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Delitzsch Dürre? Delitzscher Hoteliers sehen die Saison von der sonnigen Seite
Region Delitzsch Dürre? Delitzscher Hoteliers sehen die Saison von der sonnigen Seite
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06:00 09.10.2018
Elisabet Bena schüttelt die Betten im Delitzscher Hotel „Zum Weissen Ross" auf. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Dürresommer und Reisen? Wie verträgt sich das? Die Delitzscher Hotels und Pensionen waren in den vergangenen Monaten trotz der hohen Temperaturen gut gefragt. So zählte der vergangene Sommer mit seiner Niederschlagsarmut natürlich auch für Gabriele Mertzsch zu den außergewöhnlichsten, die sie erlebte. Doch auf die Gästezahlen in der „Grünen Linde“, die sie seit dem Jahr 1990 betreibt, hatte das keine negativen Auswirkungen: „Die Sommersaison ist hier inzwischen eigentlich immer gut. Das liegt vor allem an den vielen Events, die in der Stadt selbst und in der Region stattfinden. Allein zum Stadtfest Peter & Paul kommen ehemalige Delitzscher, Kurzzeiturlauber. Hier übernachten auch gern auch mal Radler, die von Delitzsch aus noch mal mit der S-Bahn nach Leipzig wollen“, erklärt die 55-Jährige. „ Außerdem gibt es die Konzerte in Leipzig. Wenn Helene Fischer oder die Toten Hosen in der Arena sind, dann merken wir das hier schon.“

Keine Ruhezeit

Ähnliches ist im Schenkenberger Hof zu hören. „2000 bis 2005 war eine schwere Zeit. Das hat sich gründlich gewandelt. Früher wurde es vielleicht noch im Juli und August noch etwas ruhiger, aber das ist schon lange nicht mehr so“, erklärt Inhaber Norbert Teresniak. Dienstreisende sind in der Region unterwegs. Und am Wochenende wollen Radler die neu entstandenen Seenlandschaften erkunden. Einige Reisende sahen sich, jetzt, nachdem sich der Trubel des Jubiläumsjahres gelegt hat, noch an den verschiedenen Lutherstätten um. Wegen der vielen Buchungen finden in der Sommersaison im Schenkenberger Hof keine Familienfeiern und ähnliches statt, weil sie aufgrund der räumlichen Situation die Übernachtungsgäste stören würden. „Diese Feste laufen bei uns deshalb nur in der Wintersaison, wenn es etwas ruhiger ist“, erklärt Teresniak. In den vergangenen Monaten war eher die personelle Seite das Problem. Wenn Ausfälle wegen Dauerkrankheit und Urlaub anstehen, dann muss das abgefedert werden. „Und Saisonkräfte wie Schüler gibt es überhaupt nicht mehr. Jetzt sind aber wieder alle an Deck.“

Reichlich Baustellen

Die Betreiberin einer Pension in zentraler Delitzscher Lage, will zwar ihren Namen nicht gern in der Zeitung lesen, ist aber zufrieden mit der Nachfrage-Entwicklung: Gäste, die an verschiedenen Stellen Jubiläumshochzeiten oder bei runden Geburtstagen feiern, kommen zu ihr. Wegen eines nahen Pflegeheims übernachten auch Angehörige, die zu Besuch sind. Und in der Woche nutzen Monteure die Pension. „Baustellen hatten wir in diesem Sommer reichlich, ob nun bei Rewe oder Kaufland. Da waren Zimmer regelrecht gesucht. Vor zwei, drei Jahren gab es noch ein Sommerloch, aber das ist nun nicht mehr da.“

Wintersaison im Blick

Im Hotel „Weisses Ross“ sieht Leiterin Kornelia Brückner die Saison des Hitzesommers 2018 als „durchwachsen gut“ an. „In der Ferienzeit haben wir zum Beispiel Stoßzeiten, mit Gästen, die Park, Sleep & Fly-Arrangements buchen.“ Heißt: Reisende, die ihren Flug vom Flughafen Leipzig-Halle antreten, schlafen hier eine Nacht und parken ihr Auto vor oder nach dem Reiseantritt. Außerdem gibt es die Firmen, die mit dem Hotel zusammenarbeiten und deren Bauleiter und Monteure hier übernachten. Schulungsreferenten schlafen im Haus. „Es gab keinen Abbruch, im Gegenteil“, stellt sie fest. Den erwartet sie auch in kommenden Monaten nicht. Nur, dass statt der urlaubenden Familien wieder mehr Geschäftsreisende eine Zimmerschlüssel wollen.

Von Heike Liesaus

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