffelhof Heimat für die zwergenhaften Vier. „Trotzdem seltsam, dass man sowas stiehlt“, findet Andrea Lienig.

Kein Einzelfall

Zuzulangen, wo sich der gesunde Menschenverstand am Kopfe kratzt – es ist nicht ungewöhnlich. Kleingärtner zum Beispiel am Lober haben regelmäßig mit ausgebuddelten Pflanzen, entwendeten Gartenschläuchen und geklauten Spaten zu tun. Einem Eigenheimbesitzer wurde mal eine ganze Hecke geklaut. Und auch der Stadtverwaltung sind dreiste Diebestouren nicht unbekannt. Vor vier Jahren wurde sogar Rollrasen gestohlen. Auf dem Friedhof kommt es häufig vor, dass Pflanzen von Gräbern gestohlen werden. Aus Pflanzkübeln in der Breiten Straße und an der Postmeilensäule wurden Blumen ausgegraben. Und einige Altstadtbewohner haben frisches Grün durch dreiste Diebe eingebüßt. Zur Polizei gehen nur wenige – die Verfahren werden meist nach Monaten wieder eingestellt.

Auch eine Kutsche, die Lienigs geklaut wurde, verschwand auf Nimmerwiedersehen. Im Falle der vier Zwerge gibt es ein Happy End. Vor einer Woche tauchten sie wieder auf. Einer Frau waren die drei Zwerge im Delitzscher Norden an einem Haus aufgefallen. Die ehrliche Finderin erinnerte sich an den Aufruf und brachte die kleinen Kerle zurück zum Kartoffelhof. Wer der Entführer der Zwergen war, ist allerdings nicht mehr zu ermitteln.

Von Christine Jacob

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