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Durchbruch im Ringen ums Rackwitzer Pflegeheim

Durchbruch im Ringen ums Rackwitzer Pflegeheim

Nach jahrelangem Ringen um den Pflegeheimbau in Rackwitz ist offenbar ein Durchbruch gelungen. "Ich bin jetzt in der Lage, die Auflagen aus der Baugenehmigung zu erfüllen, ohne Probleme mit der Heimaufsicht zu bekommen", sagt Bauherrin Kathleen Erler gegenüber der LVZ.

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Das fast zwei Jahren verwaiste Hotel Schladitzer Hof soll als Pflegeheim neu genutzt und erweitert werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Rackwitz. Eine neue Schallschutzlösung sei gefunden worden. Und der Baustart an der Hauptstraße insofern zum Greifen nahe, so Erler.

Die Krostitzerin ist nicht die einzige, die sich wünscht, dass sich im ehemaligen Hotel Schladitzer Hof endlich etwas bewegt. Sie habe bereits 48 Anfragen von potenziellen Bewohnern auf dem Tisch - "aus Rackwitz, Zschortau, Delitzsch, Wiederitzsch. Der Bedarf in der Region ist hoch. Außerdem haben sich 42 Leute bei mir beworben, die in der Einrichtung arbeiten wollen."

Bekanntermaßen will Kathleen Erler, die in Leipzig einen Pflegedienst betreibt und das Hotel Ende 2012 aus einer Insolvenz erwarb, ein Heim mit 51 Plätzen eröffnen. Dafür soll sowohl das Hotelgebäude als auch ein noch zu errichtender Anbau genutzt werden. Insbesondere wegen des Schallschutzes zugunsten der Bewohner gab es jedoch langwierige Auseinandersetzungen zwischen der Bauherrin und der Bauordnungsbehörde im Landratsamt: Der Heimstandort liegt in der Einflugschneise des Flughafens Leipzig/Halle und nahe der Bahnstrecke. Zwar hat das Ex-Hotel bereits Schallschutzfenster, die müssten allerdings geschlossen bleiben, was wiederum mit Vorschriften der Heimaufsicht kollidieren würde, die ebenfalls strenge Bedingungen für die Unterbringung der Senioren stellt.

Die letzte Meldung in dieser Sache kam im März: Das Bauordnungsamt erteilte die Genehmigung, jedoch mit entsprechenden Auflagen. Seitdem blieb es um das Vorhaben ruhig. Kathleen Erler nutzte die vergangenen Monate nach eigenem Bekunden für eine Neuorientierung. "Ich musste, weil so viel Zeit verstrichen ist, das Finanzierungsmodell neu aufstellen", berichtet sie. In diesem Zusammenhang habe sie die Bank gewechselt, seien Kostenschätzungen und Baupläne noch einmal überarbeitet worden. "Die jetzige Bank hat bereits Erfahrungen mit Projekten dieser Art und konnte wertvolle Tipps geben." Kathleen Erler trennte sich vom avisierten Generalbauunternehmer, schreibt die Aufträge nun einzeln aus.

Außerdem ist nun vorgesehen, mehrere Fronten des Heimes mit sogenannten Prallscheiben auszustatten. Dabei werden zusätzliche Glasscheiben einige Zentimeter vor die Fassade montiert - ein Schallschutz, bei dem die Fenster dahinter dennoch geöffnet werden können. "Insgesamt umfasste die Auflagenliste der Bauordnungsbehörde 79 Punkte, aber der Schallschutz war der wesentlichste."

Und kostenträchtigste. Das Fünf-Millionen-Euro-Projekt verteuere sich durch die Prallscheiben um etwa 450 000 Euro. Ein bisschen günstiger werde dafür wahrscheinlich das Dachgeschoss, wo statt Gaubenumbauten nun ein großes Oberlicht geplant ist.

In den nächsten Tagen sollen die finanziellen Weichen gestellt werden. Bis Monatsende wird die Bankzusage zum Finanzierungsplan erwartet, dann können die Baugewerke ausgeschrieben werden. "Dann werde ich auch Briefe an alle Job- und Heimplatzbewerber versenden", kündigt Erler an. "Ich habe damit bis jetzt gewartet, um erst mal Klarheit zu haben." Die Botschaft: Wenn ab sofort alles klappt wie erhofft, soll das Pflegeheim in der Rackwitzer Hauptstraße zum Jahreswechsel 2015/16 bezugsfertig sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2014
Kay Würker

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