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Delitzsch Droht Delitzscher Tafelgärtnern das Aus?
Region Delitzsch Droht Delitzscher Tafelgärtnern das Aus?
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00:43 17.09.2015
Die Männer vom Tafelgarten-Projekt in der Sparte am Wasserturm: Sie wollen am Ende der Saison zwei Tonnen Obst und Gemüse gespendet haben. Quelle: Christine Jacob
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Doch: Die Stimmung unter den zehn Ein-Euro-Jobbern in der Kleingartensparte trübt sich. Noch wissen sie nur, dass in wenigen Wochen - für die meisten Mitte Oktober - Schluss ist für ihr Projekt. Für immer?

In wenigen Wochen endet die Saison für die Tafelgärtner, die sich im Rahmen einer sogenannten Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung etwas zu Hartz IV dazu verdienen und gleichzeitig Gutes tun konnten. Dann ist Schluss für insgesamt zehn Sparten in und um Delitzsch. Wie es und vor allem ob es 2016 weitergeht, das weiß keiner. Es ist Entscheidung des Jobcenters und der neuen Förderrichtlinien, die noch in den Sternen stehen. "Ein Folgeprojekt ist momentan noch nicht in Sicht", bedauert Bernd Richter von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH. Die ist als einer der Projektinitiatoren neben Delitzscher Tafel und Kreisverband der Kleingärtner Träger der Maßnahme.

Von dem Projekt profitieren viele: Die Arbeitssuchenden bekommen eine Aufgabe und haben einen Arbeitsalltag, die Tafel bekommt frisches Obst und Gemüse geliefert. Ab Oktober ist der Verein ausschließlich auf die Spenden von Handel und Unternehmen angewiesen. "Es wäre so schade, wenn diese Maßnahme eingestellt würde", sagt Silvio Kopsch vom Wasserturm. Zehn Leute haben zuletzt acht Gärten bewirtschaftet. Die stünden sonst leer. Zwischen 31 und 63 Jahre alt sind die Teilnehmer, zwei davon sind Frauen. Bauhelfer, Maurer, Koch, Staplerfahrer haben sie mal gelernt und hatten aus Gründen von Alter bis Krankheiten keine Chance mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt. "Es ist besser als zu Hause rumzusitzen", sagen sie. Mit jeder Ernte sehen, was man geleistet hat und Wertschätzung ernten - das treibt sie an. Rund 1,7 Tonnen Obst- und Gemüselieferungen an die Tafel sind seit April schon zusammen gekommen. Die zwei Tonnen und vielleicht mehr wollen sie noch schaffen. "Frischer geht's nicht", lautet ihr gemeinsames Schlagwort.

"Ich habe viel gelernt", sagt der Mittfünfziger Frank Rögelein. Gefragt, ob sie nächstes Jahr wieder in einem Tafelgarten arbeiten würden, sagen alle ohne Zögern Ja.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Christine Jacob

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